Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Jeden Tag eine gute Mahlzeit: Die FR-Redaktion verrät in der Adventszeit ihre Lieblingsrezepte.
+
Jeden Tag eine gute Mahlzeit: Die FR-Redaktion verrät in der Adventszeit ihre Lieblingsrezepte.

Der FR-Adventskalender (10)

Kopfüber in den Genuss

  • Sophie Vorgrimler
    vonSophie Vorgrimler
    schließen

24 Lieblingsrezepte aus der FR-Redaktion. Heute etwas Leckeres aus Israel: Maqlube.

Als ich 2012 mit einer Freundin Israel und Palästina bereiste, hatten wir in Jericho ein besonders schönes und schmackhaftes Erlebnis. Dort angekommen – mit Gepäck, aber ohne Reiseführer – ließen wir uns von einem Taxi zu einem Ort namens „Hisham’s Palace“ fahren. Wir hatten davon auf einer Karte am Busbahnhof gelesen und waren fest davon überzeugt, dass es sich um eine Unterkunft zur Übernachtung handeln muss.

Mitten im nirgendwo ließ uns der Taxifahrer raus. „Hisham’s Palace“ stellte sich als Grabungsstätte im Nichts heraus, die zwar durchaus mal eine Winterresidenz gewesen war, das allerdings vor mehr als 1300 Jahren. Weil wir ohnehin der Nase nach reisten, nahmen wir die Gelegenheit wahr, dort gelandet zu sein, und streunten mehrere Stunden als einzige Gäste auf dem beeindruckenden Gelände herum.

Als wir beim einzigen Mitarbeiter am Empfang fragten, ob er denn von einer richtigen Unterkunft wüsste, rief er kurzerhand seine Frau an: er würde Gäste mitbringen. Eine halbe Stunde später waren wir unterwegs zu seiner Familie. Die drei Kinder nahmen uns gespannt in Empfang. Besonders die Tochter freute sich über unseren Besuch. So sehr, dass sie darauf bestand, uns ihr Bett in ihrem Zimmer zu überlassen.

Das Zimmer war ganz in rosa gehalten und vollgehängt mit Postern des ägyptischen Sängers und Schauspielers Tamer Hosny. Kaum waren wir angekommen, wurde auch schon losgekocht. Festtäglich. Es gab ein Gericht, das ich in den letzten Jahren häufig nachgekocht habe, für mich, für Freundinnen und Freunde, für meine Familie, für Arbeitskollegen und Mitbewohnerinnen. Und immer wollten alle das Rezept in ihr Repertoire aufnehmen.

„Maqlube“ bedeutet „auf den Kopf gestellt“, weil die vorbereiteten Zutaten normalerweise geschichtet, gebacken und gestürzt werden. Der Einfachheit halber bereite ich Maqlube aber fast immer als Pfannengericht zu. Je nach Familienrezept und Region – Maqlube wird in Palästina, Jordanien, Libanon und Irak gegessen – ist es wandelbar. Nie fehlen dürfen Reis, Aubergine, Zwiebel, Knoblauch, Olivenöl, Zimt und Kreuzkümmel. Traditionell wird das Gericht mit Hühnchen gegessen, aber auch als vegetarische Variante fehlt dem Gericht nichts.

Das A und O des Maqlube ist, dass der Reis sehr, sehr würzig und aromatisch sein soll. Er muss am besten so intensiv, schwer und scharf schmecken, dass es die Essenden kaum aushalten, ihn nicht mit dem dazugereichten erfrischenden Petersilien-Joghurt zu neutralisieren.

Als Vorspeise bietet sich natürlich Fladenbrot mit Hummus an, zum Hauptgang passt ein kleiner Salat etwa mit Tomaten, Gurken und Eisberg-Salat. Ein arabischer Chaitee wäre ein guter, leichter „Nachtisch“.

Maqlube für zwei Personen

(optionale Zutaten in Klammern)

eine Tasse Langkornreis

zwei Auberginen, eine gewürfelt, eine in länglichen Scheiben

ein halber Blumenkohl

drei Tomaten in Scheiben

drei Kartoffeln in Scheiben

eine Karotte

50 Gramm Rosinen

Olivenöl

drei bis fünf Zehen Knoblauch

ein bis zwei Zwiebeln

ein bis drei Chilli

ein bis zwei Teelöffel Zimt

ein bis zwei Teelöffel Kreuz-kümmel

Salz

Pfeffer

Joghurt mit glatter Petersilie (und Minze)

(Hühnchenschenkel oder -brust)

(50 Gramm Mandelsplitter)

(Saft einer Orange)

(zwei Lorbeerblätter)

(Muskat)

(Piment))

(Gemüsebrühe

(fünf bis zehn Nelken)

(fünf bis zehn Kardamomsamen)

(fünf bis zehn Koriandersamen)

Den Reis wie gewohnt kochen. Die Auberginen vor der Weiterverarbeitung leicht salzen, damit sie an Wasser verlieren. Dann alle Zutaten in einer großen Pfanne mit reichlich Olivenöl braten, besonders die Auberginen müssen gut angebraten werden, damit sie weich werden. Die Rosinen nicht zu spät hinzugeben, damit sie quellen können. Nicht an Gewürzen sparen. Den Reis untermengen und alles zusammen leicht köcheln lassen, gegebenenfalls nachträglich etwas Wasser zugeben. Das Gericht mit Petersilien-Minz-Joghurt garnieren.

So wie es sich eigentlich gehört – kopfüber nämlich – bereitet auch die Schwägerin meines Schwagers Azar ihr Maqlube zu. Seit ein paar Jahren gehört sie zu meiner Familie – als echte Irakerin und Maqlube-Profi hat sie mich als Maqlube-Laienköchin zumindest unter den Verwandten natürlich längst abgelöst.

Wer findet, wenn schon Maqlube, dann auch kopfüber, der schichtet die gebratenen Zutaten am besten symmetrisch: Auberginenstreifen, Tomatenschreiben, Kartoffeln und den Rest mit Reis in einem Bräter oder einer Auflaufform, gegen das Anbrennen noch etwas Wasser hinzugeben und beim Backen alle Zutaten miteinander verquellen lassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare