Warn-Test

Konsequenzen nach Pannen am Warntag

Laut einem Medienbericht soll der BBK-Präsident nun gehen.

Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn, Christoph Unger, soll abgelöst werden. Nach diversen Pannen im Zusammenhang mit dem bundesweiten Warntag am vergangenen Donnerstag war auch Kritik an der Behörde laut geworden.

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) hatte am Mittwoch berichtet, Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) habe Ungers Ablösung beschlossen. Aus dem Ministerium gab es dafür keine offizielle Bestätigung. Er habe von Personalentscheidungen keine Kenntnis, sagte ein Sprecher in Berlin. Seehofer habe nach dem Warntag aber deutlich gemacht, dass beim Bevölkerungsschutz in Deutschland „grundsätzlicher Veränderungsbedarf“ bestehe, ergänzte der Sprecher vor Journalisten.

Der erste bundesweite Warntag war am vergangenen Donnerstag ziemlich schief gelaufen. Unter anderem kam die Meldung der Warn-Apps NINA und KATWARN erst mit einer guten halben Stunde Verspätung auf den Smartphones an. Wäre es keine Übung sondern tatsächlich ein Ernstfall gewesen, hätten viele Bürger nichts mitbekommen.

Das Bundesinnenministerium hatte den Probealarm deshalb danach als „fehlgeschlagen“ bezeichnet. Grund sei ein technisches Problem gewesen. „Die Vorgänge werden jetzt umfassend aufgearbeitet“, hatte das Ministerium angekündigt.

Seit 2004 an der Spitze

Christoph Unger machte verschiedene Leitstellen dafür verantwortlich, dass die Warn-Apps auf den Smartphones nicht funktioniert hatten. „Sie haben sich nicht an die Absprachen gehalten“, sagte er. Es sei vereinbart gewesen, dass das Bundesamt die Apps alleine von Bonn aus bedienen würde. Stattdessen seien fast zeitgleich etwa 30 andere Warnmeldungen rausgegangen. „Das hat das System nicht verkraftet“, sagte Unger.

Bis zum nächsten Warntag im September 2021 müssten die Defizite bereinigt werden. Unger stand bereits seit der Gründung des Bundesamtes im Jahr 2004 an dessen Spitze. (dpa/afp)

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