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Das Komma macht das geschriebene Wort übersichtlich oder nicht?
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Das Komma macht das geschriebene Wort übersichtlich oder nicht?

WAS SOLL DAS?

Kommavernachlässigung

  • Boris Halva
    vonBoris Halva
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Wie ein kleines aber feines Häkchen im ganz großen Rauschen unterzugehen droht…

Vielleicht haben Sie es ja auch schon bemerkt: Da fehlt was. Zwischen den Worten. In den Nachrichten. Wobei hier mit Nachrichten nicht die Tagesschau gemeint ist. Auch Zeitungen sind nicht gemeint. Gemeint sind die täglich milliardenfach zwischen Milliarden von Smartphones hin und her geschickten Chat-Nachrichten.

An dieser Stelle sei betont: Das hier ist kein Genörgel über das post-postmoderne Spannungsfeld von Inhalt und Zwinkergesichtern. Es geht eher um das Aussprechen einer Ahnung. Einer Befürchtung. Und eine Befürchtung wird man ja wohl noch haben dürfen. Wie auch immer: Vielleicht haben Sie es ja auch schon bemerkt. Dass in dieser Kolumne bis zu diesem Satz kein einziges Komma verwendet wurde. Oder sagt man: gefallen ist?

Klar. Texte lassen sich auch gut ohne Komma schreiben. Macht man eben Punkte. Schreibt kurze Sätze. Sind dann halt viele Punkte. Ohne Komma braucht es wirklich viele Punkte. Sehr viele. Und die Sätze werden eher kurz. Satz. Punkt. Satz. Keine Ausschweifung. Kein Einschub. Nichts.

Ich weiß nicht wie es Ihnen geht wenn kein einziges Komma im Satz ist aber mir fehlt es. Das Komma macht das geschriebene Wort übersichtlich oder nicht? In der öffentlich-rechtlichen Fernsehwerbung würde es heißen: Mit dem Komma liest man besser. Mit Absätzen ebenfalls. Aber auch die werden kaum noch gesetzt.

Und so stolpere ich ganz ohne Komma durch die via Smartphone hin und her geschickten Nachrichten und denke immer wieder: So geht das doch nicht! Und stolpere dabei lustigerweise auch immer wieder über die Steine die man im Glashaus eigentlich nicht haben will. Denn dass wir im mit flinken Fingerspitzen getippten Chatverlauf kein einziges Komma mitgeschickt bekommen liegt ja nicht daran dass das Komma (und also auch das Semikolon) von der Tastatur getilgt wurden. Das Komma ist noch da. Weiß auf Schwarz oder Schwarz auf Grau. Aber es wird uns von dem Algorithmus der uns von der anderen Seite des Displays aus beim Verfassen ein jeder Nachricht unterstützt nicht angeboten. Und wenn doch dann nur zu dem Preis dass in der Leiste mit den Vorschlägen für das nächste Wort das passendste verschwindet wenn man ein Komma setzt.

Das ist jetzt nichts gegen die künstliche Intelligenz persönlich. Die künstliche Intelligenz weiß ja vermutlich nicht einmal dass es Menschen gibt denen das Komma wichtig ist. Mitunter so wichtig dass sie auf die Mehrzahl Kommata bestehen obwohl die echt von vorgestern und auch vom guten alten Duden gekippt worden ist. Außerdem kann die Künstliche Intelligenz auch nicht nachfühlen wie es ist das Komma zu vermissen. Aber es liegt nicht nur an der KI dass das Komma so akut bedroht ist. Es ist zu vielen Schreibenden wohl einfach zu anstrengend oder zu zeitaufwändig ein Komma zu setzen. Man könnte also sagen: Dass kaum noch ein Komma unsere Kommunikation zusammenhält oder in wohltuende Ordnung bringt liegt daran dass sich die Beflissenheit der Künstlichen Intelligenz und die Flüchtigkeit menschlicher Entschlossenheit bei der Kommasetzung in Chat-Nachrichten neutralisieren.

So Gedanken kommen mir zum Komma weil es fehlt. Und als ich dieser Tage überm Abendbrot von meinem Kommakummer erzählte sagte die Liebste ohne Umschweife: „Oh ja ich bin auch erschrocken als ich vor Kurzem gemerkt habe ich bin zu faul zum Komma setzen.“

Also ich finde ja es ist höchste Zeit für eine Worterkennungssoftware bei der nicht immer wenn wir ein Komma setzen genau die Worte verschwinden die in die richtige Richtung gehen. Das könnte doch mal jemand mit einem guten Draht zur Künstlichen Intelligenz übernehmen, oder? Dank vorab!

Und weil das jetzt wirklich anstrengend war, das Thema Komma auf den Punkt zu bringen, so ganz ohne Komma, mach ich jetzt erstmal einen…?

Punkt.

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