Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Felipe mit Letizia und den Töchtern Leonor (M.) und Sofia. AFP
+
Felipe mit Letizia und den Töchtern Leonor (M.) und Sofia. AFP

Umfrage

König sticht

  • Martin Dahms
    VonMartin Dahms
    schließen

Spaniens Monarchie ist ramponiert, steht in der Gunst des Volkes aber noch über der Politik

Vor sieben Jahren dankte Juan Carlos ab, aber er ist immer noch da. Er lebt jetzt weit weg in Abu Dhabi (nein: Es war keine Flucht vor der Justiz), was seine mediale Präsenz in Spanien aber nicht mindert. Neulich, Anfang Juli, kam der Schweizer Staatsanwalt Yves Bertossa in Madrid vorbei, um mit Madrider Kollegen den jeweiligen Stand der strafrechtlichen Ermittlungen gegen den Exmonarchen abzugleichen. Bisher ist bei diesen – schon drei Jahre währenden – Ermittlungen nicht viel herausgekommen, aber das ist egal. Strafrechtliche Ermittlungen, in diesem Fall hauptsächlich wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung, ruinieren jeden Ruf. Den von Juan Carlos auf alle Fälle. Und den der ganzen spanischen Monarchie gleich mit.

Nun gut, Letzteres liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachtenden. Als König Juan Carlos, damals 76 Jahre alt, im Juni 2014 alle Welt mit seinem Rücktritt verblüffte, erklärte er das so: Es sei der Moment, „einer neuen Generation Platz zu machen“. Und sein Sohn Felipe VI., damals 46, versprach bei seiner Thronrede eine „erneuerte Monarchie für neue Zeiten“.

Die Operation Erneuerung ist halbwegs geglückt. Nimmt man alle Menschen in Spanien zusammen, dann mögen sie ihren König – dessen Vater wiederum nicht mehr besonders. Felipe geben sie, nach einer frischen Umfrage des Klatschmediums Vanitatis, die Note 6,4 (auf einer Skala von 0 bis 10) und Juan Carlos eine 3,5. Die Note Felipes entspricht einem knappen „befriedigend“. Verglichen mit ihren Politkerinnen und Politikern, unter denen niemand über ein „mangelhaft“ herauskommt, hat das Volk seinen König also ganz gern.

Trotzdem hat Juan Carlos‘ fröhlicher Umgang mit geschenktem Geld der Monarchie geschadet. Unter den 25- bis 34-Jährigen kommt Felipe nur auf ein schlechtes „ausreichend“ (5,4 auf der Skala von 0 bis 10); königstreu sind vor allem die Älteren. Die nachlassende Anhänglichkeit an die Monarchie wird allerdings so bald keine Konsequenzen haben. Offen republikanisch sind nur die ganz linken und einige Regionalparteien. Die Revolution muss noch warten.

Als Staatsoberhaupt ist der König vor allem „Symbol der Einheit und Beständigkeit“ des Landes, so steht es in der Verfassung, und wenn es drauf ankommt, soll er auch „Schlichter“ und „Moderator“ sein. Falls Felipe diese Rolle ausfüllt, dann tut er es hinter den Kulissen. Er mischt sich selten in die Politik ein. Nur einmal, im Katalonienkonflikt 2017, tat er es doch, was ihm die Separatisten bis heute nicht verziehen haben. Außerdem spricht die Verfassung dem König „die oberste Befehlsgewalt über die Streitkräfte“ zu, was auch wieder symbolisch gemeint ist, aber praktische Konsequenzen hat: Dem König steht eine militärische Ausbildung gut an. Felipe brachte sie als junger Mann hinter sich. Leonor, seine älteste Tochter und Kronprinzessin, hat sie noch vor sich.

Beliebte Königin in spe

Leonor ist 15 Jahre alt, im Oktober wird sie 16, und wächst gerade in ihre künftige Königinnenrolle hinein. Ende August wird sie Spanien für zwei Jahre verlassen, um an einer Eliteschule in Wales ihr Abitur abzulegen. Danach wäre Zeit für den Militärdienst, doch darüber spricht das Königshaus noch nicht. Immerhin hat sie dieses Jahr schon ein U-Boot getauft und den „Husaren der Prinzessin“, einer Kavallerie-Einheit, ein Foto von ihr gewidmet – sowas wird von Königstreuen seismografisch genau verzeichnet.

Ihre größte Tat aber vollbrachte Leonor Anfang Juli, als sie in Barcelona eine kurze Rede in wohlklingendem Katalanisch hielt. Schön und angemessen für das kommende Symbol der Einheit Spaniens.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare