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Laut Polizei muss sich der 72-Jährige wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung verantworten.

Gefährliche Körperverletzung

Kölner CDU-Politiker soll auf 20-Jährigen mit Migrationshintergrund geschossen haben

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Spekuliert wird über einen Zusammenhang zwischen einer rechten Gesinnung des Beschuldigten und der Tat.

In der Nacht zum 30. Dezember hat ein Kölner CDU-Kommunalpolitiker (Name der Redaktion bekannt) mutmaßlich einen 20-Jährigen angeschossen, angeblich, weil er sich von diesem und seinen Begleitern gestört gefühlt hatte. 

Wie die „Westdeutsche Zeitung“ berichtete, muss sich der 72-Jährige laut Polizei wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung verantworten, „fünf scharfe Schusswaffen und ein Wechselsystem“ seien sichergestellt worden, von denen nur vier auf einer Waffenbesitzkarte registriert sein sollen. Es wurde demnach mangels Haftgründen kein Haftbefehl beantragt und die Polizei ermittele wegen gefährlicher Körperverletzung. Die Polizei gehe von einem „Rücktritt vom Tötungsdelikt” aus, so das Onlineportal „Volksverpetzer“.

„Haut ab, ihr dreckigen Kanacken”

Der alkoholisierte CDU-Politiker soll nach Zeugenaussagen aus seinem Haus gekommen sein und nach einem Streit mit dem Opfer und dessen drei Begleitern mit einem Revolver auf die Männer gezielt haben. Sekunden später habe der Geschädigte die Schussverletzung erlitten. Das Opfer wurde schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert.

Im Interview mit dem WDR-Reporter Oliver Köhler berichtet das Opfer, dass der Durchschuss von hinten erfolgte und problemlos hätte die Halsschlagader treffen können. Er habe Glück gehabt. Zuvor soll der CDU-Politiker laut Opfer mit der Waffe aus dem Haus gekommen sein und sinngemäß gebrüllt haben: „Haut ab, ihr dreckigen Kanacken, verzieht euch ihr Dreckspack”.

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak bestätigte am 9. Januar die Identität des CDU-Politikers bei Twitter. „Auf dem Boden unserer christlich demokratischen Werte steht so ein Verhalten nicht“, schrieb Ziemiak und nutze den Namen des CDU-Kommunalpolitikers als Hashtag. Nachdem Medienanwalt Ralf Höcker ihn aufforderte den angeblich „rechtswidrigen“ Tweet sofort zu löschen, kam Zimiak dem nach, löschte den Tweet wieder und veröffentlichte ihn ohne Namensnennung erneut. Das Thema ist ein vergleichsweise großes in den sozialen Medien. Der Name des Politikers ist als Hashtag in den Twitter-Trends.

Höcker ist Pressesprecher der Werte-Union, einer konservativen Gruppierung in CDU/CSU, seine Kanzlei vertritt auch prominente AfD-Politiker*innen. Laut „Kölner-Stadt-Anzeiger“ ist unklar, ob Höcker auf Wunsch des Politikers oder auf Vermittlung seiner Partei eingeschaltet worden ist.

Spekulationen über rechte Gesinnung des Beschuldigten

Der Name des CDU-Politikers kursierte laut „Kölner-Stadt-Anzeiger“ bereits in der Nacht zu Silvester im Internet, zunächst in rechtsextremen Foren, wo Verständnis für den Schusswaffengebrauch vor seinem Haus geäußert worden sein soll. 

Spekuliert wurde über einen Zusammenhang zwischen einer rechten Gesinnung des Beschuldigten und der mutmaßlichen Tat, da laut „Volksverpetzer“ Belege geliefert wurden, dass der CDU-Politiker auf seinem Profil rechtspopulistische und rassistische Inhalte teilte und rechtsextreme Seiten geliked hat.

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