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Die Buschfeuer der vergangenen Monate haben den Koala-Bestand in Australien verringert. Imago Images

Nach Buschbränden in Australien

Koalas kehren in die Natur zurück

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Gute Nachrichten aus Australien: Ein Gruppe aus den Buschfeuern geretteter Koalas kann nun wieder in die Natur zurückkehren.

Mehr als eine Milliarde Tiere starben in den Buschfeuern in Australien über die Jahreswende. Darunter waren Tausende Koalas. Eine Gruppe, die als genetisch besonders vielfältig gilt, lebte bisher im Nationalpark der Blue Mountains, rund zwei Stunden westlich von Sydney. Doch auch diese Beutler wären beinahe in den Flammen der katastrophalen Feuer ums Leben gekommen, hätten einige mutige Forscher sie nicht rechtzeitig aus den Bäumen geholt und in Sicherheit gebracht.

Die Australian Wildlife Conservancy (AWC) kooperierte dabei mit der Organisation Science for Wildlife. Deren Forschung hatte die wertvolle Erkenntnis gebracht, dass diese Koalas die genetisch größte Vielfalt des Landes besitzen und damit eine besonders wichtige Rolle für den Artenschutz spielen.

Als die Brände Ende Dezember in das Koala-Habitat im Blue Mountains-Nationalpark eindrangen, handelten die Forscher rasch. Sie gingen los und fingen die Koalas gerade noch rechtzeitig ein, bevor das Feuer sie erreichte. Danach brachten sie die Tiere an einen sicheren Ort – den Taronga Zoo in Sydney. Dort wurden die evakuierten Beutler täglich „mit frisch gepflückten Eukalyptusblättern versorgt“, wie es in einer Presseerklärung der AWC hieß, und durften sich erholen.

Nach starken Regenfällen im Februar und März hat sich die Vegetation in der Region inzwischen soweit wieder erholt, dass die Umweltschutzorganisationen nun beschlossen haben, dass es für die Koalas an der Zeit sei, nach Hause zurückzukehren. Zwei Ökologen und zertifizierte Baumkletterer brachten die Tiere nun in ihre Heimat zurück und siedelten sie wieder auf ihren alten Eukalyptusbäumen an. Während dieser „wichtigen Mission“, wie die Umweltschützer schrieben, hätten sie sogar noch weitere gesunde Koalas entdeckt, die die Buschbrände offensichtlich überlebt hatten.

Die Nachrichten erfreuten am Donnerstag Tierschützer in ganz Australien, nachdem Zehntausende Koalas in den Feuern, die über Monate im australischen Frühling und Sommer wüteten und mehr als zwölf Millionen Hektar Land zerstörten, ums Leben kamen. So sollen in dem südaustralischen Naturparadies Kangaroo Island mehr als die Hälfte der insgesamt 50 000 Koalas verbrannt sein. Mehr als 8000 Koalas sollen auch im Bundesstaat New South Wales, in dem Sydney liegt, gestorben sein. Vor allem um den Küstenort Port Macquarie ist eine wichtige Koala-Population stark dezimiert worden. Das dortige Koala-Krankenhaus kämpft nach wie vor, um die überlebenden Tiere zu versorgen und wieder gesund zu pflegen.

Forscher der Universität in Sydney schätzten bislang, dass rund 330 000 Koalas in Australien leben. Die Universität von Queensland ging vor den Bränden von 120 000 bis 300 000 Tieren aus. Vor allem die Koalapopulationen in den Bundesstaaten Victoria und Südaustralien galten bisher als stabil oder nahmen sogar zu.

Koalas im Osten des Landes – in den Staaten Queensland und New South Wales – gelten dagegen seit längerem als bedroht. In diesen bevölkerungsreichen Staaten haben Infrastrukturprojekte Wohnräume der Tiere zerstört und auch Hunde und Straßenverkehr sind eine Gefahr für die Beutler, die 18 bis 20 Stunden am Tag schlafen. Zudem dezimiert die sogenannte Chlamydia-Infektion die Baumbewohner, die durch die Krankheit erblinden und unfruchtbar werden.

Seit einigen Jahren machen auch die Folgen des Klimawandels das Leben der Koalas schwieriger. Extreme Temperaturen und langanhaltende Dürren machen den Eukalyptus, den die Koalas fressen, trockener und härter.

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