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Gerüchte über die pädophilen Neigungen von Matthias S. kursierten in der Klinik schon lange.

Sexueller Missbrauch

Missbrauch an Klinikum Homburg: Geschichte des Versagens

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  • Peter F. Müller
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In der Kinder-und Jugendpsychiatrie des Uni-Klinikums Homburg soll ein Arzt über Jahre hinweg seine jungen Patienten sexuell missbraucht haben.

Wie lange schweigt man, wenn man einen Verdacht hat? Wie lange scheut man sich, genauer hinzusehen, wenn es Gerüchte gibt? Wie lange schützt man einen Mitarbeiter, dem man misstrauen muss? Das sind Fragen, die sich jetzt nach Bekanntwerden des mutmaßlichen Missbrauchsskandals in der Kinder-und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Homburg stellen.

Und dann gibt es da noch eine entscheidende Frage: Wie wichtig ist es Eltern zu informieren, wenn es den begründeten Verdacht gibt, dass ihr Kind zu denen gehört, die ein Arzt sexuell missbraucht hat? An denen er Untersuchungen im Genitalbereich vornahm, die medizinisch nicht indiziert waren? Von denen er dabei Fotos machte?

Kann es berechtigte Gründe geben, die den Chef einer Klinik veranlassen, dieses den Eltern besser zu verschweigen? Hat eine ermittelnde Staatsanwaltschaft korrekt gehandelt, indem sie seinem Rat gefolgt ist und die Eltern nicht benachrichtigt hat? War es richtig, den Mantel des Vergessens über all das zu legen, weil der beschuldigte Kinderarzt nicht mehr lebt?

Aber der Reihe nach. Denn diese Geschichte eines Verdachts und eines Verschweigens beginnt bereits vor acht Jahren. Am 9. Juni 2011 erhält der Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Universitätsklinik des Saarlandes, Professor Alexander von Gontard, ein anonymes Schreiben: „Es besteht der dringende Verdacht, dass der Assistenzarzt in der Kinderpsychiatrie des Klinikums Homburg eine pädophile Veranlagung hat.“ Er untersuche Patienten im Genitalbereich, auch wenn dies gar nicht nötig sei.

Recherchen und Autoren

Diese Geschichte beruht auf Informationen aus den polizeilichen Ermittlungsakten, die, ebenso wie das im Text erwähnte anonyme Schreiben aus dem Jahr 2011, den Autoren vorliegen.

Klaus Martens ist Redakteur und Dokumentarfilmer beim WDR in Köln. Er ist Autor vieler Wirtschaftsdokumentationen und der Kinofilme „Wir die Wand“ sowie „Erzähl es Niemandem“.

Peter F. Müller ist freier Journalist, Autor und Dokumentarfilmer. Schwerpunkte seiner Arbeit sind investigative und politische Dokumentationen für WDR, ARD, ARTE und das ZDF, sowie BBC und Channel 4. FR

Dem Klinikchef muss sofort klar sein, dass damit nur sein Assistenzarzt Matthias S. in der Spezialambulanz für Ausscheidungsstörungen gemeint sein kann. Denn über diesen Kollegen kursieren schon seit einiger Zeit Gerüchte: Er würde Eltern aus dem Behandlungszimmer hinaus bitten, offenbar, so wird gemunkelt, um seine jungen Patienten unbeobachtet untersuchen zu können. Schwestern und Ärzten war auch aufgefallen, dass Matthias S. auffällig viele Einläufe bei den Kindern durchführte, denn der Verbrauch von Klistieren war seit Beginn seiner Tätigkeit in der Ambulanz deutlich gestiegen. Es hatte sich auch herumgesprochen, dass der Kollege im Genital-und Analbereich wesentlich mehr Untersuchungen machte als allgemein in dieser Ambulanz üblich und angezeigt waren.

Eine Psychologin, die mit dem Assistenzarzt zusammenarbeitet, antwortet ausweichend, als von Gontard sie fragt, ob sie glaube, dass S. pädophil sei. Seine Behandlungsmethoden finde sie allerdings übergriffig. Von Gontard weist daraufhin Matthias S. an, körperliche Behandlungen in Zukunft nur noch in Anwesenheit einer zweiten erwachsenen Person durchzuführen – eine mündliche Ermahnung, die nirgends protokolliert wird. Damit war für den Klinikdirektor die Sache erledigt. Eine Überprüfung, ob seine Anweisung auch befolgt wurde, gab es nicht.

Dafür gibt es eineinhalb Jahre später einen gemeinsamen Auftritt des Klinikchefs mit seinem Assistenzarzt. Die Lokalpresse schreibt am 26. Januar 2013 wie die Reihe „Kunst in der Mensa“ am Universitätsklinikum in Homburg „einen beeindruckenden Einblick in das kreative Schaffen derer liefert, die sonst als Mitarbeiter des UKS (Universitätsklinikums des Saarlandes) in allen denkbaren Funktionen um das Wohl ihrer Patienten bemüht sind.“ Die Zeitung verweist auf die „beeindruckenden Kinderporträts aus Indien oder auch Asien, die von Gontard zusammen mit seinem Kollegen Matthias S. zeigte.“ Der Klinikchef wird mit dem Satz „dieses gemeinsame Ausstellen mit Matthias S. gab den Ausschlag für mich, in diesem Jahr zum ersten Mal meine Fotografien hier zu zeigen“ zitiert.

Nicht alle sind positiv beeindruckt von den Kinderfotos. Ein Kollege der beiden, ebenfalls Arzt am Universitätsklinikum, wird bei ihrem Anblick eher ungute Gefühle gehabt haben. Denn er hatte Matthias S. in Vietnam getroffen und beobachtet, wie dieser Kinder nicht nur fotografiert, sondern einmal vier Jungen im Alter von etwa acht bis elf Jahren auf sein Hotelzimmer mitgenommen hatte. Darüber hätte er sich mit ihm so gestritten, dass sogar die Polizei aufmerksam geworden sei, wird er später seiner Frau und auch anderen Kollegen erzählen. Und noch später wird er sich vorwerfen, nicht „die Alarmglocken geläutet zu haben.“

2013: Jugendamt erstattet Anzeige gegen Assistenzarzt

Das tut im Frühjahr 2013 das Jugendamt in Homburg. Es erstattet Anzeige gegen den Assistenzarzt. Der Vorwurf: Matthias S. habe über das Internet gezielt einen sexuellen Kontakt zu einem zwölfjährigen Jungen angebahnt. Aber nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ist der Anfangsverdacht nicht zu erhärten. Sie stellt die Ermittlungen unter dem Aktenzeichen 16Js 47/13 wieder ein.

Als sei nie etwas geschehen, arbeitet Assistenzarzt Matthias S. weiter in der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums des Saarlandes. Seine Oberärztin nennt ihn „Scheinkönig“ weil er mehr Patienten behandelt als alle anderen. Matthias S. behandelt fast nur Jungen im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren. Es sind mehr als 300 zwischen 2011 und 2014.

Obwohl ihm untersagt worden ist, Kinder ohne Anwesenheit einer zweiten erwachsenen Person zu behandeln, gelingt es ihm immer wieder, allein mit den Kindern im Behandlungszimmer zu sein. In die Patientenakten trägt er Namen von Krankenschwestern als anwesend ein, obwohl sie Urlaub haben oder laut Dienstplänen anderswo arbeiten. Wie gesagt, die Anweisung seines Chefs wurde nie überprüft.

Einigen Eltern erzählt Matthias S., dass er in seiner Freizeit Judolehrer sei und die „Bambini“ im Judoverein Kenshi in Homburg zweimal in der Woche trainiere. So kommt es, dass unter den kleinen Judokas auch Patienten von ihm sind. Einige bleiben nach dem Training schon mal über Nacht bei ihm und werden erst am nächsten Morgen wieder abgeholt. Für die Eltern ist Matthias S. ein vertrauenswürdiger Arzt und Judotrainer.

Dass er als Single in seinem Haus ein Kinderzimmer mit Matratzenlager und Spielzeug eingerichtet hat, erfährt seine Oberärztin im Sommer 2013. Matthias S. hat seine Kollegen aus der Ausscheidungsambulanz zu einem Grillfest eingeladen. Wer Kinder hat, bringt sie mit. Auch die Oberärztin ist mit ihrem dreijährigen Sohn auf dem Gartenfest. Als sie bemerkt, dass der verschwunden ist, sucht sie ihn im Haus und entdeckt ihn oben im ersten Stock „auf einer Matratze unter einer Decke“, zusammen mit dem Gastgeber. „Was macht Ihr denn hier?“ und „Komm, wir gehen jetzt runter“, mehr sagt sie dazu nicht. Zwei Jahre später wird sie in einer polizeilichen Vernehmung zugestehen: „Es war halt nur insgesamt eine komische Situation.“ Nur eine komische Situation? Die Oberärztin kannte das anonyme Schreiben und war auch anwesend, als der Klinikdirektor den Assistenzarzt angewiesen hatte, die Kinder nicht mehr alleine zu behandeln.

2014: Klinikum zeigt Matthias S. an

Im April 2014 befindet sich Matthias S. im Rahmen seiner Facharztausbildung für ein Jahr in der Westpfalzklinik in Kaiserslautern, ausgestattet mit einem erstklassigen Zeugnis seines Klinikchefs in Homburg, der seine Arbeit als hervorragend beurteilt: „ein wacher Geist (…) immer hilfsbereit (…), sein persönliches Verhalten einwandfrei, volle Zufriedenheit.“ Von Gontard bescheinigt seinem Assistenzarzt „uneingeschränkte“ Eignung. Er sei „höchst engagiert und hochkompetent“ und habe „überdurchschnittliche klinische Fähigkeiten.“ Matthias S. verlässt Homburg mit dem Versprechen seines Chefs, dass ihm nach seiner Rückkehr eine Stelle als Facharzt sicher sei.

Doch am 18. Dezember 2014 erstattet das Klinikum Strafanzeige gegen Matthias S. bei der Polizei in Saarbrücken. Der Vorwurf: „sexueller Missbrauch von jungen Patienten in der Zeit von 2010 bis 2014 (…) wegen der Pädophilie mit homosexueller Neigung zu erwartende steigernde Übergriffe auf Kinder (…) Manipulation von Krankenakten (…)“ Noch am selben Tag erhält Matthias S. die fristlose Kündigung.

Warum erfolgen Anzeige und Kündigung erst zu einem Zeitpunkt, als der Arzt gar nicht in der Klinik arbeitet? Fest steht, dass sich Kollegen gegen seine Rückkehr ausgesprochen hatten. Die Ärztekammer des Saarlandes wird später aussagen, sie habe von den Vorfällen in der Kinderpsychiatrie erfahren und der Klinikleitung dringend geraten, Strafanzeige zu stellen und den Assistenzarzt zu entlassen. Von wem und warum erst jetzt?

Klinikchef von Gontard erklärt der Polizei am 9. Januar 2015, er habe sich 30 willkürlich ausgewählte Patientenakten angesehen, aus denen ersichtlich geworden sei, dass der Beschuldigte Untersuchungen an Kindern vorgenommen habe, die in 95 Prozent der Fälle medizinisch überhaupt nicht indiziert gewesen seien. Eigentlich wusste er das bereits seit dem anonymen Schreiben und seit den Gerüchten 2011. Nun will er der Polizei die 30 herausgesuchten Patientenordner zur Verfügung stellen, allerdings unter einer Bedingung: Man müsse ihm zusagen, dass man „nicht an die Eltern herantrete.“

2015: Polizei entdeckt Kinderzimmer in der Wohnung des Arztes und konfisziert Kinderpornografie

Am 12. März 2015, morgens um halb sieben, durchsuchen sechs Polizeibeamte die Wohnung von Matthias S. Sie entdecken „ein komplett eingerichtetes Kinderzimmer“ und konfiszieren Tausende von Fotos auf Computern und Datenträgern, die als „Posingbilder und Kinderpornografie einzustufen“ sind. Darunter auch Fotos von seinen jungen Patienten. Eines davon stammt aus dem Jahr 2004 und zeigt einen etwa achtjähriger Jungen, an dessen erigiertem Penis die Hand eines Erwachsenen zu sehen ist. Es ist die von Matthias S., der 2004 ein Praktikum in einer bayerischen Klinik absolviert hatte. Der Polizei gelingt es, den Jungen zu identifizieren und ausfindig zu machen. Eindeutig erkennt der inzwischen erwachsene Mann sich und Matthias S.

Die Polizei vernimmt jetzt die Kollegen, die seit 2010 mit dem Assistenzarzt zusammengearbeitet haben, Ärzte, Psychologen, Krankenschwestern. Alle geben an, dass sich Matthias S. seinen kleinen Patienten gegenüber mindestens übergriffig verhalten habe. Und auch wenn die sich gegen ihn wehrten, habe er seine Untersuchungen an ihnen fortgesetzt.

Die ermittelnde Kommissarin fragt bei der zuständigen Staatsanwältin in Saarbrücken, ob man nicht an die Eltern der Kinder herantreten müsse, wie es auch die Staatsanwältin in Zweibrücken vorschlägt. Zweibrücken ist seit der Wohnungsdurchsuchung des Verdächtigen zuständig für die Ermittlungen an dessen Wohnort und schlägt vor, „die Eltern der Kinder zu ermitteln, um diese auf mögliche Traumatisierungen ihrer Kinder hinzuweisen.“

Aber die Staatsanwältin in Saarbrücken hält sich weiterhin an die Forderung des Klinikdirektors von Gontard, die Eltern nicht zu informieren. Und auf die wiederholte Aufforderung der Polizei, ihr das anonyme Schreiben von 2011 auszuhändigen, reagiert von Gontard erst gar nicht. Unterdessen arbeitet Matthias S. weiter in der Klinik in Kaiserslautern und bewirbt sich dort auf eine Stelle in der Kinderklinik. Während die Ärztekammer im Saarland die dringende Empfehlung gibt, Matthias S. zu kündigen und anzuzeigen, werden im Nachbarland Rheinland-Pfalz weder die Ärztekammer noch das Klinikum darüber informiert.

2016: Mit dem Tod von Matthias S. wird die Akte geschlossen

Ein gutes Jahr später passiert etwas, das die Ermittlungen jäh stoppen wird. Am Nachmittag des 19. Juni 2016 meldet sich ein elfjähriger Junge endlich bei seinen Eltern. Am Abend zuvor war Matthias S. bei ihnen zu Besuch und hatte den Jungen mit zu sich nach Hause genommen. Der Arzt und die Eltern kennen sich, und aus der Sicht der Mutter spricht nichts dagegen, ihren Sohn bei dem engagierten Kinderarzt und Judolehrer auch übernachten zu lassen. Als er aber am Nachmittag noch nicht zurück ist, ruft die Mutter immer wieder vergeblich bei S. an. Am späten Nachmittag meldet sich ihr Sohn. Im Polizeiprotokoll liest sich der Sachverhalt nüchtern: „Am Morgen fand der elfjährige Übernachtungsgast einer befreundeten Familie den 36-jährigen tot in seinem Bett liegend. Der Elfjährige konnte zunächst keine Hilfe herbeiholen. Erst gegen späten Nachmittag war es ihm möglich über WhatsApp seine Mutter zu verständigen. Der hinzugezogene Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Eine Fremd- oder Gewalteinwirkung konnte ausgeschlossen werden.“

Für die Staatsanwaltschaften in Saarbrücken und Zweibrücken bedeutet dies, die Akte Matthias S. zu schließen. Der Verdächtige ist tot, die Spuren sexuellen Missbrauchs an dem „Übernachtungsgast“ spielen keine Rolle mehr. Die Ermittlungen wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs „unter Ausnutzung eines Beratungs-, Behandlungs- oder Betreuungsverhältnisses nach §174 StGB und des Besitzes oder Verschaffung von Kinderpornografie nach §184 StGB“ werden eingestellt.

Eltern werden nicht informiert

Was aber passiert mit den 30 Patientenakten, in denen die Klinikleitung Verdachtsmomente des Missbrauchs gefunden hatte? Die Klinikleitung besteht darauf, die Patientenunterlagen zurückzuerhalten. In mehreren Telefongesprächen fordern Klinikdirektor von Gontard und seine Justitiarin die Staatsanwältin auf, keine Informationen an die betroffenen Eltern weiterzugeben. Der sexuelle Missbrauch sei möglicherweise „nicht so erheblich.“ Zudem würden die Eltern durch die Benachrichtigung unnötig schockiert. Die Staatsanwältin verfügt endgültig, „dass nicht mehr beabsichtigt ist, die betroffenen Patienten bzw. deren Eltern zu informieren“ und gibt die Patientenakten an die Klinik zurück. Damit ist der Fall für die Staatsanwältin und das Universitätsklinikum Homburg abgeschlossen.

Und er wäre es wohl immer noch, wenn nicht im April dieses Jahres die Mutter des elfjährigen Jonas (Name geändert) auf einer Polizeiwache in Saarbrücken in einem völlig anderen Zusammenhang die persönlichen Daten ihres Sohnes angegeben hätte. Was der Polizist auf seinem Bildschirm liest, veranlasst ihn zu einer Aussage, auf die die Mutter zunächst mit einem ungläubigen: „Nein, das muss eine Verwechslung sein!“ reagiert. Der Beamte ist sich sicher. Jonas würde in der Polizeidatei als Opfer eines sexuellen Missbrauchs geführt. Es ginge um Kindesmissbrauch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikum des Saarlandes, dort, wo ihr Sohn auch in Behandlung gewesen ist. Am folgenden Tag bittet die Mutter die Rechtsanwältin Claudia Willger um Hilfe.

Drei Jahre nach seinem Tod ist Matthias S. wieder zum Thema geworden. Und damit tauchen auch die Fragen auf, denen jetzt nachgegangen wird: Wer hat nicht konsequent hingeschaut? Sollte am Ende sogar jemand gedeckt werden?

Am 27. Juni 2019 berichten die Autoren dieses Textes für das WDR-Magazin „Monitor“ erstmals über den Fall. Auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz erklärt die Landesregierung, sie habe 34 Eltern darüber informiert, dass ihr Kind Patient eines mutmaßlich pädophilen Arztes war. Auch die übrigen 300 Patienten würden angeschrieben. Die für die Aufsicht des Klinikums zuständige Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer will erst im April 2019 von dem Fall erfahren haben. Die damalige Justizstaatssekretärin Anke Morsch gibt an, schon Anfang 2015 unterrichtet worden zu sein und sieben Berichte zu den Ermittlungen von der Staatsanwaltschaft erhalten zu haben. Gegen den Klinikleiter von Gontard ist ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Bei der Polizei Saarbrücken hat die Rechtsanwältin Claudia Willger Strafanzeigen gegen die Klinikleitung und beteiligte Ärzte gestellt. Der Sozialausschuss des Landtags wird sich am Dienstag (16. Juli 2019) mit dem Thema befassen.

Missbrauchsverdacht im hessischen Bruchköbel 

Auch im hessischen Bruchköbel gibt es einen schlimmen Verdacht: Möglicherweise gab es einen sexuellen Missbrauch in einer Kita. Die Staatsanwaltschaft Hanau ermittelt in Bruchköbel nach einer Anzeige von Eltern. 

In Frankfurt hat ein Großvater zwei Enkeltöchter sexuell missbraucht. In mindestens vier Fällen verging sich der Mann an den Kindern. Er wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.  

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