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Ende Juni 2019 wurde erstmals über mögliche Missbrauchsfälle am Universitätsklinikum des Saarlandes berichtet.

Kartell des Schweigens

Klinik-Skandal in Homburg: Arzt soll Hunderte Kinder missbraucht haben

Klinik-Skandal im Saarland: Arzt soll an einer Uniklinik Hunderte Kinder missbraucht haben - und dabei gedeckt worden sein.    

Homburg - Wer ist dafür verantwortlich, dass der Assistenzarzt S. in der kinderpsychiatrischen Abteilung des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) trotz frühen Verdachts jahrelang möglicherweise Hunderte seiner jungen Patienten sexuell missbrauchen konnte? 

Und warum sind die Eltern der betroffenen Kinder zu keiner Zeit informiert worden, weder von der Klinikleitung noch von den Ermittlungsbehörden oder der Landesregierung? Das sind nur zwei der Fragen, mit denen sich der Untersuchungsausschuss des Landtages, der morgen zur ersten Arbeitssitzung zusammenkommt, auseinandersetzen muss.

Saarland: Missbrauchsskandal am Universitätsklinikum - Warum wurden Eltern nicht informiert? 

Fragt man die Ausschussmitglieder nach dem, was auf sie zukommt, dann geht es ihnen um den „Umgang mit den Vorgängen an dem Universitätsklinikum seitens der verantwortlichen Stellen in Klinikleitung, Staatsanwaltschaft und Landesregierung“. Außerdem werde man „hartnäckig bleiben und darauf bestehen, dass die offenen Fragen geklärt werden. Das sind wir den betroffenen Kindern und ihren Familien schuldig.“ 

Das verspricht der CDU-Landtagsfraktions-Vize Hermann Scharf, hält sich allerdings in seiner Hartnäckigkeit zurück, wenn der Name Annegret Kramp-Karrenbauer fällt. Als saarländische Ministerpräsidentin und Wissenschaftsministerin oblag ihr zwischen 2011 und 2018 die Rechtsaufsicht über die Universitätsklinik; sie hätte schon deshalb von den Missbrauchsvorwürfen gegen den Assistenzarzt, seiner fristlosen Kündigung und der Strafanzeige gegen ihn wissen müssen – so sollte man annehmen.

Missbrauchsskandal im Saarland: Mutmaßlich Hunderte junge Patienten missbraucht

Spätestens im Jahr 2015 ist das saarländische Justizministerium über die Vorfälle in der Jugendpsychiatrie informiert.* Zu diesem Zeitpunkt sind die polizeilichen Ermittlungen gegen den Assistenzarzt S. längst im Gange. Die Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer zu informieren, hält die Staatssekretärin im Justizministerium Anke Morsch allerdings für nicht angebracht – warum nicht?

Eine ganz spezielle Antwort liefert Annette Groh, die Abteilungsleiterin in der Staatskanzlei. Sie behauptet: Nur wenn es sich statt eines angestellten Assistenzarztes um einen verbeamteten Mediziner gehandelt hätte, wäre es verpflichtend gewesen, die Ministerpräsidentin zu informieren. Hieße im Umkehrschluss: Ein Tatverdächtiger ist so lange nicht von Interesse, wie er nicht zum Beamtentum gehört.

Uniklinik des Saarlands in Homburg: Missbrauchsverdacht verheimlicht

Dass die Spitze der Landesregierung nicht gewusst haben will, dass mutmaßlich Hunderte junger Patienten der Kinderpsychiatrie des UKS über Jahre übergriffig behandelt und in vielen Fällen sexuell missbraucht wurden, stellt sich inzwischen als eigene Affäre in der Gemengelage um die Verfehlungen in der Kinderpsychiatrie dar. Zur Erinnerung: Der Ausgangspunkt des Skandals an der Homburger Universitätsklinik liegt in der Verabredung, die seinerzeit Klinikleitung und Staatsanwaltschaft getroffen hatten – die betroffenen Eltern über den mutmaßlichen Missbrauch an ihren Kindern nicht zu informieren.

Missbrauchsskandal im Saarland: Warum konnte es bei dieser Verabredung bleiben?

Die ermittelnde Staatsanwaltschaft führt bis heute eine ganz eigene Begründung dafür an, dass den Eltern der jungen Patienten der Missbrauchsverdacht verheimlicht wurde: Es hätte „bis zum Tod des Beschuldigten keine konkrete Tat zum Nachteil eines Kindes individualisiert werden“ können. Als der beschuldigte Assistenzarzt S. tot in seiner Wohnung gefunden wird, befindet sich bei ihm ein elfjähriger Junge, in den Ermittlungsakten „Übernachtungsgast“ genannt. An dessen Unterhose werden verdächtige Spuren gefunden – für die Staatsanwaltschaft kein Hinweis auf eine konkrete Tat?

In einem Schreiben vom 22. Juli 2016 an die ermittelnde Staatsanwältin nennt der Chef der Kinderpsychiatrie die Namen von acht Kindern, „bei denen die Untersuchungen des Assistenzarztes besonders häufig oder mit zu vermutenden sexuellen Motiven begleitet“ gewesen seien. Zu wenig für eine Individualisierung der Tat?

In den Vernehmungsprotokollen der Polizei findet sich die Aussage eines inzwischen erwachsenen Mannes, der sich wiedererkennt auf einem der kinderpornografischen Fotos, das die Hand des beschuldigten Arztes an seinem Genital zeigt. Aber für die Staatsanwaltschaft bis heute keine „konkrete Tat zum Nachteil eines Kindes“.

Es bleibt bei einer Absichtserklärung

Diese Auffassung hat die Staatsanwaltschaft übrigens nicht immer vertreten. Wie sonst ist zu erklären, dass der leitende Oberstaatsanwalt Michael Görlinger im Juni 2016 dem Justizministerium ankündigt, „die Patienten bzw. deren Eltern darüber zu informieren, dass das Verfahren geführt und die Patientenakten ausgewertet wurden. Es ist in diesem Zusammenhang auch beabsichtigt, die Betroffenen allgemein über den Verfahrensstand zu informieren.“

Warum aber bleibt es nur bei der Absichtserklärung? Drei Monate später wird klar, dass der Oberstaatsanwalt sie nicht wirklich ernst gemeint hat. Denn er schreibt am 25. Oktober 2016 an das Justizministerium: „Die ursprüngliche Befürchtung, die Patienten bzw. deren Eltern könnten nach dem Tod des Beschuldigten von den Tatvorwürfen erfahren und hierdurch erheblich verunsichert werden, hat sich nicht bestätigt. Die befürchtete ‚Hysteriewelle‘ ist ausgeblieben. Eine Information nur an ausgewählte Patienten könnte zur Folge haben, dass wiederum andere Patienten über Dritte von den Vorwürfen erfahren. Es ist daher nicht mehr beabsichtigt, die betreffenden Eltern über das Ermittlungsverfahren zu unterrichten.“

Missbrauchsfälle an Uniklinik im Saarland: Oberstaatsanwalt befürchtet „Hysteriewelle“

Görlinger hatte ganz offensichtlich ein Vabanquespiel betrieben und darauf gesetzt, dass die Eltern trotz Ermittlungen gegen den Assistenzarzt nicht erfahren würden, dass auch ihr Kind sexuell missbraucht worden sein könnte. Der leitende Oberstaatsanwalt befürchtet neurotische Störungen der Eltern, wenn sie von den Vorfällen an der Klinik erfahren würden. Was sonst meint er mit „Hysteriewelle“?

Und wie reagiert die Landesregierung auf das Strategiepapier der Staatsanwaltschaft? Die Ministerialrätin im Justizministerium, Michèle Bucher-Rixecker, bemerkt durchaus Widersprüchliches und Unplausibles im Schreiben des Oberstaatsanwalts: „Das Ausbleiben einer ‚Hysteriewelle‘ würde das Unterlassen einer Information der Erziehungsberechtigten keineswegs rechtfertigen“, kommentiert sie. Aber diese Erkenntnis hält sie nicht davon ab, „die Frau Staatssekretärin Anke Morsch um Billigung“ ihres Vorschlags zu bitten: „Keine Information der möglichen Opfer von etwaigen Straftaten des beschuldigten Assistenzarztes.“

Missbrauchsskandal: Abgewogene Verheimlichungsstrategie

Brief- und E-Mailverkehr zwischen Universitätsklinikum, Staatsanwaltschaft und Landesregierung erwecken den Eindruck einer geradezu genauestens abgewogenen Verheimlichungsstrategie. Der saarländische Justizminister Peter Strobel (CDU) behauptet gar, dass die Staatsanwaltschaft laut Strafprozessordnung keine Befugnis gehabt habe, die Eltern über die Verdachtsfälle zu unterrichten. Und wie Oberstaatsanwalt Görlinger zuvor auch, erklärt der Justizminister, es habe sich bis zum Tod des Assistenzarztes keine Straftat konkretisieren lassen.

Für Hartmut Wächtler, Richter am bayerischen Verfassungsgerichtshof, eine irritierende Auffassung des saarländischen Justizministers: „Das Verhalten der Staatsanwaltschaft ist eine Verletzung des Gesetzes, denn sie hätte die Eltern der jungen Patienten zwingend informieren müssen.“ Es sei „absolut nicht nachvollziehbar“, warum die Betroffenen nicht informiert worden seien, sagt auch die SPD-Abgeordnete Martina Holzner. Ihnen sei dadurch „Hilfe verwehrt“ worden.

Der Skandal weitet sich aus: Kinder im Judoclub in Homburg rekrutiert

Der Missbrauchsskandal im Saarland beschränkt sich längst nicht mehr auf die Kinderpsychiatrie des UKS. Er weitet sich immer mehr aus und betrifft weitere Bereiche des Klinikums – und darüber hinaus. Auch nach Aufdeckung des Missbrauchs in der UKS wissen viele Eltern bis heute nichts von den Übergriffen durch den Assistenzarzt. Es sind die Eltern, die ihre Kinder über Jahre dem Judotrainer S. anvertraut haben.

Denn der beschuldigte Assistenzarzt S. schreibt seit 2012 an seiner Doktorarbeit und benötigt dafür eine Vergleichsgruppe zu seinen Patienten in der Klinik. Die gesunden Kinder rekrutiert er als Freizeittrainer eines Judoclubs in Homburg. 

Als eine Mutter erfährt, dass sich S. heimlich mit ihrem Sohn verabredet, verbietet sie ihm „jegliche Kontaktaufnahme“ mit dem Kind. Und sie informiert die Jugendreferentin des Saarländischen Judoverbandes. Dennoch schickt der Judoclub den Assistenzarzt als Begleiter seiner Nachwuchsjudokas zu einem Wettbewerb nach Israel. Die Mutter protestiert und fordert den Landesverband auf, „dafür Sorge zu tragen“, dass er nicht alleine mit ihrem Sohn sein darf. In Israel beobachtet ihr Sohn, wie der Trainer einen Jungen, der seinen Geldbeutel verloren hat, auf seinen Schoß nimmt, ihn umarmt und auffordert, in seinem Zimmer zu übernachten. Noch in der Nacht ruft er seine Mutter an, die dem Judoverband darüber berichtet.

Missbrauchsskandal im Saarland: Ein weiterer Fall wurde verschwiegen

Dennoch behauptet der Vorstand des Judoclubs, erst vier Jahre später von den Missbrauchsvorwürfen gegen den Trainer erfahren zu haben. Wie viele Kinder es gewesen sind, die von dem Doktoranden sexuell missbraucht wurden, wird wohl eine weitere Aufgabe des Ausschusses sein.

Wenn am 13. November die Mitglieder des Untersuchungsausschusses zusammenkommen, werden sie wohl aus dieser Zeitung erfahren haben, dass ein weiterer mutmaßlicher Fall sexuellen Kindesmissbrauchs im UKS bis heute verschwiegen worden ist: Am 27. Juli 2012 ruft ein Arzt aus dem Operationssaal der Hals-, Nasen-, Ohrenklinik die Kinderschutzgruppe des Uniklinikums an. Er habe bei der Verabreichung eines Schmerzzäpfchens nach erfolgter Operation am Nasenrachenraum „eine blutende Wunde im Genitalbereich sowie ein klaffender Anus“ festgestellt. Das sechsjährige Mädchen könnte „fraglich vergewaltigt worden sein“. Die eigens für solche Fälle eingerichtete Kinderschutzgruppe besteht aus drei Ärzten, unter ihnen auch ein Rechtsmediziner. Sie beurteilen die Verletzung „als verdächtig auf eine äußere Gewalt“. Und weil die Unterhose bei Einweisung der jungen Patientin „keine Blutantragungen zeigt“, kann die Verletzung nur erfolgt sein, nachdem die Mutter ihr Kind vor dem Operationsraum in die Obhut des Personals gegeben hatte.

Und wie im Falle des mutmaßlichen Missbrauchs an den jungen Patienten in der Kinderpsychiatrie, entscheidet auch die HNO des Universitätsklinikums wieder, die Mutter erst einmal nicht zu informieren, „um Schaden von der Institution abzuwenden“. Im August 2012 versucht der Chef der HNO, dem Vorgang ein Ende zu bereiten, indem er seine Sicht der Dinge vorträgt: „Es bestehen,“ so der Direktor, „nach intensiven Gesprächen von meiner Seite keine Hinweise auf eine Missbrauchssituation in der Zeitspanne des Aufenthaltes der jungen Patientin in der Klinik für HNO-Heilkunde am Universitätsklinikum des Saarlandes.“

Missbrauchsskandal im Saarland: Die Klinik rät dazu, keine Anzeige zu erstatten

Zwei Jahre später, im Herbst 2014, hat der HNO-Direktor während der Morgenbesprechung seinen ärztlichen Mitarbeitern Dramatisches zu berichten: In seiner Abteilung sei ein sexueller Kindesmissbrauch geschehen. Er habe alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um so etwas in Zukunft zu verhindern. Wichtig sei, dass nichts nach außen dringen dürfe. Ansonsten würden „die Fallzahlen sinken“. Im Klartext: Patienten würden ausbleiben.

Die entsetzten Kollegen glauben, dass es sich um einen Fall handelt, der gerade eben geschehen ist. Dass er schon zwei Jahre zurückliegt, wird ihnen verschwiegen. Warum aber informiert der Direktor überhaupt seine Mitarbeiter über den mutmaßlichen Missbrauch während einer HNO-Operation? Hatte es zu tun mit den Vorkommnissen in der benachbarten Kinderpsychiatrie, von denen der HNO-Chef durchaus Kenntnisse gehabt haben konnte? Und hat er den unerhörten Vorfall in seinem Bereich durch eine Mitteilung an seinen ärztlichen Mitarbeiterstab mit einem Fadenstrich ad acta legen wollen? Vor allem aber: Warum hat es bis heute keine Strafanzeige gegeben?

Als die Eltern von der Verletzung ihres Kindes erfahren, wollen sie Strafanzeige erstatten. Die Klinik rät ihnen davon ab. Eine gerichtliche Auseinandersetzung würde für ihr Kind außergewöhnlich belastend sein. Die Mutter fügt sich, bewahrt aber über sechs Jahre die Patientenunterlagen auf.

Frauen wehren sich gegen sexuelle Übergriffe des damaligen Direktors der HNO-Klinik

Über den Vorfall in der HNO wissen die Mitglieder des parlamentarischen Untersuchungsausschusses im Landtag von Saarbrücken bis heute nichts. Auch nichts darüber, dass sich über Jahre zahlreiche Frauen gegen den damaligen Direktor der HNO–Klinik und gleichzeitigen Direktor des Gesamtklinikums Homburg wehren, weil es immer wieder zu sexuellen Übergriffen durch den Arzt gekommen sein soll. 

Mehrere Ärztinnen bezeugen gegenüber den Autoren, dass er ihnen im Operationssaal von hinten an die Brüste oder auch in den Schritt gefasst habe; dass er ihnen gedroht habe, ihre Karrieren „nur durch einen Anruf zerstören zu können“.

Saarland: Aufsichtsräte können angeblich nicht zur Aufklärung beitragen

Wegen „der seit Jahren anhaltenden und stetig in ihrer Intensität anwachsenden“ Vorfälle legt die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ein Aktenzeichen an. Im Dezember 2017 verschickt die Bundesbehörde einen dreiseitigen Bericht über den „eklatanten Fall von sexuellen Belästigungen am Arbeitsplatz“ an das Präsidium der Universität des Saarlandes, an den Fakultätsrat des Universitätsklinikums und an die Ärztekammer des Saarlandes. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats des Klinikums soll eine Stellungnahme abgeben. Doch statt dass eine „zeitnahe Rückmeldung“ zu den Vorwürfen erfolgt, verlaufen die Beschwerden im Sande. Bis heute warten die betroffenen Frauen darauf, dass ihre Beschwerden ernst genommen werden.

An ihn war das Schreiben der Antidiskriminierungsstelle gerichtet: Jürgen Lennartz, Vorsitzender des Aufsichtsrates beim Universitätsklinikum des Saarlandes. Lennartz ist zugleich Chef der Staatskanzlei. Und auch Staatssekretär Stephan Kolling wird über die Vorwürfe gegen den Chef der HNO informiert gewesen sein. Als Vertreter des saarländischen Ministeriums für Soziales hat Kolling seit seiner Bestellung Mitte November 2014 an allen Sitzungen des Aufsichtsrates teilgenommen. Aufsichtsräte sind zuständig für Angelegenheiten des Universitätsklinikums, die über die laufende Geschäftsführung hinausgehen. „Information über die Vorgänge am Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) und in dem dortigen Institut“ aber habe er „nie erhalten. Zu keinem Zeitpunkt“, beteuert er im Juni dieses Jahres in einer Sitzung vor Landtagsabgeordneten aller Parteien.

Dass Lennartz und Kolling über Jahre nichts von dem erfahren haben wollen, was in der Klinik passiert ist, verwundert. Ein Abgeordneter fragt den Aufsichtsratsvorsitzenden Lennartz, ob es nicht für ihn erstaunlich ist, dass er selbst dann nicht informiert worden ist, „als die Staatsanwaltschaft 34 Patientenakten beschlagnahmt“ hatte. „Ich hätte erwartet, dass ich darüber informiert werde, bin es aber nicht“, antwortet der Staatssekretär.

Bis heute bestehen die Aufsichtsräte Lennartz und Kolling darauf, nichts zur Aufklärung der Vorgänge in der Kinderpsychiatrie beitragen zu können. Zu dem Vergewaltigungsverdacht im Operationssaal der HNO-Klinikums hat sie noch keiner befragt. Und wohl auch nicht zu den Beschwerden des weiblichen Personals über ihren Chef. Zur Erinnerung: „Wir werden hartnäckig bleiben und darauf bestehen, dass die offenen Fragen geklärt werden,“ hatte CDU-Landtagsfraktions-Vize Hermann Scharf im Sommer versprochen, als sie die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses beschlossen hatten.

Indessen scheint das Management des Universitätsklinikums des Saarlandes immer noch nicht für nötig zu halten, was anderswo längst Standard ist: Eine Kontaktstelle einzurichten, bei der vertraulich und anonym Beschwerden über Missstände eingelegt werden können. Zwar gibt es auf der Internetseite des UKS eine Schaltfläche mit dem Hinweis auf das Beschwerderecht nach § 13 des Gleichbehandlungsgesetzes. Klickt man die aber an, erscheint nur ein einziger Satz: „Die von Ihnen angeforderte Seite existiert nicht!“

Von Klaus Martens und Peter F. Müller

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