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Waldbrandgefahr steigt weiter

Klimawandel: Nächste Hitzewelle rollt auf USA und Kanada zu

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Nordamerika erwartet die nächste Hitzewelle. Die hohen Temperaturen werden die katastrophalen Waldbrände weiter verschlimmern.

Rocky Mountains – Der Sommer 2021 ist brutal. Während Deutschland von einem katastrophalen Unwetter heimgesucht wird, das schon jetzt viele Menschenleben gefordert und zahlreiche Existenzen vernichtet hat, kämpfen andere Nationen mit historischen Hitzewellen. So kletterten Anfang Juli in ganz Skandinavien die Temperaturen in nie geahnte Höhen, Finnland schwitzte, Norwegen litt unter tropischen Nächten.

Noch schlimmer erwischte es Nordamerika, wo Anfang Juli in der kanadischen Stadt Lytton ein für die Gegend geradezu unfassbarer Rekordwert von 49,6 Grad Celsius erreicht wurde, bevor der Ort den Flammen zum Opfer fiel. Bezeichnend ist auch, dass die Wetter- und Ozeanografie­behörde der USA in den vergangenen 30 Tagen alleine 585 Allzeitrekorde vermeldet hat. Diese Extreme wären ohne den vom Menschen verursachten Klimawandel laut einer wissenschaftlichen Untersuchung „praktisch unmöglich“ gewesen.

Klimawandel sorgt für Hitzewellen

„Die Öffentlichkeit soll erfahren, dass der Klimawandel bereits jetzt für extreme Wetterbedingungen sorgt, vor allem für Hitzewellen“, zitierte die Washington Post einen leitenden Wissenschaftler am Lawrence Berkeley National Laboratory, der an der Analyse beteiligt war. „Die globale Erwärmung“, so Michael Wehner, „ist nicht das Problem unserer Enkel; sie ist unser Problem, hier und jetzt.“

Die Einsatzkräfte bekämpft das Dixie-Feuer aus der Luft.

Nächste Hitzewelle rollt auf USA und Kanada zu

Und es geht immer so weiter. Der Meteorologe Matthew Cappucci kündigte in der Washington Post die nächste Hitzewelle an, die voraussichtlich am Samstag (17.07.2021) beginnen und am Montag (19.07.2021) einen Höhepunkt erreichen werde. Demnach wird sich eine neue Hitzekuppel über den Rocky Mountains in den USA bilden und im Westen des Landes sowie in großen Teilen Kanadas für Temperaturen sorgen, die in der historisch ohnehin schon heißesten Zeit des Jahres noch mal bis zu 16,7 Grad Celsius über dem Durchschnitt liegen könnten.

Die Hitze bringt auch ein zusätzliches Problem mit sich. Zusammen mit der anhaltenden Dürre begünstigen die extremen Temperaturen auch die Gefahr weiterer Waldbrände. Ohnehin ist der Westen der USA in den vergangenen Jahrzehnten infolge der Klimakrise ständig wärmer und trockener geworden, was im Grunde wie ein Brandbeschleuniger wirkt und die Kontrolle über die Feuer immer weiter erschwert. Derzeit leiden mehr als 60 Prozent des Westens der USA unter außergewöhnlicher oder extremer Dürre.

Hitzewellen erhöhen Gefahr von Waldbränden weiter

Schon jetzt kämpfen zwölf Staaten gegen 71 Waldbrände, die Gesamtfläche der Flammen beträgt derzeit etwa 4021 Quadratkilometer. So kämpft Kalifornien mit mehreren großen Bränden wie zum Beispiel dem „Dixie“-Feuer, das am Mittwoch (14.07.2021) ausbrach und mehr als 2250 Hektar umfasst.

Der mit Abstand größte Brand ist aber nach wie vor das sogenannte Bootleg-Feuer in Oregon, das seit mehreren Tagen ununterbrochen lodert und ein Gebiet größer als New York City verwüstet hat. Satellitenbilder, die der nationale Wetterdienst der USA nun auf Twitter veröffentlichte, zeigen zudem, dass sich dort jetzt auch Feuerwolken gebildet haben. Die Pyrocumulonimbi bringen zusätzliche Gefahren und machen eine Bekämpfung am Boden sowie in der Luft so gut wie unmöglich.

Hitzewellen sorgen für Waldbrände

Der nationale Wetterdienst der USA sprach von einem „erschreckenden“ Wolkenmuster und forderte die Öffentlichkeit auf, „den Feuerwehrleuten alles Gute zu wünschen. Es ist eine schwere Zeit für sie.“ Dies zumal auch deshalb, weil die Waldbrandsaison im Grunde gerade erst angefangen hat. Es steht zu erwarten, dass sich die Situation in den kommenden Wochen und Monaten noch deutlich verschlimmern wird - vor allem dann, wenn noch mehr Hitzewellen auf die USA und Kanada zurollen sollten. (Christian Stör)


Rubriklistenbild: © Paul Kitagaki Jr./Imago

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