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Ungewöhnliches Wetterphänomen: Regen in Grönland bringt Eis in Gefahr

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Von: Nadja Austel

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Eisberge in Grönland, bei Ilulissat. Der Klimawandel bewirkt einen Rückgang der Eiskappen. (2021)
Eisberge in Grönland: Der Klimawandel bewirkt einen Rückgang der Eiskappen. (2021) © Ulrik Pedersen\Imago

Auf Grönland bewirkt der Klimawandel Bedenkliches. Nun gibt es sogar Regen, wo normalerweise Schnee fällt.

Grönland - Auf der vormals eiskalten Insel im Nordatlantik sind die Eiskappen der Erde durch den Klimawandel weiter bedroht. Auf dem höchsten Punkt der grönländischen Eiskappe befindet sich die Gipfelstation des National Snow and Ice Data Centers (NSIDC). Hier werden, wie der Name schon sagt, das Eis und der Schneefall des arktischen Gebietes von Wissenschaftlern beobachtet.

Nun sehen sich die Forscher auf Grönland infolge des Klimawandels mit hier bislang unbekanntem konfrontiert: Regen. Auf einer Höhe von drei Kilometern über dem Meeresspiegel war an diesem Punkt des Inlandeises seit Beginn der Aufzeichnungen bisher stets Schnee gefallen, kein flüssiger Niederschlag.

 Klimawandel auf Grönland: Wetter wie nie zuvor

„Wir müssen nun Wetterereignisse berücksichtigen, die wir noch nie zuvor in der Geschichte unserer Tätigkeit vor Ort hatten“, erklärte Jennifer Mercer vom NSDIC. „Zunehmende Wetterereignisse wie das Schmelzen, starke Winde und jetzt Regen sind in den vergangenen zehn Jahren außerhalb des als normal geltenden Bereichs aufgetreten.“ Und diese schienen immer häufiger vorzukommen.

Grönland: Sieben Milliarden Tonnen Regenwasser

Am vergangenen Wochenende stiegen die Temperaturen vor Ort schon zum dritten Mal in nicht einmal einem Jahrzehnt über den Gefrierpunkt. Die Folge: Durch die warme Luft entstanden etwa sieben Milliarden Tonnen Wasser, die als Regen auf das Eisschild niedergingen - laut NSIDC der heftigste Niederschlag seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950. Die verlorene Eismasse war am Sonntag (15.8.) etwa siebenmal größer als im Tagesdurchschnitt in dieser Jahreszeit.

Klimawandel in Grönland: Warme Luft aus dem Süden

Ein starkes Tiefdruckgebiet und ein Hochdruckgebiet südöstlich von Grönland bewirkten den ungewöhnlich warmen und feuchten Luftstrom, so NSIDC. Ein Großteil des Regens ging folglich von der Südostküste her auf das Land nieder.

Die Hitzewelle auf Grönland im Juli habe ähnliche Ursachen gehabt. Auch hier habe die Luftzirkulation durch ein Hoch- und Tiefdruckgebiet extreme Niederschläge und Eisschmelzen zur Folge gehabt. Alleine diese Hitzewelle sorgte für einen dauerhaften globalen Anstieg des Meeresspiegels um 1,5 Millimeter.

Ted Scambos, Leiter des NSIDC sagte gegenüber CNN: „Was hier vor sich geht, sind nicht nur ein oder zwei warme Jahrzehnte in einem wandernden Klimamuster.“ (Nadja Austel)

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