In den idyllischen Stockholmer Schären soll ein fremdes U-Boot aufgetaucht sein.
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Strandurlaub in Schweden statt Spanien: Könnte das eine Folge des Klimawandels sein?

Südeuropa „ungemütlich heiß“

Klimawandel: Hitzewellen und Starkregen – Erderwärmung beeinflusst unseren Urlaub

  • Tanja Koch
    VonTanja Koch
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Das Wetter spielt für Urlaubsentscheidungen oft eine Rolle. Wird ein Strandurlaub auf Mallorca in 30 Jahren trotz Klimawandel noch möglich sein?

Potsdam – Die Insel Mallorca hat im Juli ihre bislang längste Hitzewelle erlebt, die Temperaturen lagen regelmäßig bei 40 Grad. Angesichts des Klimawandels dürften derartige Perioden häufiger werden. Einen solchen Trend kann Dr. Peter Hoffmann, Meteorologe und Klimaforscher am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, bestätigen, wie Zeit Online berichtet.

„In den vergangenen 60 Jahren haben sich die Tage über 30 Grad in Deutschland verdoppelt“, erklärt Hoffmann demnach. Hierzulande, aber auch in anderen Regionen wie Spanien würden Hitzewellen in Zukunft häufiger auftreten, länger anhalten und höhere Temperaturen mit sich bringen.

Klimakrise: Südeuropa wäre nach der Erderwärmung unattraktiv für den Tourismus

Für einen gemütlichen Badeurlaub mit ganztägigen Strandbesuchen dürfte das den meisten Tourist:innen zu heiß sein. „Ganz Südeuropa wäre bei einem Temperaturanstieg um vier oder fünf Grad einen Großteil des Jahres unattraktiv für den heute schon so wichtigen Tourismus, da es schlicht ungemütlich heiß wäre“, bestätigt auch Umwelt- und Klimaforscher Jonathan Gómez im Bericht „Klimawandel in Europa. Wahrnehmung und Auswirkungen 1950 – 2050“. Derzeit peilt die EU eine durchschnittliche Erderwärmung von zwei Grad bis 2050 an, um die drohenden vier bis fünf Grad zu mildern.

Doch auch in Deutschland und Nordeuropa verändert sich das Wetter. In einer Studie untersuchte das Umweltbundesamt, inwiefern sich die Klimakrise schon jetzt auf die Tourismusnachfrage in der deutschen Alpen- und Mittelgebirgsregion auswirkt. Derzeit zeige sich nur eine geringe Veränderung der touristischen Nachfrage, die sich mit der Erderwärmung erklären lasse. Das könne sich künftig aber ändern, schreiben die Forschenden. Allerdings sei ein Zusammenhang zwischen dem Wetter, insbesondere Extremwetterereignissen, und der Tourismusnachfrage erkennbar.

Und von diesen wird es künftig noch mehr geben. Neben Hitze wird auch Regen stellen- und zeitweise zunehmen. „Hitze und Regen, beides tritt in Zukunft in Extremen auf. Es gibt nicht mehr dieses Dazwischen“, zitiert Zeit Online Hoffmann. Dabei sei es in der Mittelmeerregion im Sommer eher trocken, im Winterhalbjahr eher feucht. Höhere Wassertemperaturen im Sommer stärken den Kontrast zum Herbst und Winter, indem sie intensivere Regenfälle wahrscheinlicher machen.

Erderwärmung: Wo und wann werden wir künftig unseren Jahresurlaub verbringen?

Dass sich der Sommerurlaub künftig in die kälteren Jahreszeiten verschiebt, erscheint somit unwahrscheinlich. Und auch ein Ausweichen auf nördlichere Urlaubsziele wie Skandinavien, die für einen klassischen Strandurlaub meist zu kalt sind, ist nicht absehbar.

„Man kann das nicht nur mit ‚Alles wird wärmer‘ erklären. Die Dynamik von Wettersystemen spielt da immer stärker eine Rolle“, sagt Hoffmann. Die steigenden Temperaturen hätten diverse Folgen. Verdünnt etwa Süßwasser der schmelzenden Polkappen das Salzwasser im Meer, könnte das Atlantikwasser vor Europa sogar abkühlen. Auch Tropenstürme auf der Iberischen Halbinsel seien denkbar. „Da sind noch viele Sachen offen, aber auch viele unkalkulierbar“, wird Hoffmann zitiert. Wie wir in ein paar Jahrzehnten den Sommerurlaub verbringen, bleibt also abzuwarten. Und maßgeblich wird es auch von den Maßnahmen gegen die Erderwärmung abhängen. (tk)

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