Kleiner Mann mit großem Traum

In Utah fährt ein Fünfjähriger im Auto der Eltern los, um sich in Kalifornien einen Lamborghini zu kaufen

Ein gewöhnlicher Einsatz war das jedenfalls nicht, so viel steht schon mal fest. Eine Polizeistreife im US-Bundesstaat Utah hat am Dienstag auf einer Autobahn einen fünfjährigen Fahrer gestoppt, der im Wagen seiner Eltern nach Kalifornien fahren wollte. Allerdings nicht in seinem favorisierten Modell.

Der Junge habe angegeben, sich zuvor mit seiner Mutter gestritten zu haben, weil sie ihm keinen Sportwagen der Marke Lamborghini habe kaufen wollen, teilte die Autobahnpolizei in Utah auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit. „Er entschloss sich dazu, das Auto zu nehmen und nach Kalifornien zu fahren, um sich dort selber einen zu kaufen. Möglicherweise fehlte ihm die Kaufsumme, da er nur drei Dollar in seiner Geldbörse hatte.“

Umgerechnet sind das rund 2,70 Euro – die günstigsten Lamborghinis kosten allerdings etwa 200 000 Dollar. Die Polizei teilte am Dienstag mit, man schätze, dass der Junge immerhin etwa drei bis fünf Kilometer weit gekommen sei. Polizist Rick Morgan sei eigentlich hinter einem zu schnell fahrenden Wagen hergewesen, als er ein anderes Auto gesehen habe, das erhebliche Mühe hatte, die Spur zu halten.

Er habe sich dann entschieden, den Raser oder die Raserin davonkommen zu lassen und lieber den anderen Fahrer zu stoppen. Auf einer Aufnahme der Dashcam des Polizeiwagens ist zu sehen, wie der Junge recht unsicher die Spuren wechselt und schließlich stoppt, nachdem die Polizeisirene ertönt.

In der Mitteilung der Polizei hieß es nun, Morgan sei zunächst davon ausgegangen, dass der Fahrer ein medizinisches Problem habe oder unter Alkoholeinfluss stehe. Der Polizist sei von hinten auf das gestoppte Fahrzeug zugegangen und habe sich gewundert, warum er den Kopf des Fahrers durch die Rückscheibe nicht sehen konnte.

Morgan habe schließlich feststellen müssen, dass ein junges Kind der Fahrer und einzige Insasse des Wagens war. Es habe sich um einen Fünfjährigen gehandelt. Die Aufnahme der Dashcam hat festgehalten, wie der Polizist sagt: „Wie alt bist Du? Du bist fünf Jahre alt? Wow.“ Und weiter: „Wo hast Du gelernt, ein Auto zu fahren?“

Morgan sagte dem lokalen Sender KSL, der Junge habe ganz vorn auf der Kante des Fahrersitzes gesessen, um die Fußpedale überhaupt erreichen zu können. Die Eltern des Kindes hätten angegeben, es habe noch nie ein Auto gefahren. Der Junge habe ihm gesagt, er sei unterwegs zu seiner Schwester im US-Bundesstaat Kalifornien gewesen.

Nach seiner Ankunft dort habe er sich einen Lamborghini kaufen wollen. Er sei unter Aufsicht eines älteren Geschwisterteils gewesen, als er sich auf den längeren Weg gemacht habe. „Er schnappte sich die Schlüssel und war weg“, hieß es. Die Polizei hielt außerdem fest, dass der Junge von dem Haus der Familie im Ort Ogden nach Süden auf die Interstate-15 einbog – tatsächlich war es „der richtige Weg nach Kalifornien“.

Der lokale Sender KUTV berichtete, nachdem die Geschichte bekannt wurde, seien zahlreiche Angebote eingegangen, dass der Junge mit einem Lamborghini wenigstens mitfahren könne. Die Familie habe sich auch bereits mit einem Lamborghini-Besitzer getroffen, damit der kleine Adrian endlich eine Fahrt in einem der exklusiven Sportwagen genießen könne.

Ein Polizeisprecher sagte KSL, für die Eltern könnte die Spritztour des Sohnes noch ein juristisches Nachspiel haben. Man sei sehr froh, dass niemand zu Schaden gekommen sei. Das heiße aber nicht, dass nicht Menschenleben gefährdet gewesen seien. Eltern sollten grundsätzlich sicherstellen, dass ihre Autoschlüssel für Kinder nicht leicht zugänglich seien. dpa

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