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Klage wegen Klimaschäden: Indonesier belangen Schweizer Zementkonzern

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Von: Moritz Serif

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Überflutungen werden wegen der Klimakrise immer häufiger. Dafür machen Indonesier einen Zementhersteller verantwortlich (Archivbild).
Überflutungen werden wegen der Klimakrise immer häufiger. Dafür machen Indonesier einen Zementhersteller verantwortlich (Archivbild). © Jefri Tarigan/dpa/picture alliance

Es ist das erste Mal, dass dass eine Firma, die einen Beitrag zur Klimakrise verursacht hat, verklagt wird. Die Klägerinnen und Kläger verlangen Entschädigung.

Pari - Von der Klimakrise betroffene Menschen verklagen einen der führenden Zementhersteller der Welt. Eine Frau und drei Männer, die auf der indonesischen Insel Pari leben, verlangen von dem Schweizer Konzern Holcim Entschädidungen für klimabedingte Schäden, berichtet das Schweizer Hilfswerk Heks.

Es ist das erste Mal, dass eine Firma in der Schweiz wegen ihres Beitrags zur Klimakrise belangt werde, erklärte das Hilfswerk. Die Klägerinnen und Kläger verlangen außerdem, dass der Zementhersteller seinen CO2-Ausstoß schnell und deutlich senke und notwendige Flutschutzmaßnahmen mitfinanziere.

Klimaschäden: Menschen auf Indonesien verklagen einen der führendne Zementhersteller

Das besondere: Holcim, der Schweizer Hersteller, ist nicht auf Pari ansässig. Allerdings zählt das Unternehmen zu den führenden Zementherstellern auf der ganzen Welt. Neben der Energie-, Stahl- und chemischen Industrie gehören Zementhersteller zu den größten Verursachern der klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen.

Das Unternehmen bezeichnet seinen Zement selbst als „einen der kohlenstoffeffizientesten Zemente der Welt“. Man wolle bis 2050 klimaneutral werden. Problem daran: Wer die Marke erst dann erreicht, verfehlt das 1,5-Grad-Ziel.

Überflutungen nehmen auf Pari wegen des Klimawandels zu

Zurück zur Klage der Menschen auf Indonesien. Auf Pari, das rund 30 Kilometer von der indonesischen Hauptstadt Jakarta entfernt ist, nehmen Überflutungen zu, weil der Meeresspiegel steigt. Häuser, Geschäfte und Straßen werden dadurch beschädigt, Touristen bleiben aus. „Werden die globalen CO2-Emissionen nicht rasch reduziert, dürfte die Insel in 30 Jahren zu weiten Teilen unter Wasser stehen“, teilt das Schweizer Hilfswerk Heks mit.

Nicht nur Indonesien hat mit der Klimakrise zu kämpfen. In Deutschland steht eine neue Hitzewelle kurz bevor. Mehrere Tage lang sind Temperaturen bis zu 40 Grad möglich. Auch die Nächte sollen heiß werden, was schädlich für die Gesundheit ist. In Zukunft werden solche Wetter-Extreme laut einhelliger wissenschaftlicher Meinung häufiger vorkommen, vor allem, wenn das 1,5-Grad-Ziel nicht erreicht wird.

Deutschland muss bis Ende 2026 klimaneutral sein

Die Bundesrepublik Deutschland müsste dafür bereits Ende 2026 klimaneutral sein, berichtet klimareporter. Doch die Regierung will sich noch Zeit lassen - bis 2045 soll Deutschland das Ziel erreichen. (mse/dpa)

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