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Deutschlandweiter Kita-Streik: Wo heute die Einrichtungen geschlossen bleiben

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Von: Sandra Kathe

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In vielen Bundesländern wollen Beschäftigte von Kitas und sozialen Diensten am 8. März in den Streik treten um ein Zeichen für bessere Arbeitsbedingungen zu setzen.
In vielen Bundesländern wollen Beschäftigte von Kitas und sozialen Diensten am 8. März in den Streik treten um ein Zeichen für bessere Arbeitsbedingungen zu setzen. (Archivfoto) © Jan Woitas/dpa

Weil die Arbeitgeber in der laufenden Tarifrunde bislang kein Entgegenkommen zeigen, ruft Verdi für den Weltfrauentag zum bundesweiten Kita-Warnstreik auf.

Berlin/Frankfurt – In einer neuen Tarifrunde verhandelt die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mit Arbeitgebern im Sozial- und Erziehungsdienst für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter. Weil die Arbeitgeber bei den Auftaktverhandlungen jedoch „die Chance vertan und kein Entgegenkommen bezüglich der Entlastungen für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst gezeigt“ hätten, ruft die Gewerkschaft für den Weltfrauentag am Dienstag (08.03.2022) zum bundesweiten Warnstreik auf.

Zu den Bundesländern, in denen Erzieherinnen und Erzieher bereits angekündigt haben, Kitas und soziale Einrichtungen an diesem Tag geschlossen zu halten, zählen neben Hessen und Niedersachsen etwa auch Hamburg, Bremen oder Sachsen-Anhalt. Bundesweit von den Tarifverhandlungen betroffen seien nach Angaben von Verdi 330.000 Beschäftigte. Da 83 Prozent von ihnen Frauen sind, hat die Gewerkschaft als Streiktag den Weltfrauentag vorgeschlagen.

Kita-Streiks am 8. März: Gewerkschaft fordert bessere Arbeitsbedingungen

Zu den Entlastungen, die die Gewerkschaft für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der betroffenen Einrichtungen gefordert hat, zählen eine Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, Maßnahmen gegen Fachkräftemangel und die finanzielle Anerkennung der Arbeit. Eine zentrale Forderung von Verdi ist Zeit für Vor- und Nachbereitung der pädagogischen Arbeit. Zuletzt hatte etwa auch die Gewerkschaft GEW Sparvorschläge für Kitas in Hessen kritisiert*.

Dass die Arbeitgeber die Forderungen ihrer Beschäftigten nicht ernst zu nehmen scheinen, habe bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für großen Unmut gesorgt, erklärt die Verdi-Vizevorsitzende Christine Behle vergangenen Dienstag (01.03.2022) in Berlin. Vor allem unter den Umständen, in denen Kita-Beschäftigte in den vergangenen beiden Jahren während der Corona-Pandemie* gearbeitet haben, sei ein ausbleibendes Entgegenkommen eine Enttäuschung. „Nach zwei Jahren besonderer Herausforderungen durch die Pandemie fühlen sie sich im Regen stehen gelassen.“

Streik in Kitas und sozialen Diensten am 8. März: Beschäftigte in Hessen und Niedersachsen streiken

Neben zahlreichen anderen Verdi-Landesverbänden haben auch Gewerkschafter in Hessen und Niedersachsen dazu aufgerufen, am 8. März die Arbeit in Kitas und sozialen Diensten niederzulegen. Für Hessen, wo nach Angaben von Verdi 40.000 Beschäftigte direkt in den Tarifstreit einbezogen sind, sei mit „reger Teilnahme“ zu rechnen, erklärte der Verdi-Landesverband in Frankfurt. Kundgebungen und Demonstrationen seien neben Frankfurt und Kassel auch in Offenbach, Gießen und Marburg geplant.

In Niedersachsen geht es bei den Verhandlungen um die Arbeitsbedingungen von 20.000 Beschäftigten in Kitas, etwa 8.000 Beschäftigten in der Kinder- und Jugendhilfe und rund 2100 Beschäftigten in der Behindertenhilfe. Das teilte der Verdi-Bezirk Niedersachsen-Bremen am Dienstag mit.

Tarifrunde für Beschäftigte von Kitas und sozialen Diensten: Forderungen „nicht finanzierbar“

Ende Februar hatten in Potsdam die Tarifverhandlungen der Gewerkschaften und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) für die Sozial- und Erziehungsdienste begonnen. Die Forderungen der Gewerkschaft lehnte VKA-Präsidentin Karin Welge, mit der Begründung ab, dass die Forderungen der Gewerkschaften „zu schweren Unwuchten im Tarifgefüge des kommunalen öffentlichen Diensts und zu überproportionalen und nicht finanzierbaren Personalkostensteigerungen führen“ würden. Auch die nächste Tarifrunde findet in Potsdam statt. Sie ist für den 21. und den 22. März geplant. (ska mit AFP/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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