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Im Homeoffice arbeiten und nebenbei Kinder betreuen – dass das nicht geht, hat mittlerweile auch die Politik begriffen und das Kinderkrankengeld entsprechend erweitert.
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Im Homeoffice arbeiten und nebenbei Kinder betreuen – dass das nicht geht, hat mittlerweile auch die Politik begriffen und das Kinderkrankengeld entsprechend erweitert.

Fragen und Antworten

Corona-Hilfe für Eltern: Was Sie über Kinderkrankentage und Kinderkrankengeld wissen müssen

  • Tanja Banner
    vonTanja Banner
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Einen Corona-Sonderurlaub für Eltern gibt es nicht, dafür wurde die Zahl der Kinderkrankentage verdoppelt. Doch nicht jeder erhält das Kinderkrankengeld. Was Sie wissen müssen.

  • Eltern jüngerer Kinder haben im Corona-Lockdown häufig ein Betreuungsproblem, da Schulen und Kitas geschlossen sind.
  • Statt Corona-Sonderurlaub für Eltern wurde nun die Zahl der Kinderkrankentage verdoppelt.
  • Wer das Kinderkrankengeld erhält, welche Stelle es auszahlt und wie viele Tage Eltern nun zustehen.

Frankfurt - Im Corona-Lockdown sind viele Schulen und Kitas entweder geschlossen oder nur eingeschränkt zugänglich. In manchen Bundesländern werden Eltern beispielsweise gebeten, ihre Kinder möglichst nicht in die Kita zu bringen, während in anderen Bundesländern nur eine Notbetreuung für bestimmte Personengruppen angeboten wird. Doch eins haben Eltern jüngerer Kinder während des Lockdowns in ganz Deutschland gemeinsam: Sie fragen sich, wie sie Kind und Arbeit unter einen Hut bekommen sollen.

Von der Politik versprochen wurde einiges – auch ein Corona-Sonderurlaub für Eltern war im Gespräch. Letztendlich ist das Ergebnis, auf das die Politik sich einigen konnte, eine Verdopplung der Kinderkrankentage. Das an die Corona-Situation angepasste Kinderkrankengeld wurde am 14. Januar 2021 vom Bundestag und bereits vier Tage später vom Bundesrat abgenickt und gilt rückwirkend ab dem 5. Januar 2021. Was Sie über die Corona-Kinderkrankentage wissen müssen:

Bisher hatte jeder Elternteil pro Kind unter 12 Jahren zehn Kinderkrankentage pro Jahr zur Verfügung, Alleinerziehende bekamen 20 Kinderkrankentage im Jahr. Zum 5. Januar 2021 wurden diese Tage verdoppelt: Wegen Corona bekommt jedes Elternteil für ein Kind unter 12 Jahren 20 Kinderkrankentage im Jahr 2021, Alleinerziehenden stehen 40 Kinderkrankentage zu. Bei mehreren Kindern hat jeder Elternteil insgesamt Anspruch auf maximal 45 Arbeitstage, Alleinerziehende auf maximal 90 Arbeitstage.

Wer hat Anspruch auf das Kinderkrankengeld?

Um Anspruch auf die Corona-Kinderkrankentage zu haben, müssen mehrere Bedingungen bei Eltern und Kind erfüllt sein:

  • Der Elternteil und das Kind müssen gesetzlich krankenversichert sein. Ist ein Elternteil nicht gesetzlich versichert, hat es keinen Anspruch auf die Kinderkrankentage.
  • Das Kind darf nicht älter als zwölf Jahre sein oder muss aufgrund einer Behinderung auf Hilfe angewiesen sein
  • Keine andere im Haushalt lebende Person kann das Kind beaufsichtigen.

Das Kinderkrankengeld beträgt in der Regel 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts und wird von der Krankenkasse bezahlt.

Das Kinderkrankengeld können gesetzlich Versicherte direkt bei ihrer Krankenkasse beantragen. Ist das Kind krank, benötigt man dazu eine Krankmeldung vom Arzt. Wie genau die Beantragung der Corona-Kinderkrankentage abläuft, bei denen das Kind nicht krankgeschrieben ist, wird derzeit zwischen Bundesregierung und Krankenkassen geklärt. Einige Krankenkassen stellen auf ihren Websites bereits Formulare zur Verfügung.

Das Corona-Kinderkrankengeld ist nicht von der Zustimmung des Arbeitgebers abhängig. Allerdings muss man ihm „unverzüglich“ mitteilen, dass man der Arbeit pandemiebedingt fernbleibt. „Was unverzüglich bedeutet, ist dabei immer abhängig vom Einzelfall - etwa davon, wie schnell oder seit wann ein Arbeitnehmer wusste, dass er den Betreuungsbedarf nicht anderweitig gestemmt bekommt“, betont der Arbeitsrechts-Anwalt Björn Otto gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Während in der Corona-Pandemie bislang die Arbeit im Homeoffice meistens als ausreichende Kinderbetreuungsmöglichkeit gewertet wurde, hat sich das nun geändert: Auch Eltern, die im Homeoffice arbeiten könnten, können das Kinderkrankengeld beantragen, anstatt ihr Kind neben der Arbeit mehr schlecht als recht mitzubetreuen.

Bisher gab es Kinderkrankengeld nur für Eltern, deren Kinder vom Arzt krankgeschrieben waren. Die Neuerung im Januar 2021 ist neben der Verdopplung der Kinderkrankentage, dass Kinder nicht krank sein müssen. Das Kinderkrankengeld kann man auch beantragen, wenn das Kind zu Hause betreut werden muss, beispielsweise weil die Kita, Schule oder Einrichtung für Menschen mit Behinderungen geschlossen ist oder der Zugang beschränkt ist. Auch wenn das Kind die Schule oder Kita auf Empfehlung einer Behörde nicht besucht – wie es in einigen Bundesländern gehandhabt wird – soll das Kinderkrankengeld ausgezahlt werden.

Die Krankenkassen können eine Bescheinigung von Kita oder Schule verlangen, wenn das Kinderkrankengeld beantragt wird. Bisher gibt es von den meisten Krankenkassen noch keine konkreten Formulare, Bundesregierung und Krankenkassen befinden sich derzeit hierzu in Gesprächen.

Sind die Kinderkrankentage eines Elternteils ausgeschöpft, kann versucht werden, die übriggebliebenen Tage des anderen Elternteils zu übertragen. Allerdings wird dafür das Einverständnis des Arbeitgebers benötigt, dessen Arbeitnehmer die Kinderkrankentage bereits ausgeschöpft hat. Auf der Website des Bundesfamilienministeriums heißt es außerdem: „Die Bundesregierung behält die Entwicklung des Infektionsgeschehens im Blick und prüft, ob gegebenenfalls weitere Regelungen erforderlich sind.“

Auch gesetzlich versicherte Eltern, die in Kurzarbeit sind, können das Kinderkrankengeld beantragen. Kurzarbeitergeld und Kinderkrankengeld dürfen allerdings nicht gleichzeitig bezogen werden.

In einigen Kitas gibt es im Corona-Lockdown nur noch eine Notbetreuung.

Das Kinderkrankengeld gilt nur für Personen, die gesetzlich krankenversichert sind, auch für Bundesbeamte gibt es eine ähnliche Regelung. Wer privat krankenversichert ist, erhält kein Kinderkrankengeld aus der gesetzlichen Krankenkasse, hat jedoch nach Angaben des Bundesfamilienministeriums die Möglichkeit einer Entschädigung für Verdienstausfall nach Paragraf 56 Infektionsschutzgesetz (67 Prozent des Nettoeinkommens für bis zu zehn Wochen pro Elternteil, bis zu 20 Wochen bei Alleinerziehenden). Selbstständige, die gesetzlich krankenversichert sind und einen Anspruch auf Krankengeld haben, können auch das Kinderkrankengeld beantragen.

Die Corona-Kinderkrankentage gelten nicht für die reguläre Ferienzeit. Werden jedoch von der zuständigen Behörde aus Gründen des Infektionsschutzes Ferien angeordnet oder verlängert, dann gelten die Kinderkrankentage auch für diese zusätzlichen Ferientage. (Tanja Banner)

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