Legionäre Christi

175 Kinder von Priestern missbraucht

Interne Untersuchungen fördern den massenhafte Missbrauch von Kindern und Jugendliche durch 33 Priester des katholischen Ordens Legionäre Christi in Mexiko zutage.

Der katholische Orden Legionäre Christi hat den Missbrauch von 175 Minderjährigen durch 33 seiner Priester zugegeben. Mindestens 60 der Kinder und Jugendlichen seien von dem gestorbenen Ordensgründer Marcial Maciel Degollado (1920-2008) missbraucht worden, teilte die Kongregation am späten Samstagabend mit. Zu diesem Ergebnis sei eine interne Untersuchung gekommen, die den Orden von seiner Gründung im Jahr 1941 bis heute unter die Lupe genommen habe. Fünf der übrigen Täter seien inzwischen ebenfalls gestorben, acht seien aus dem Priesteramt ausgeschieden, ein weiterer habe den Orden verlassen. Achtzehn sind demnach weiterhin Mitglieder des Ordens.

Von den 18 im Orden verbleibenden Priestern nähmen 14 keine öffentlichen priesterlichen Aufgaben mehr wahr, hieß es. Die anderen vier hätten keinen seelsorglichen Kontakt zu Minderjährigen. „Die Kongregation will die Ergebnisse dieser Studie bekannt machen, damit all seine Mitglieder und Mitarbeiter gemeinsam daran arbeiten, den sexuellen Missbrauch von Kindern auszurotten“, hieß es weiter.

Der aus Mexiko stammende Maciel war 2008 im Alter von 87 Jahren gestorben. Neben seinen pädophilen Neigungen hatte er auch drei Kinder mit zwei Frauen. In den 1990er Jahren waren erstmals öffentlich Vorwürfe gegen ihn laut geworden. Der Vatikan reagierte aber erst 2006, als der damalige Papst Benedikt XVI. ihn zum Rückzug in ein Leben „des Gebets und der Reue“ aufforderte. Maciel galt als enger Vertrauter von Benedikts Vorgänger Papst Johannes Paul II. (1920-2005). (dpa)

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