Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Kyle R. steht vor Gericht
+
Nach tödlichen Schüssen bei Anti-Rassismus-Protesten in Kenosha: Der Schütze Kyle R. steht vor Gericht.

Tote bei Anti-Rassismus-Protesten

Kenosha-Prozess: Todesschütze Kyle R. verteidigt sich – Ausschreitungen befürchtet

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
    schließen

Im Prozess um die tödlichen Schüsse bei Protesten in Kenosha meldet sich Kyle R. zu Wort. Die Polizei in Chicago bereitet sich auf Ausschreitungen vor.

Kenosha – Im viel beachteten Prozess um den gewaltsamen Tod von zwei Menschen bei Anti-Rassismus-Protesten im US-Bundesstaat Wisconsin 2020 hat sich der Angeklagte erstmals ausführlich selbst zu Wort gemeldet. „Ich habe nichts falsch gemacht. Ich habe mich verteidigt“, sagte der 18 Jahre alte Kyle R. am Mittwoch (10.11.2021) bei dem Prozess im Kenosha County Courthouse. Bei seiner Aussage brach der junge Mann zwischenzeitlich derart in Tränen aus, dass der Richter die Sitzung kurz unterbrach.

In Kenosha in Wisconsin waren im Sommer 2020 schwere Proteste ausgebrochen, nachdem dem Afroamerikaner Jacob Blake bei einem Polizeieinsatz mehrfach in den Rücken geschossen worden war. Der Fall ereignete sich in einem bereits aufgeheizten politischen Klima, denn nur etwa drei Monate vorher war in Minneapolis der Afroamerikaner George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz getötet worden.

Kenosha-Prozess: Kyle R. erschoss zwei Menschen mit Sturmgewehr

Der zu der Zeit 17-jährige Kyle R. erschoss damals zwei Menschen mit einem Sturmgewehr und verletzte eine weitere Person. Der Weiße war damals nach Kenosha gereist, um dort eigenen Angaben nach Eigentum vor Plünderungen zu schützen. Er plädierte auf nicht schuldig – bestreitet die Tat an sich aber nicht. Er beruft sich allerdings auf das Recht auf Selbstverteidigung. Die Anklage legt ihm unter anderem Mord in zwei Fällen zur Last. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe.

Bei seiner Aussage am Mittwoch beteuerte der Angeklagte, er sei nicht nach Kenosha gefahren, um Ärger zu machen. Er sei bedroht worden und habe geschossen, weil er um sein Leben gefürchtet habe. Der eine Mann, den er erschoss, habe ihn verfolgt und nach seiner Waffe gegriffen. Der andere habe mit einem Skateboard auf ihn eingeschlagen. „Ich hatte nicht vor, sie zu töten. Ich wollte die Leute aufhalten, die mich attackierten.“

Chicago bereitet sich wegen Kenosha-Prozess auf Unruhen vor

In Chicago, rund 110 Kilometer von Kenosha entfernt, bereiten sich Einsatzkräfte auf Unruhen in Zusammenhang mit dem Prozess vor. Die Polizei strich für kommende Woche alle geplanten freien Tage des Personals. Sollte Kyle R. vom Vorwurf des Mordes freigesprochen werden, bestehe die Gefahr gewaltsamer Proteste, befürchtet die Polizei.

Der Angeklagte im Kenosha County Courthouse.

Ein Sprecher der Polizei Chicago erklärte gegenüber dem Nachrichtenmagazin Newsweek, dass allen vereidigten Beamten zwischen dem 12. und 15. November ein freier Tag gestrichen werde, „um die öffentliche Sicherheit zu erhöhen“.

Tödliche Schüsse in Kenosha: Donald Trump verteidigte Kyle R.

Von zahlreichen Rechten wird Kyle R. als Märtyrer gefeiert, der sich für die öffentliche Sicherheit eingesetzt habe. Auch der damalige US-Präsident Donald Trump verteidigte ihn im Wahlkampf und suggerierte nach dem Zwischenfall, der Jugendliche habe in Notwehr gehandelt. Die drei Männer, auf die R. geschossen hatte, waren Weiße. (tvd/dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare