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R. Kelly weist alle Vorwürfe sexueller Belästigung von sich.

R. Kelly

R. Kelly weist Vorwürfe zurück

Der des sexuellen Missbrauchs angeklagte US-Sänger R. Kelly hat auf nicht schuldig plädiert.

Der 52-jährige R&B-Star erschien am Montag in orangefarbener Häftlingskleidung an der Seite seines Anwalts Steve Greenberg vor einem Gericht in Chicago. Er hatte erneut die Nacht im Gefängnis verbracht, weil er nach Angaben seines Anwalts das Geld für die Kaution nicht aufbringen konnte.

Während der Anhörung schwieg der Sänger, an seiner Stelle plädierte sein Anwalt auf unschuldig. Der nächste Gerichtstermin wurde auf den 22. März festgelegt.

Kelly wird des schweren sexuellen Missbrauchs in zehn Fällen beschuldigt. Betroffen sind vier Frauen, von denen drei zum damaligen Zeitpunkt noch minderjährig waren. Am Freitag hatte sich Kelly selbst der Polizei gestellt, seitdem sitzt er in Haft. Am Samstag setzte ein Richter eine Kaution von einer Million Dollar (882 000 Euro) fest. An der Kaution hielt er auch am Montag fest.

Nach US-Regeln muss Kelly nur zehn Prozent – 100 000 Dollar – als Sicherheit hinterlegen. Doch am Sonntag bestätigte sein Anwalt Medienberichte, wonach der Sänger die 100 000 Dollar nicht zahlen kann. Kelly sei nicht so reich, wie sein Ruhm es vermuten lasse, sagte Greenberg. Unter anderem wegen „Missmanagement“ und „schlechter Verträge“ habe der Sänger „derzeit wirklich kein Geld“.

Laut Staatsanwaltschaft geht es in dem Verfahren um Fälle aus den Jahren 1998 bis 2010. Staatsanwältin Kimberly Foxx berichtete unter anderem von einem rund 40-minütigen Video, das den Star beim wiederholten Sex mit seinem jüngsten Opfer zeige. In dem Video sage das Mädchen „immer wieder“, dass es 14 Jahre alt sei.

Ein weiteres Mädchen lernte der Sänger laut Staatsanwaltschaft auf dessen 16. Geburtstagsparty kennen; eine dritte Minderjährige traf er zum ersten Mal 2008 während seines Gerichtsprozesses wegen Pädophilie, als sie ihn um ein Autogramm bat. Im vierten Fall handelt es sich um eine 24-jährige Friseurin, die von Kelly missbraucht worden sein soll.

Kelly wird seit Jahrzehnten Missbrauch von minderjährigen Frauen vorgeworfen. 2002 wurde Anklage gegen ihn wegen Kinderpornographie erhoben, doch wurde er sechs Jahre später freigesprochen.

Allen Vorwürfen zum Trotz blieb der Sänger erfolgreich. Doch nach einer explosiven Fernseh-Dokumentation im vergangenen Monat wendete sich das Blatt. In der sechsstündigen Serie des US-Senders „Lifetime“ beschuldigten mehrere Frauen den Sänger, Sex mit Mädchen unter 16 Jahren gehabt zu haben. Andere Zeugen versicherten, er habe Frauen wie Sexsklavinnen gehalten.

Als Konsequenz kündigte das Plattenlabel RCA die Zusammenarbeit mit Kelly auf. Und unter dem Hashtag #MuteRKelly ruft eine Bewegung zum Boykott seiner Musik auf. (afp)

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