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R. Kelly bei einer Anhörung im September.

Sexueller Missbrauch

R. Kelly bleibt hinter Gittern

Dem Musiker wird sexueller Missbrauch vorgeworfen.

Der wegen sexuellen Missbrauchs angeklagte US-Sänger R. Kelly (52) muss weiter in Haft bleiben. Nach der New Yorker Staatsanwaltschaft lehnte am Mittwoch in New York auch Richterin Ann Donnelly bei einer Anhörung eine Haftentlassung auf Kaution ab. Es bestehe ein Flucht-risiko, zudem habe Kelly in der Vergangenheit oft versucht, Ermittlungen gegen ihn zu behindern, argumentierte die Richterin. Kelly war nicht zur Anhörung erschienen. Eine nächste Anhörung setzte Donnelly für den 9. Dezember an, einen möglichen Prozessauftakt für den 18. Mai 2020.

Der Sänger, der seit Juli in einem Gefängnis in Chicago einsitzt, hatte Anfang der Woche über seine Anwälte um Haftentlassung auf Kaution gebeten. Seine Anwälte argumentierten, es bestehe kein Fluchtrisiko und der Sänger stelle keine Gefahr dar. Kelly beschwerte sich zudem, dass ihn nur jeweils eine seiner beiden Freundinnen und niemand anderes besuchen dürfe.

Der Musiker war zuletzt im August vor Gericht in New York erschienen. Damals hatte Richter Steven Tiscione bereits einen Antrag auf Freilassung auf Kaution abgelehnt. Kelly beteuert seine Unschuld. Die Staatsanwaltschaft in New York wirft ihm unter anderem sexuellen Missbrauch und Erpressung vor. Der Musiker soll Mitarbeiter angestiftet haben, Mädchen für illegale sexuelle Handlungen zu gewinnen.

Zuvor hatte bereits die Staatsanwaltschaft in Chicago Anklage gegen Kelly erhoben. Sie legt dem früheren Superstar 13 Anklagepunkte zur Last, darunter die Produktion von Kinderpornografie und Behinderung der Justiz. Kelly hat auch in dieser Anklage auf nicht schuldig plädiert. Insgesamt geht es bei den Anklagepunkten um die Misshandlung von zehn Frauen, von denen acht zur angeblichen Tatzeit minderjährig waren. In Minnesota wird R. Kelly unter anderem Prostitution Minderjähriger vorgeworfen.

Dem Sänger waren zuvor bereits zahlreiche weitere Anklagepunkte zur Last gelegt worden, unter anderem ein schwerer sexueller Übergriff. Der Musiker hatte auf nicht schuldig plädiert. Die ersten Anschuldigungen gegen den aus Chicago stammenden Musiker mit dem bürgerlichen Namen Robert Sylvester Kelly waren vor rund 20 Jahren bekannt geworden. Neues Aufsehen erregten zuletzt Vorwürfe in der TV-Dokumentation „Surviving R. Kelly“.

Kelly, der mit rund 50 Millionen verkauften Alben jahrelang zu den erfolgreichsten R&B-Künstlern zählte, hatte seinen Kritikern immer wieder Rufmordkampagnen vorgeworfen. (dpa)

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