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Ein Baum liegt auf einer Oberleitung bei Dormagen.

Tief „Eberhard“

Keine Ruhe nach dem Sturm

Zum Wochenbeginn sind die Folgen von Tief „Eberhard“ vielerorts noch spürbar

Die heftigen Sturmböen am Sonntag haben Reisende auch am Montag noch zu spüren bekommen. Die Sturmschäden sollten voraussichtlich noch bis Montagabend zu Verzögerungen im Fern- und Regionalverkehr führen, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte. Nachdem der Zugverkehr am Sonntag in Nordrhein-Westfalen komplett gestoppt worden war, hatten viele Reisende die Nacht zum Montag in Aufenthaltszügen verbracht. In einem von der Bahn bereitgestellten Zug in Köln hätten in der Nacht bis zu 150 Reisende Platz gefunden, so ein Bahnsprecher am Morgen. Weitere Aufenthaltszüge standen in Dortmund und in Hamm.

Auch Schäden in Polen und Tschechien

Sturm „Eberhard“ war am Sonntag mit Böen bis Windstärke 11 und 12 erst über NRW und Teile Niedersachsens hinweggefegt, bevor er am Abend Thüringen und Sachsen erreichte. In Bestwig im Hochsauerlandkreis starb ein Autofahrer, als ein Baum während der Fahrt auf sein Auto fiel. In Chemnitz wurde ein Mann schwer verletzt, als sein Kleintransporter umgeweht wurde.

Zwei Verletzte gab es zudem im saarländischen St. Ingbert: Ein Mann stürzte im Freien und wurde stark blutend in ein Krankenhaus gebracht, wie die Feuerwehr mitteilte. Es sei zunächst unklar gewesen, ob eine Windböe den Sturz verursacht habe. Zudem fiel ein großer Baum beinahe auf einen Feuerwehrmann im Einsatz. Nur durch einen Sprung konnte er sich retten, verfing sich in einem Ast, stürzte und verletzte sich leicht, hieß es von der Feuerwehr.

Einsatzkräfte kämpften bundesweit bei Tausenden von Einsätzen mit umgestürzten Bäumen und abgedeckten Hausdächern. In Thüringen wurde das Dorf Mönchsberg durch quer liegende Bäume vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Mittlerweile ist es wieder erreichbar. Auch in Bayern und Baden-Württemberg kam es zu mehreren Hundert Einsätzen, während die nördlichen Bundesländer weitestgehend von „Eberhard“ verschont blieben.

Auch die Menschen in Tschechien hat der Sturm beeinträchtigt. Mehr als 300 000 Haushalte waren am Montagmorgen ohne Strom, weil Leitungen beschädigt waren, wie die Versorgungsunternehmen mitteilten. Die Feuerwehren rückten im ganzen Land zu Hunderten Einsätzen aus, um umgefallene Bäume von Straßen zu räumen und Dächer zu sichern.

Auch in Polen kam es landesweit zu Stromausfällen. Fast 400 000 Haushalte waren nach Unwettern am Wochenende betroffen, wie das Sicherheitszentrum der Regierung (RCB) am Montag bilanzierte. Rund 700 Häuser wurden beschädigt, die Feuerwehr rückte zu fast 3000 Einsätzen aus. Mindestens fünf Menschen wurden nach Angaben von Einsatzkräften in Polen während des Sturms verletzt, darunter zwei Feuerwehrmänner.

Im Eisenbahnverkehr kam es zu teils erheblichen Verspätungen und Zugausfällen. Betroffen war auch der internationale Zugverkehr auf den Strecken zwischen Regensburg und Pilsen (Plzen) sowie zwischen Budweis (Ceske Budejovice) und Linz.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hob seine Unwetterwarnungen in der Nacht zum Montag auf. Die Experten warnten lediglich noch vor orkanartigen Böen, insbesondere in Hochlagen. (dpa) 

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