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Schauspielerin Eleonore Weisgerber will ihren Körper „ungestochen“ lassen.
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Schauspielerin Eleonore Weisgerber will ihren Körper „ungestochen“ lassen.

Schönheitsideale

Keine Piercings, keine Tattoos: Warum Schauspielerin Eleonore Weisgerber „ungestochen“ bleiben will

Kein Piercing, kein Tattoo, keine Schönheits-OP: In dem Bildband „Ungestochen schön“ schildern Menschen, warum sie auf alles verzichten, das den Körper versehrt. Mit dabei ist auch Schauspielerin Eleonore Weisgerber – ein Auszug

Auch wenn in den 1950er Jahren das Thema „Körperschmuck“ bei Weitem noch nicht so präsent war wie heutzutage, wurde ich in einem gewissen Sinne bereits als Mädchen in der Grundschule damit konfrontiert: Einige meiner Klassenkameradinnen trugen Ohrringe – ein Trend, der sich zu der Zeit gerade ausbreitete. Doch für mich kam diese Form des Schmucks schon als Kind nicht in Frage: Erstens gefiel es mir persönlich einfach nicht und zweitens mochte ich mich – damals wie heute – nicht einem durch eine Modeerscheinung entstehenden (Gruppen-)Zwang beugen.

Im Kreise meiner Familie oder unter meinen Freundinnen habe ich diesbezüglich keine Außenseiterrolle eingenommen, sodass ich da keinen Zwang oder Druck verspürte. Im Laufe der Jahre ist, unabhängig davon, ein weiteres Argument gegen das Durchbohren der Ohren hinzugekommen, als ich erfuhr, dass unser ganzer Organismus im Ohr repräsentiert ist und ich mir keine Akupunkturpunkte irreversibel zerstören lassen wollte. Mit Ohrclips gibt es eine gute Alternative, für die man sich nicht perforieren lassen muss und von der ich immer mal wieder Gebrauch gemacht habe.

Modetrend Tattoos: Keine Option für Schauspielerin Eleonore Weisgerber

Im Laufe meiner Schauspielerinnen-Laufbahn habe ich einige Modetrends kommen und gehen sehen – ungefähr zur Jahrtausendwende wurden Piercings und Tattoos immer populärer. Auch diese Formen der Körperverzierung habe ich für mich niemals in Betracht gezogen. Das wiederum hat zwei Gründe: Zum einen bin ich der Meinung, dass Veränderung beziehungsweise Weiterentwicklung im Leben so ziemlich die wichtigste und reizvollste Aufgabe für uns Menschen ist, alles verändert sich – das ist gerade das Spannende – und ich möchte nicht mit dem Blick auf eine Tätowierung oder die Narbe eines Piercings optisch auf eine Situation zurückgeworfen werden, die ich bereits hinter mir gelassen habe.

Zur Person

Eleonore Weisgerber , 1947 in Wiesbaden geboren, zog im Alter von drei Jahren mit ihren Eltern nach Mittelamerika. Als sie eingeschult werden sollte, kehrte die Familie wieder nach Deutschland (Baden-Baden) zurück. Mit zehn Jahren hatte sie ihre ersten Ballettaufführungen und gelangte über diesen Weg zum Schauspiel. Von 1966 bis 1969 absolvierte sie ihre Schauspielausbildung an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin und gab währenddessen ihr Fernsehdebüt im Film „Bel Ami“. Es folgten zahlreiche deutsche TV-Produktionen, in denen sie mitwirkte – einem breiteren Publikum wurde sie durch die ARD-Serie „Praxis Bülowbogen“ (1987–1996) bekannt.

Bis heute steht sie noch regelmäßig vor der Kamera, ist auch auf Theaterbühnen zu sehen, als Chansonsängerin aktiv und wirkt als Sprecherin bei Hörspielen mit.

Ein wichtiges Anliegen ist ihr, sich für Menschen, die an einer manisch-depressiven Störung leiden, zu engagieren. Deshalb gründete sie 2007 die „In-Balance-Stiftung zur Aufklärung über bipolare Störungen Berlin“. Mehr Infos unter www.inbalance-stiftung.de

Zum anderen ist mir der Aspekt der Unversehrtheit des Körpers wichtig. Ich sehe den Körper als ein Geschenk an, mit dem man fürsorglich umgehen sollte. Das betrifft Punkte wie gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, geistige Aktivität und vieles mehr. Sich die Haut durchlöchern oder sie mit Tinte unterspritzen zu lassen, sind optische Eingriffe in die Integrität des Körpers (wie auch Schönheitsoperationen) und in meinen Augen kein Gewinn.

Ein Leben ohne Piercings und Tattoos: Radikale Lebensweise?

An dieser Einstellung hat sich im Laufe der Jahre bis zum heutigen Tag nichts geändert. Ganz abgesehen von den hier aufgeführten Gründen ist es für mich als Schauspielerin auch aus einem anderen Grund wenig sinnvoll, gepierct oder tätowiert zu sein: Mir werden immer mal wieder Rollen in historischen Filmen angeboten, und Tätowierungen können für solche Rollen ein Ausschlusskriterium darstellen.

Meine Überzeugung, „ungestochen“ durchs Leben zu gehen, hat auch damit zu tun, dass Natürlichkeit im Hinblick auf meinen persönlichen Stil eine große Rolle spielt: Ich finde Natürlichkeit einfach schön, und der Begriff „natürliches Äußeres“ schließt für mich mit ein, dass an einem Körper keine optischen Veränderungen vorgenommen werden, die nicht mehr rückgängig zu machen sind.

Bildband „Ungestochen schön“, Kid Verlag, Bonn, 196 Seiten, 29,80 Euro.

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