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Mit rund 69 Jahren auf dem Thron ist Königin Elizabeth II. das am längsten amtierende Staatsoberhaupt der Welt.
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Mit rund 69 Jahren auf dem Thron ist Königin Elizabeth II. das am längsten amtierende Staatsoberhaupt der Welt.

Royale Trauerzeit

Keine 95. Geburtstagsfeier für Queen Elizabeth

  • Sebastian Borger
    vonSebastian Borger
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Die britische Königin Elizabeth II. wird 95 Jahre alt, doch nach dem kürzlichen Tod von Prinz Philip ist dem Königshaus nicht nach Feiern zumute. Nun wird auch die Frage nach dem zukünftigen Kurs der Monarchie laut

Obwohl an diesem Mittwoch Elizabeth Alexandra Mary Windsor die durchaus bemerkenswerte Wegmarke von 95 vollendeten Lebensjahren erreicht, wird auf Schloss Windsor nicht gefeiert. Der Grund: Der Festtag fällt in die Periode royaler Trauer um Prinz Philip, ihren Mann aus mehr als 73 Ehejahren, der vor zwölf Tagen 99-jährig verstarb.

Anlass zur Reflexion bieten die würdige Trauerfeier für den Prinzgemahl und der 95. Geburtstag aber allemal, wie ein Blick in die Londoner Medien verrät. Allenthalben ist dort vom Ende einer Ära die Rede. Tatsächlich ist ja auf Thronfolger Prinz Charles nicht nur – vorläufig – der Titel des Herzogs von Edinburgh übergegangen, sondern endgültig auch die Rolle als Familienpatriarch. Dass in Schloss und Familie Philip den Ton angeben würde, war zu Beginn der mittlerweile mehr als 69-jährigen Thronzeit Elizabeths Zugeständnis an ihren Mann gewesen, der all die Jahre in der Öffentlichkeit ein, zwei Schritte hinter ihr bleiben mußte.

Damals galt sie noch als Zukunft der Monarchie: Prinzessin Elizabeth (vierte v. l.) inmitten ihrer Familie.

Trauer um den verstorbenen Prinz Philip überschattet den 95. Geburtstag der Queen

Die Öffentlichkeit dürfte die Königin in Zukunft noch seltener zu Gesicht bekommen. Auslandsreisen sowie viele offizielle Termine überläßt sie schon länger ihrem Ältesten. Monarchin aber will die tiefreligiöse Mittneunzigerin bleiben, legte die damalige Prinzessin doch an ihrem 21. Geburtstag 1947 ein öffentliches Gelöbnis vor Gott und der Welt ab: Sie werde „mein ganzes Leben, ob es lang währt oder kurz, dem Dienst an Ihnen und an der großen imperialen Familie widmen.“ Das gilt.

Neben der Nummer Eins der Thronfolge steht beinahe automatisch ein zweiter Mann im Mittelpunkt der Überlegungen all jener, die über die Zukunft der Monarchie spekulieren: die Nummer Zwei, Charles‘ älterer Sohn William, 38. Eine gerade außerhalb Großbritanniens gern kolportierte Spekulation, wonach die Krone direkt von der Grossmutter auf den Enkel übergehen könne, hält ein erfahrener Royal-Experte für „so gut wie ausgeschlossen“. Die Idee ignoriert nicht nur die raison d’etre einer Erbmonarchie, sie geht auch über die erklärten Bedürfnisse des Vaters dreier Kinder im Alter von sieben, fünf und knapp drei Jahren hinweg.

Aufgrund der offiziellen Trauerzeit nach Prinz Phillips Tod wird es keine Feier zum Geburtstag der Königin geben. (Archivbild).

Mit dem Geburtstag der Queen werden auch Fragen nach der Zukunft der Monarchie laut

Die Tage nach Prinz Philips Tod haben aber auch die zentrale Rolle zweier Frauen bei der Modernisierung der alten Institution hervorgehoben. Anders als die (überwiegend deutschen) Prinzessinnen des 18. und 19. Jahrhundert, die immer wieder frisches Blut und neue Ideen auf die Insel brachten, stammen beide aus der gutbürgerlichen englischen Mittelschicht.

Prinz Edward und seine Frau Sophie Rhys-Jones gelten als Vertraute der Königin. Vor allem aber als verlässliche Royals.

Die PR-Managerin Sophie Rhys-Jones lernte mit 28 ihren späteren Mann Prinz Edward, den jüngsten Sohn der Queen, kennen und zog alsbald bei ihm im Buckingham-Palast ein. Die 1999 geschlossene Ehe blieb, anders als jene von Edwards älteren Geschwistern, seither intakt. Von Sophie, 56, wird berichtet, sie habe seit längerem eine besonders enge Beziehung zu ihren Schwiegereltern gepflegt. Mehrfach besuchte die Gräfin vergangene Woche die trauernde Königin.

Nach dem „Oprah“-Interview: Herzogin Kate soll William und Harry zum Gespräch bewegt haben

Prinz Edward hat schon vor Jahren das wohl wichtigste Projekt seines Vaters übernommen, nämlich das „Herzog von Edinburgh-Abzeichen“, für das Jugendliche soziale Dienste leisten oder einige Tage in wilder Natur verbringen. Mehrere Millionen junge Menschen haben das System mittlerweile durchlaufen. Nach Charles‘ Thronbesteigung wird Edward auch den Titel des Herzogs von Edinburgh übernehmen. Innovativ wie sein Vater ist der 57-jährige eher nicht, dafür fleißig, pflichtbewusst und unauffällig.

Angeblich soll Herzogin Kate die zeitweilig zerstrittenen Brüder Harry und William zum Gespräch angeregt haben.

Es war die zweite für die Zukunft der Monarchie wichtige Frau, die nach der Trauerfeier am Samstag demonstrativ die zerstrittenen Brüder William und Harry ins Gespräch brachte: Herzogin Kate, Williams kluge Gefährtin seit den Studientagen in St. Andrews. Nach dem explosiven Interview von Harry und seiner Gattin Meghan mit Oprah Winfrey, hat die Herzogin von Cambridge eisern geschwiegen, wie es bei Königs einst üblich war. Hingegen spielte William ausgesuchten Medien ausführliche Mitteilungen seiner Enttäuschung zu. Solche Eskapaden muss die 39-jährige ihrem Mann noch austreiben. Vielleicht holt sie sich dafür Tipps von der Jubilarin – den ungeduldigen Philip über die Jahre in Schach zu halten war gewiss eine von Elizabeths Lebensleistungen.

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