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Die Düfte „Hugo“ und „Ernesto“ sollen Tapferkeit versprühen.
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Die Düfte „Hugo“ und „Ernesto“ sollen Tapferkeit versprühen.

Kuba

Kein Che Guevara im Flakon

  • Klaus Ehringfeld
    VonKlaus Ehringfeld
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Die Regierung in Havanna untersagt Parfums mit den Namen der Revolutionshelden Ernesto „Che“ Guevara und Hugo Chávez. Die politischen Ikonen seien heilig.

Wenn es um die Idole der lateinamerikanischen Linken geht, dann versteht die kubanische Führung keinen Spaß. Man darf die Ikonen nicht kritisieren, nicht lächerlich machen, und man darf ihnen auch kein Parfum widmen.

Diese Erfahrung musste jetzt ein staatliches Pharmalabor auf der kommunistisch regierten Karibikinsel machen, das zwei Herrendüfte kreiert hat, die den Vornamen von Ernesto „Che“ Guevara und Hugo Chávez tragen sollten.

Der Duft „Ernesto“ nach dem kubanisch-argentinischen Revolutionshelden Guevara und das Parfum „Hugo“ in Erinnerung an den verstorbenen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez hatte die Pharmafirma „Laboratorios Biológicos Farmacéuticos“ (Labiofam) entwickelt und am Donnerstag als Muster auf einem Kongress in Havanna präsentiert.

Mit den Düften habe man die beiden Politiker ehren wollen, sagte Mario Valdés, Entwicklungsdirektor bei Labiofam. „Die Namen der beiden Persönlichkeiten, die viel für Amerika bedeuten, sollen so für die Ewigkeit bestehen,“ betonte Valdés. Nach Angaben der Leitung des Labors habe man das Okay von beiden Familien für die Namensverwendung eingeholt. Die Parfums sollten Anfang kommenden Jahres in Kuba auf den Markt kommen.

Doch daraus wird nichts. Die kubanische Partei- und Staatsführung „is not amused“ und reagierte am Freitag ungewöhnlich harsch mit einem völlig spaßfreien Verbot der Produkte. Politische Ikonen sind auf Kuba eben sakrosankt.

„Die Symbole sind heilig“

Die beiden Parfums seien ein „schwerer Fehler“, ließ die Regierung in der Parteizeitung „Granma“ erklären. „Die Symbole waren gestern, sind heute und werden morgen heilig sein“, hieß es in der Erklärung des Ministerrates weiter. Das Gremium kündigte darüberhinaus an, disziplinarische Schritte gegen Labiofam einzuleiten, das normalerweise homöopathische Medikamente, Pestizide und Reinigungsartikel herstellt. „Initiativen dieser Art werden das kubanische Volk und die Revolutionsregierung niemals akzeptieren“, wetterte der Ministerrat weiter. Pikant bei der Sache ist: Labiofam wird von José Fraga Castro, dem Neffen des kubanischen Präsidenten Raúl Castro, geleitet. Dabei hatte sich das Labor extra viel Mühe mit der Abstimmung der Duftnoten auf die Persönlichkeiten von Guevara und Chávez gemacht.

Die Aromen sollten Heldentum, Mut und Tapferkeit verströmen, teilte Labiofam-Entwicklungschef Mario Valdés weiter mit. „Ernesto“ verbreite zudem ein „holzig kräftiges und süßes“ Aroma, während „Hugo“ einen leichten Zitrusduft verströme, der an „tropische Früchte wie Papaya und Mango“ erinnere und weniger durchdringend sei.

Ché Guevara ist neben dem Ex-Präsidenten Fidel Castro der größte und meistverehrte Revolutionsheld auf Kuba. Der gebürtige Argentinier gehörte zum engen Kreis der Revolutionäre, die den Diktator Fulgencio Batista stürzten. Guevara war später Industrieminister und Leiter der kubanischen Zentralbank. Er wurde 1967 in Bolivien getötet, wohin er das kubanische Revolutionsmodell exportieren wollte.

Venezuelas Präsident Chávez starb im März 2013 an Krebs. Er ließ sich mehrere Male auf Kuba behandeln und war ein enger Freund von Fidel Castro.

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