Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Hinter dem 19. Türchen des FR-Adventskalenders wartet eine Beilage.
+
Hinter dem 19. Türchen des FR-Adventskalenders wartet eine Beilage.

DER FR-ADVENTSKALENDER (19)

Kein Fest ohne den Dörrapparat!

  • vonStefan Affentranger
    schließen

24 Lieblingsrezepte aus der FR-Redaktion. Hinter dem neunzehnten Türchen: Dörrbohnen als Beilage.

Weihnachten in meiner Familie wäre ohne einen Dörrapparat nicht denkbar gewesen. Mit diesem Gerät wurde schon im Spätsommer und Herbst Obst und Gemüse getrocknet. Ein riesiger Kasten mit einem Warmluftgebläse und vier Gitterrost-Einschüben, der im Keller stand. Und so zog dann in dieser Zeit der Geruch von Früchten von unten durch das ganze Haus. Gelagert wurden die getrockneten Köstlichkeiten in Baumwollbeuteln, die auf dem Dachboden von der Decke hingen.

Als ich ein gewisses Alter und mit auch die Größe erreicht hatte, um an den Apparat zu gelangen, ließ sich das eine oder andere Stückchen stibitzen. Apfel und Pflaume gab es auf die Hand, aus den getrockneten Birnen hat meine Mutter in der Adventszeit stets Birnenweggen gebacken, eine mit pürierten Dörrbirnen, Nüssen, Rosinen und Gewürzen gefüllte Teigrolle. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

An Weihnachten jedenfalls war die Zeit der Dörrbohnen gekommen. Ein verbreitetes Weihnachtsessen in der Schweiz ist Schüfeli mit Dörrbohnen und Härdöpfelstock. Ins Hesssische übersetzt heißt das: Kassler mit Trockenbohnen und Kartoffelbrei. Charmant ist dieses Rezept gerade, weil sich der Aufwand in Grenzen hält und damit sichergestellt ist, dass auch Koch oder Köchin genug Zeit unter der Tanne bleibt. Und außerdem ist es ein zutiefst winterliches Gericht, es ist schön deftig und wärmt von innen.

Nur die Beschaffung der Zutaten könnte etwas schwierig werden, denn die Dörrbohnen sind in deutschen Supermärkten eher nicht zu finden. Normalerweise kaufe ich sie bei meinen Besuchen in der Schweiz auf Vorrat ein, bei einer Haltbarkeit von zwölf bis 18 Monaten ist das überhaupt kein Problem.

Bei einigen Schweizer Lebensmittelketten kann auch online bestellt und nach Deutschland geliefert werden, was sich aber für getrocknete Bohnen höchstens im Notfall lohnt. Das Fleisch dagegen ist im süddeutschen Raum als „Badisches Schäufele“ bekannt, nicht zu verwechseln mit dem Fränkischen Schäufele. Es handelt sich dabei um gepökelte und geräucherte Schweineschulter, der Name kommt von der Form des Fleischstücks, das einem Schaufelblatt gleicht.

In Baden wird es mit Kartoffelsalat gereicht. Entsprechend kann es beim Metzger des Vertrauens oder im Versandhandel meist schon vorgegart bezogen werden. Versandt wird es meist im Kochbeutel, der nur in knapp siedendes Wasser gelegt werden muss und je nach Größe ist das Fleisch in etwa einer Stunde fertig durchgezogen. Frisch wird es in einem Sud aus Weißwein, Wasser und Gewürzen einmal aufgekocht und dann nur knapp unter dem Siedepunkt gegart. Und dazu gibt’s …

Dörrbohnen für vier Personen

100 Gramm Dörrbohnen

eine kleine Zwiebel

zwei bis drei Knoblauchzehen

gegebenenfalls Speckwürfel

Bohnenkraut

Butter

Brühe

Die Dörrbohnen werden erstmal in kaltem Wasser im Kühlschrank eingeweicht. Dort sollten sie mindestens eine Nacht bleiben. 100 Gramm von den Dörrrbohnen reichen meiner Erfahrung nach für drei bis vier Personen. Nachdem die Bohnen über Nacht eingeweicht sind, die Zwiebel und die Knoblauchzehen fein hacken und in Buttter anbraten. Wer es gerne fleischbetont mag, kann auch noch etwas Speckwürfel untermischen.

Die abgegossenen, abgetropften Dörrbohnen jedenfalls werden zu den Zwiebeln und dem Knoblauch gegeben und mit etwas Brühe ablöschen. Die Bohnen sollten knapp bedeckt sein. Etwas Bohnenkraut beifügen und etwa 30 Minuten leise kochen lassen, bis die Flüssigkeit fast verkocht und die Bohnen weich sind. Wenn nötig nochmal etwas Flüssigkeit angießen. Dazu schmeckt am besten Kartoffelbrei.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare