Femen im Kölner Dom

Katholiken empört über Femen

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Nach der Femen-Demonstration im Kölner Dom während des Weihnachtshochamtes zeigen sich deutsche Katholiken entrüstet. Das Bistum will den Protest der Frauenrechtlerin allerdings nicht überbewerten.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, hat die Femen-Demonstration im Kölner Dom während des Weihnachtshochamtes scharf verurteilt. „Es gibt kein Argument, das eine solche Aktion rechtfertigt. Das sind Provokationen, die letztlich nur darauf abzielen, andere Menschen zu verletzen“, sagte Glück der Frankfurter Rundschau.

Kurz nach Beginn des Gottesdienstes mit dem konservativen Kardinal Joachim Meisner war die 20-Jährige am Dienstag halbnackt auf den Altar gesprungen. Die Frau, die bereits früher an ähnlichen Aktionen wie gegen Kreml-Chef Wladimir Putin in Hannover beteiligt gewesen war, hatte sich die Worte „I am God“ („Ich bin Gott“) auf den Oberkörper gemalt. Sicherheitskräfte im Dom führten sie danach ab. Femen habe gegen die katholische Kirche, deren Machtstrukturen und die Ausgrenzung bestimmter Gruppen durch die katholische Kirche protestiert, begründete die Femen-Aktivistin Josephine Witt ihre Aktion im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Die Polizei setzte die Frau bis zum Ende des Gottesdienstes fest und erstattete Anzeige wegen Störung der Religionsausübung und Hausfriedensbruchs. Die aus Hamburg kommende Witt sagte, Sicherheitskräfte und ein Kirchgänger hätten sie geschlagen.

Das Bistum wollte den Protest der Frauenrechtlerin im Kölner Dom nicht überbewerten und kein großes Bohei machen, sagte Weihbischof Dominikus Schwaderlapp dem „Kölner Stadtanzeiger“. Er lobte die gelassene Reaktion des Erzbischofs Meisner, der sich nicht aus der Ruhe habe bringen lassen.

Glück hingegen sagte: „Wir sollten solche Dinge auf keinen Fall widerspruchslos hinnehmen. Man darf da von der Kirche keine Toleranz erwarten.“ Allerdings sei dies mit Rechtsmitteln nicht befriedigend zu klären. „Wichtiger als jede rechtliche Auseinandersetzung ist mir, dass unsere Gesellschaft ein Gespür entwickelt für solch dramatische Fehlentwicklungen in der Qualität unseres Zusammenlebens“, sagte Glück.

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