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Ein Löschfahrzeug der Feuerwehr steht an einer Schranke zum Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91).

Moorbrand in Meppen

Katastrophenfall nach Moorbrand ausgerufen

Nach einem Raketentest der Bundeswehr brennt das Moor in Meppen. Der Landkreis Emsland ruft nun den Katastrophenfall aus.

Wegen des Moorbrandes auf einem Bundeswehr-Testgelände in Niedersachsen hat der Landkreis Emsland am Freitag den Katastrophenfall ausgerufen. Eine Evakuierung der Gemeinden Groß Stavern und Klein Stavern könne nicht mehr ausgeschlossen werden, teilte Landrat Reinhard Winter mit.

Nach einem Raketentest der Bundeswehr brennt seit Anfang September bei Meppen das Moor. Mittlerweile warnen Ärzte vor gesundheitlichen Risiken und fordern weitere Messungen der Schadstoffbelastung in den angrenzenden Ortschaften.

„Es wäre aus meiner Sicht wichtig, in Gemeinden nahe dem Brandherd die Schadstoffkonzentration zu messen, um entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen“, sagte die Umweltmedizinerin Barbara Hoffmann der Deutschen Presse-Agentur. Ihr seien bisher keine Messungen aus diesen Orten bekannt.

Nach Angaben des niedersächsischen Umweltministeriums hat das Feuer auf dem Übungsgelände der Bundeswehr vorübergehend zu höheren Feinstaubwerten etwa in Süd-Oldenburg geführt. Dass die Messwerte bisher nicht deutlich verändert seien, könne daran liegen, dass die Messstationen nicht genau in der Abgasfahne liegen oder schon zu weit weg sind, erklärte die Expertin, die am Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universität Düsseldorf forscht.

Boris Pistorius: Keine Gesundheitsgefahr durch Moorbrand

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte sich am Donnerstag vor Ort ein Bild von der Lage verschafft und dabei betont, dass aktuell keine Gesundheitsgefahr für irgendjemanden bestehe.

Patienten mit einer Lungenerkrankung könnten vermehrt Beschwerden bekommen, wenn sie höheren Feinstaub- oder NO2-Konzentrationen ausgesetzt seien, betonte Hoffmann. Auch das Risiko für Herz-Kreislaufbeschwerden steige. Weitere sensible Gruppen seien Säuglinge und kleine Kinder.

Pneumologen: Doch Gesundheitsgefahr durch Moorbrand

Auch der Bundesverband der Pneumologen warnte vor Gesundheitsgefahren und widersprach damit der Bundeswehr. Schleimhäute würden auf die Feinstaubbelastung reagieren, ein Kratzen im Hals oder ein Hüsteln seien die Folge, sagte Verbandssprecher Michael Barczok am Donnerstag der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Für junge und gesunde Menschen sei dies unschädlich, für Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen aber ein „echtes Problem“.

Bei dem Moorbrand werden Experten zufolge vor allem feine und ultrafeine Partikel, Stickoxide und verschiedene weitere Verbrennungsprodukte wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe freigesetzt. (dpa)

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