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Kanada: Schwere Überschwemmungen sorgen weiter für Versorgungsprobleme

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Von: Tim Vincent Dicke

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Schwere Unwetter sorgen für Überschwemmungen und Erdrutsche im Westen Kanadas. Mehrere Menschen fallen dem Extremwetterereignis zum Opfer.

Vancouver – Im Westen Kanadas ist die Zahl der Toten nach den schweren Überschwemmungen und Erdrutschen auf vier gestiegen. In der Nähe des Duffey-Sees in der Provinz British Columbia seien die Leichen von drei seit Montag (15.11.2021) vermissten Männern gefunden worden, teilte die Polizei mit. Anfang der Woche war bereits der Tod einer Frau gemeldet worden.

Ein Mensch werde nach den Unwettern in Kanada weiterhin vermisst, hieß es am Samstag (20.11.2021) weiter. Die Bemühungen, die Person zu erreichen, seien bisher erfolglos gewesen. „Dies war ein unglaublich schwieriges Jahr für uns alle in British Columbia. Mein Mitgefühl gilt den vielen Familien und Gemeinden, die tragische Verluste erlitten haben“, sagte die oberste Gerichtsmedizinerin Lisa Lapointe.

Überschwemmungen in Kanada: Justin Trudeau äußert sich

Am Sonntag vergangener Woche (14.11.2021) und am Montag (15.11.2021) waren heftige Regenfälle über der Provinz British Columbia niedergegangen und hatten Überschwemmungen und Erdrutsche verursacht. Zahlreiche Straßen und Brücken wurden unpassierbar. Der Betrieb der wichtigen Ölpipeline Trans Mountain musste wegen Flutschäden vorübergehend eingestellt werden. Die Schäden in der Region sowie das Wetter erschwerten die Suche nach den vermissten Personen, teilte die Polizei mit.

Justin Trudeau sprach den Opferfamilien sein Beileid aus. „Mein Mitgefühl gilt den Menschen, deren Angehörige bei dem Erdrutsch am Montag in British Columbia ums Leben gekommen sind – wir sind für Sie da“, teilte der Premierminister des Nachbarlands der USA auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit. Man werde alles tun, um den Betroffenen des Extremwetterereignisses zu helfen.

Vancouver bei Überschwemmungen in Kanada abgeschnitten

Zeitweise war die Großstadt Vancouver gänzlich vom Rest des Landes abgeschnitten. Hunderte Menschen, die mit dem Auto auf dem Weg in die kanadische Stadt waren, mussten mit Militärhubschraubern in Sicherheit gebracht werden.

Überflutungen in Kanada
Die Überflutungen im Westen Kanadas haben mehrere Todesopfer gefordert. © Justin Sullivan/AFP

Wegen der Flutschäden gibt es in der Region ernsthafte Versorgungsprobleme. Die Behörden rationierten daher den Treibstoff: Privatpersonen dürfen vorerst nur noch 30 Liter Sprit auf einmal tanken. „Wir fordern die Menschen auf, ihren Treibstoffkonsum und ihre Fahrten mit dem Auto zum jetzigen Zeitpunkt einzuschränken“, sagte der Minister für öffentliche Sicherheit der Provinz British Columbia, Mike Farnworth, bei einer Pressekonferenz.

Kanada: Armee fliegt wegen Überschwemmungen Tierfutter ein

Landwirtschaftliche Betriebe haben Probleme, dringend benötigten Nachschub zu bekommen. Die in die Flutgebiete entsandte Armee brachte am Samstag (20.11.2021) in Abbotsford per Hubschrauber vier Tonnen Tierfutter zu einer Schweinefarm, wie die Behörden mitteilten.

Für kommende Woche wird im Westen Kanadas mit weiteren schweren Regenfällen gerechnet. Die Region wurde dieses Jahr schon von einer Rekord-Hitzewelle und zerstörerischen Waldbränden getroffen. „Ich habe keinen Zweifel, dass diese Ereignisse mit dem Klimawandel zusammenhängen“, sagte Minister Farnworth.

Die Flut weckt Erinnerungen an die Hochwasserkatastrophe in Deutschland. Mindestens 184 Menschen kamen dabei ums Leben. Eine britische Forscherin hatte den Behörden der Bundesrepublik „monumentalem“ Systemversagen vorgeworfen. (tvd/AFP)

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