Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Unter der „Hitzekuppel“

Hitzewelle in Kanada fordert hunderte Leben – Über 170 Waldbrände in British Columbia

  • Matthis Pechtold
    VonMatthis Pechtold
    schließen

In Kanada setzt die Hitzewelle der Bevölkerung schwer zu, hunderte Menschen sind ihr allein in British Columbia erlegen. Und die Brände werden nicht weniger.

Update vom Sonntag, 04.07.2021, 07.00 Uhr: Im Zuge der extremen Hitzewelle im Westen Kanadas sind bereits mehr als 170 Waldbrände ausgebrochen. Es gebe mindestens 174 Feuer in der Provinz British Columbia, teilten die Behörden am Samstag (Ortszeit) mit. Verteidigungsminister Harjit Sajjan entsandte Soldaten zur Unterstützung der Einsatzkräfte. Sie bereiteten Militärflugzeuge zur Brandbekämpfung und Evakuierung von Ortschaften vor. Auch im Norden des US-Bundesstaats Kalifornien kämpfte die Feuerwehr gegen große Waldbrände an.

Von den mindestens 174 Waldbränden in British Columbia seien viele in den vergangenen zwei Tagen ausgebrochen, teilten die Behörden der ostkanadischen Provinz mit. Allein am Freitag seien rund 12.000 Blitzschläge gezählt worden, sagte der Einsatzleiter der Brandbekämpfung in British Columbia, Cliff Chapman, dem Sender CBC. Besonders stark betroffen von den Bränden war die Gegend um die Stadt Kamloops, 350 Kilometer nordöstlich der Metropole Vancouver.

Die kanadische Ortschaft Lytton ist von einem Feuer nahezu komplett zerstört worden.

Hitzewelle in Kanada fordert hunderte Leben – 89 neue Feuer binnen zwei Tagen

Erstmeldung vom 03.07.2021: Es sind bloß vorläufige Zahlen, doch bereits die zeichnen ein klares Bild: In der Provinz British Columbia im Westen Kanadas wurden in der vergangenen Woche 719 „plötzliche und unerwartete“ Todesfälle erfasst, berichtet die oberste Gerichtsmedizinerin der Provinz, Lisa Lapointe, am Freitag (02.07.2021) dem Guardian zufolge. Das seien dreimal so viele wie in der gleichen Woche im Jahr zuvor.

Das „extreme Wetter“ der vergangenen Tage hätte entscheidend zu diesen Todesfällen beigetragen, weswegen man diese Zahl jetzt veröffentlicht habe, sagte Lapointe. Und trotz eines jüngst beobachtbaren Abwärtstrends könnte die Zahl noch steigen. Denn manche Gemeinden haben ihre Daten bisher noch nicht gemeldet. Es könne Monate dauern, bis das ganze Ausmaß der Hitzewelle sichtbar wird.

„Hitzekuppel“ über Kanada: Hunderte Tote nach extremer Hitze und Waldbränden

Auch die Anzahl der Waldbrände zeugen von einem Extremwetter-Phänomen, das in der Provinz für die „heißeste Woche in ihrer Geschichte“ sorgt, wie Landeschef John Horgan jüngst meldete. 152 Waldbrände wüteten derzeit, berichtet die Nachrichtenagentur AFP am Samstag (03.07.2021) unter Berufung auf Behördenangaben – ganze 89 von ihnen sind in den vergangenen zwei Tagen entstanden.

Feuer wie dieses in der Ortschaft Lytton wüten zurzeit überall im Westen Kanadas.

Jetzt soll auch die Armee zum Kampf gegen die Flammen bereitstehen. Nach einer Sitzung des Krisenstabs unter der Leitung von Premierminister Justin Trudeau hat das Verteidigungsministerium Soldaten in einzelne Orte Britisch Columbias entsandt, um bei Bedarf logistische Hilfe leisten zu können.

Hitzewelle in Kanada sorgt für mehr als 150 Waldbrände – Armee mobilisiert

Meteorologisch betrachtet leben die Kanadier:innen dieser Tage unter einer riesigen Glocke – einer sogenannten „Hitzekuppel“. Die entsteht, wenn ein Hochdruckgebiet für längere Zeit über einer Region bleibt und sich heiße Luft an einem Ort staut. Ungewöhnlich ist daran dieses Mal, dass das Phänomen so früh im Jahresverlauf auftritt, erklärt Andrea Bair, Leiterin des Klimadienstprogramms des US-amerikanischen Wetterdienstes NOAA, gegenüber National Geographic. Auch der Südwesten der USA ist bereits von einer Hitzewelle getroffen worden.

Was nicht bedeutet, dass damit das Schlimmste bereits überstanden ist: „Die Waldbrände zeigen, dass wir in der ersten Phase eines langen und herausfordernden Sommers sind“, sagte jüngst der kanadische Minister für öffentliche Sicherheit, Bill Blair. Und Hitzewellen allein könnten nicht die einzige Gefahr sein. Möglicherweise drohen British Columbia jetzt zusätzlich Überschwemmungen, weil die Hitze Gletscher und Schnee in den Bergen schmelzen lässt. (mp/afp)

Rubriklistenbild: © Darryl Dyck/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare