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Kamala Harris Nancy Pelosi
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Kamala Harris und Nancy Pelosi: Erstmals sind zwei Frauen Vorsitzende des US-Senats und des Repräsentantenhauses.

Mordanschläge und Fake News

100 Tage Kamala Harris: Historischer Ellenbogen-Bump hinter Joe Biden

  • vonSebastian Richter
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Eine Vertraute Donald Trumps bezeichnet Kamala Harris als die wahre Machthaberin der USA. Erstmals in der Geschichte der USA stehen zwei Frauen dem US-Kongress vor.

Update vom Donnerstag, 29.04.2021, 10.45 Uhr: Bevor Joe Biden seine erste Rede zur Lage der Nation im Kongress abhielt, kam es zu einer besonderen Szene. Kamala Harris nahm als erste Vizepräsidentin neben Nancy Pelosi, der Sprecherin des Repräsentantenhauses, Platz im Präsidium der gemeinsamen Kongresssitzung. Zur Begrüßung gaben sie sich kurz die Hand und ließen stießen die Ellenbogen aneinander. Das Bild der beiden Frauen ging rasant um die Welt.

Auf Twitter zeigen sich viele Nutzer:innen begeistert und feiern den historischen Moment. So der Account @TrueWordsRSpoke: „Das ist das Amerika, für das ich zur Wahl gegangen bin.“ @JessicaRameyGil schreibt: „Als 66-jährige Frau, Mutter und Großmutter, die den feministischen Kampf für Lohngleichheit und Fairness bei der Einstellung gekämpft hat und von den großen Anführerinnen unserer Bewegung gelernt hat, konnte ich nur grinsen. Von Ohr zu Ohr.“

100 Tage Kamala Harris: Fake-News aus dem Trump-Lager

Erstmeldung vom Mittwoch, 28.04.2021, 10.39 Uhr: Washington – Seit rund 100 Tagen regieren Joe Biden und Kamala Harris im Weißen Haus. Zeit also, um erste Bilanzen der neuen Ära zu ziehen. Grundsätzlich sind die Menschen in den USA mit der neuen Regierung zufrieden. Das Fazit von Kimberly Guilfoyle, ehemalige Beraterin des Ex-Präsidenten Donald Trump, fällt naturgemäß ganz anders aus. Die Aufgabe übersteige Bidens Fähigkeiten, sagte sie bei einem Interview beim rechtskonservativen Sender „Newsmax“. „Es ist wirklich traurig, er ist völlig überfordert.“ Außerdem stellte die Lebenspartnerin von Donald Trump Jr. fest, wer tatsächlich die Regierungsgeschäfte in den USA führt.

Kamala Harris sei „de facto die Oberbefehlshaberin“. „Sie hat hier das Sagen, ich weiß das, ich kenne sie schon lange“, sagte Guilfoyle. Damit bereite sich Harris darauf vor, bei der nächsten Präsidentschaftswahl der USA selbst anzutreten. Biden sei nur ein „Platzhalter“ für eine zukünftige Präsidentin Harris.

Vizepräsidentin Kamala Harris: Feindbild der Trumpisten

Vizepräsidentin Kamala Harris ist das Feindbild der extremen Trumpisten und Rechtskonservativen in den USA. Rechte und konservative Medien feuern gerne auf die Frau im Weißen Haus, die angeblich die Geschäfte führt. Dabei schrecken sie auch nicht vor Fake News zurück, um Harris zu diskreditieren.

Eine der wichtigsten Aufgaben der neuen Administration in den USA ist die Bewältigung der Situation an der Südgrenze zu Mexiko, an der sich zahlreiche Menschen aus Südamerika sammeln, um in die USA zu gelangen. Joe Biden hat vor etwa einem Monat angekündigt, Harris werde die zentrale Rolle der Regierung einnehmen, um die angespannte Situation in den Griff zu bekommen.

Fake News über Kamala Harris: „Fox News“ zwingt Autorin zu unwahren Artikeln

Migrant:innen werden nach ihrer Ankunft in den USA mit dem Nötigsten versorgt. Für Kinder zählen dazu auch Kinderbücher. Die New York Post veröffentlichte einen Artikel, in dem es hieß, an Kinder werde im großen Stil das Kinderbuch „Superheroes Are Everywhere“ von Kamala Harris verschenkt. In einem Artikel der Zeitung wird die Wahrheit so verdreht, dass die Vizepräsidentin angeblich persönlich von der Einwanderungssituation profitiere – da sie natürlich Geld für verkaufte Bücher bekommen würde. Diese Behauptung verbreitete sich in den Kreisen republikanischer Mandatsträger, wurde von rechtsgerichteten Nachrichtenagenturen ungeprüft übernommen und als Grundlage für die Frage eines Reporters von Fox News bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus verwendet, wie der Nachrichtensender CNN berichtete.

Laut CNN wurde der Artikel später zunächst gelöscht und anschließend in anderer Form wieder hochgeladen. Denn der Artikel war gezielte Fake News. Der ganze Artikel bezog sich auf ein einziges Foto aus einer Unterkunft für Migrantenkinder ohne Begleitung, auf dem ein Exemplar von „Superheroes Are Everywhere“ zu sehen ist. Dahinter steckte allerdings keine großangelegte Verbreitung mit der Unterstützung von Kamala Harris, das Buch war schlicht eine Spende an die Unterkunft. Fox News strickte daraus eine Geschichte der persönlichen Bereicherung von Harris und behauptete, etwas Illegales sei vorgefallen.

Die Verfasserin des Artikels, Laura Italiano, verließ nach dem Vorfall die Zeitung. „Die Kamala Harris Geschichte - eine falsche Geschichte, die zu schreiben mir befohlen wurde und gegen die ich nicht hart genug zurückgeschlagen habe - war meine Grenze“, schrieb sie auf Twitter.

Joe Biden

Alle Informationen zum 46. US-Präsidenten finden Sie in den Biden-News.

Kamala Harris: Die Rechten der USA werden sich mit ihr abfinden müssen

Auch Steve Bannon, früherer Berater Donald Trumps, nimmt sich Harris als Feindbild. Er hat anscheinend sogar Angst, sie könnte die Regierungsgeschäfte noch vor der Wahl 2024 übernehmen – denn Joe Biden soll laut Bannon kränker sein, als viele wissen. Es sei also plausibel, dass er schon bald nicht mehr die Rolle des Präsidenten übernehmen kann. Dann würde der Albtraum vieler Rechtskonservativer in den USA wahr werden – und Kamala Harris einspringen.

Name: Kamala Devi Harris
Geburt:20. Oktober 1964 in Oakland, Kalifornien, USA
Position in den USA: Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten
Studium: Politik-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaft
Beruf: Anwältin

Zudem gibt es Rechtsextreme, die noch weiter gehen wollen. Mit verbalen Schüssen auf die Vizepräsidentin ist es für sie nicht getan. Eine Frau aus Florida drohte in einem Video: „Du wirst in 50 Tagen sterben, ich schwöre es beim verfickten Gott“ während sie auf einem Schießstand posierte. Einen Monat zuvor nahm die Polizei der USA einen schwer bewaffneten Mann fest, der vor dem Haus der Vizepräsidentin wartete. Er erzählte zuvor seiner Mutter, er wolle sich in Washington D.C. um „sein Problem“ kümmern.

Die Rechte in den USA wird sich auf lange Sicht mit einer Vizepräsidentin Kamala Harris anfreunden müssen. Nach knapp hundert Tagen im Amt stehen die Umfragewerte für sie und Biden gut – besser als in Trumps gesamter Amtszeit. (Sebastian Richter)

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