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Bemerkbar macht er sich an den Frankfurter Obstbäumen durchaus schon, der Frühling.
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Bemerkbar macht er sich an den Frankfurter Obstbäumen durchaus schon, der Frühling.

Wetter

Kalter Frühling sorgt für verspätete Blütenpracht

Durch den kalten Frühling ist die Vegetation zwei bis drei Wochen in Verzug. Für Apfelbäume und Menschen mit Allergien ist das ein Segen.

Kommt man dieser Tage an den zahlreichen Obstwiesen vorbei, kommt kein richtiges Frühlingsgefühl auf. Gerade die Apfelbäume blühen nur spärlich. Ein regelrechtes Frühlingserwachen könnte das kommende Wochenende schaffen. Mit bis zu 27 Grad, die für Sonntag vorhergesagt sind, könnten auch die Apfelbäume in Schwung kommen. Was aber macht diese Verspätung mit der Natur?

„In der Tat ist die Vegetation in diesem Jahr zwei bis drei Wochen im Verzug“, sagt die Frankfurter Biologin Hilke Steinecke. Während die Apfelbäume längst blühen müssten, sollten die Kastanien, Tulpen und Narzissen bereits verwelkt sein. „Wenigstens haben wir dann länger etwas von der Blütenpracht“, sagt Steinecke, die die aktuellen Schwankungen noch im Normalbereich verortet. Der April sei jedoch im langjährigen Mittel durch seine extreme Kälte aufgefallen. In Mitteldeutschland lag die Durchschnittstemperatur nur knapp über sechs Grad. Immer wieder kam nachts auch der Frost. So kam es zu Verzögerungen bei der Frühjahrsblüte.

Endlich wird alles leuchten

„In den letzten vier Jahren kam der Blühbeginn tatsächlich immer zu früh“, sagt Anja Engels, Phänologin beim Deutschen Wetterdienst. Letztes Jahr blühten aufgrund der schon frühen sommerlichen Temperaturen sowohl die Apfel- als auch die Kirschbäume zehn Tage früher als erwartet. „Von daher fühlt es sich dieses Jahr umso später an.“ Dabei seien die Apfelbäume mit Hinblick auf den langjährigen Mittelwert nur eine knappe Woche, und die Kirschbäume sogar nur zwei Tage zu spät.

Die Ernte sollte der Phänologin zufolge durch die späte Blüte nicht beeinträchtigt werden:„Der Baum holt so was ganz einfach wieder auf“, sagt Anja Engels. Auch Gerhard Weinrich vom Mainäppelhaus sorgt sich nicht um den verspäteten Blütentrieb. Der Verein betreibt mehrere Streuobstwiesen auf dem Lohrberg. „Für die Apfelbäume ist die aktuelle Situation zum Segen geworden. Hätten die Bäume früher geblüht, hätten sie womöglich den Nachtfrost der letzten Wochen nicht überstanden“, so der Vereinsvorsitzende. Zudem hätten die kühlen Temperaturen den Schädlingsbefall deutlich zurückgehalten. „Jetzt brauchen unsere Bäume nur noch Regen, denn die letzten Wochen waren nicht nur kalt, sondern auch sehr trocken.“

Am Wochenende kommt das Blühen dann so richtig in Schwung.

Ein Problem könnte einer erfolgreichen Ernte dennoch im Weg stehen. Durch das kalte und windige Wetter der letzten Wochen seien die Bienen kaum aktiv gewesen, sagt die Imkerin Lotte Jüling-Pohlit. Die Vorsitzende des Frankfurter Imkervereins konnte zu dieser Jahreszeit im letzten Jahr bereits den ersten Honig ernten. „Jetzt brauchen die Bienen den Honig, um selbst zu überleben. Unter zwölf Grad kommt keine Biene aus ihrem Stock, um Nektar zu ernten“, so Jüling-Pohlit. Die Bienen könnten nur schwer ihrer Aufgabe nachkommen, die Blüten zu bestäuben. Für eine jetzige Prognose sei es allerdings zu früh, ist sich die Imkerin sicher.

Menschen mit Pollenallergien müsste der kalte April wiederum sehr entgegengekommen sein. Die geballte Ladung an Pollen blieb dieses Jahr bis dato nämlich aus, so empfand es jedenfalls Phänologin Engels. Gräser werden ihr zufolge dieses Wochenende aber aufgrund der sommerlichen Temperaturen mit aller Wahrscheinlichkeit „markant kommen“. Für Allergiker:innen könne das zur Plage werden.

Wer dieses Wochenende bei den vorhergesagten Temperaturen im Wald unterwegs ist, soll Ausschau nach Buchen halten. Nach einer eher zögerlichen Blattentfaltung dieses Jahr müssten diese dank der Hitzewelle schlagartig grün erscheinen, so lautet die Prognose von Anja Engels. „Endlich wird alles leuchten.“ (ALINA HANSS und CLARA MEYER-HORN)

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