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Gerlinde Kaltenbrunner und Ralf Dujmovits auf dem Gipfel des Lhotse (20.05.2009).

Gerlinde Kaltenbrunner

"Im Juni geht's an den K2"

Noch mitten im Abstieg denkt Gerlinde Kaltenbrunner schon an ihren nächsten Achttausender. Auf den K2 soll es im Juni gehen, erzählt sie im FR-Interview per Funktelefon. ( mit Gipfel-Video)

Frau Kaltenbrunner, am Mittwoch haben Sie den 8516 Meter hohen Lhotse-Gipfel erreicht. Herzlichen Glückwunsch! Wie war es denn da oben?

Eisigkalt mit Windgeschwindigkeiten um die 30 Kilometer pro Stunde, die Temperaturen lagen um minus 25 Grad Celsius. Ich habe mich riesig gefreut mit meinem Mann Ralf Dujmovits oben zu stehen und den atemberaubenden Blick zu genießen. Das Wetter war ja auch ideal. Wir blickten auf all die rundum liegenden kleineren Achttausender hinunter. Nur der Mount Everest, der höchste Berg der Erde, der ganz nahe am Lhotse ist, war ein Stückerl höher. Das war ein sehr, sehr bewegender Moment.

Wie lange waren Sie oben?

Ich war die erste oben, etwa eine Stunde vor dem Ralf. Gemeinsam waren wir dann noch maximal eine Viertelstunde oben. Dann haben wir geschaut, dass wir rasch wieder runter kommen. Denn die Gefahr, dass man sich da oben Erfierungen holt, ist doch groß. Unsere beiden anderen Teamkollegen, der Kameramann David Göttler und der Japaner Hirotaka Takeuchi sind dann auch noch auf den Gipfel gestiegen.

Haben Sie sich etwas erfroren?

Gott sei Dank nicht. Wir sind sehr gut ausgerüstet und wir waren ja auch immer in Bewegung beim Steigen und Klettern. Ich habe aber noch ein taubes Gefühl in den Fußzehen. Das ist normal und geht hoffentlich bald wieder weg.

Wie lange sind Sie vom Lager 4 auf 7850 Metern bis zum Gipfel marschiert?

Sechs Stunden, 45 Minuten.

Sind Sie jetzt sehr erschöpft?

Ich bin jetzt den ersten Tag wieder im Basislager. Ich bin körperlich anwesend, aber mein Geist ist noch am Berg. In Gedanken bin ich noch auf dem Gipfel. Natürlich bin ich auch müde, aber das gehört einfach dazu. Wir sind jetzt am Zusammenpacken, weil morgen die Lasttiere, die Yaks, kommen. Morgen werden wir das Basislager verlassen.

Wohin geht es dann?

Wir steigen ab bis zu dem winzigen Flughafen in Lukla und werden von dort wieder in die nepalesische Hauptstadt Kathmandu fliegen.

Was machen Sie dort?

Dort wird es ein Fest für den Ralf geben - denn der hat mit der Lhotse-Besteigung alle Achttausender der Erde erklommen. Anschließend werden wir noch die neue Schule in Thulosirubari, einem kleinen Dorf 75 Kilometer nordöstlich von Kathmandu, einweihen. Wir unterstützen ja seit Jahren dieses Projekt. Dann geht’s zurück nach Deutschland.

Und dort werden Sie richtig Sommerferien machen?

Na, die Ruhephase wird nur sehr kurz sein. Am 10. Juni fliege ich mit dem David Göttler nach Pakistan, um dort den zweithöchsten Berg der Erde, den K 2 zu versuchen.

(Interview: Katharina Sperber)

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