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Milliarde-Klage gegen Johnson & Johnson: Pharmakonzern soll Risiken verharmlost haben

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Opioid-Schmerzmittel
Dem Konzern Johnson & Johnson wird vorgeworfen, Risiken von Opioid-Schmerzmittel aus Profitgier verharmlost zu haben. (Symbolbild) © Robin Rayne via www.imago-images.de

Johnson & Johnson steht wegen Mitverantwortung an der Opioid-Krise in den USA vor Gericht. Angesichts der Berichte um Thrombose-Fälle um den Corona-Impfstoff kommt das Verfahren zur Unzeit.

San Francisco – Für Johnson & Johnson häufen sich die Negativ-Schlagzeilen. Das Unternehmen ist derzeit nicht nur in einen Skandal um Babypuder verwickelt, auch mit dem Corona-Impfstoff gibt es Probleme. Sein Einsatz in den USA wurde nach Berichten über Thrombose-Fälle bei sechs geimpften Frauen ausgesetzt.

Nun steht der Konzern mit drei weiteren Pharmaunternehmen vor Gericht – wegen Mitverantwortung an der Opioid-Krise in den USA. Das Verfahren kommt zur Unzeit.

USA: Konzern Johnson & Johnson soll Risiken von Opioid-Schmerzmittel verharmlost haben

Drei kalifornische Bezirke sowie die Stadt Oakland forderten in ihrer am Montag (19.04.2021, Ortszeit) verlesenen Klage einen Schadensersatz in Milliardenhöhe von Johnson & Johnson, Teva, Endo und Allergan. Den Unternehmen wird vorgeworfen, die Risiken starker Opioid-Schmerzmittel aus Profitgier verharmlost zu haben. „Die Angeklagten haben den Profit über das Leben gestellt und die Öffentlichkeit über die wirklichen Gefahren von Opioiden getäuscht“, sagte der Rechtsvertreter des Bezirks Santa Clara County, James Williams. Die Pharmafirmen hätten die Gefahren einer Langzeiteinnahme von Opioiden bewusst heruntergespielt.

Zu diesen Opioiden zählt das Schmerzmittel Fentanyl, das 50 Mal stärker ist als die illegale Opioid-Droge Heroin. Tausende Klagen im Zusammenhang mit der Opioid-Krise wurden bereits bei US-Gerichten eingereicht. Allein im Jahr 2019 starben in den USA 50.000 Menschen an der übermäßigen Einnahme von Opioiden. Binnen zwei Jahrzehnten waren es nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC fast eine halbe Million Todesopfer.

Johnson & JohnsonPharmakonzern
Gegründet1886
SitzNew Brunswick, New Jersey, USA
Umsatz82 Milliarden US-Dollar (Quelle: Geschäftsbericht 2019)

Opioid-Krise in den USA: Johnson & Johnson vor Gericht

Die Kläger – die kalifornischen Bezirke Santa Clara, Los Angeles und Orange sowie die Stadt Oakland – fordern von den Unternehmen zudem, ihr Marketing für die Schmerzmittel in Zukunft einzustellen. Der Staat Kalifornien habe enormen Schaden erlitten, während die angeklagten Unternehmen beispielsweise 2014 „Blockbuster-Gewinne“ von elf Milliarden Dollar (9,11 Milliarden Euro) durch die Opioide erzielt hätten. Die angeklagten Unternehmen äußerten sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Bereits 2019 war Johnson & Johnson im Zusammenhang mit der Opioid-Krise zu einer Strafzahlung in Höhe von 465 Millionen Dollar verurteilt worden, weil das Unternehmen nach Auffassung des Gerichts in Oklahoma die Risiken heruntergespielt hatte. J&J ging in Berufung, eine Entscheidung steht noch aus. (FR/AFP)

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