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Kris Wu.
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Kris Wu.

Verhaftung von Kris Wu

Jobs gegen Sex? – #Metoo erreicht China

  • VonFabian Kretschmer
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Popstar Kris Wu verhaftet – #Metoo-Debatte erreicht nun China.

Ein einfacher social media Post brachte Chinas hochrangigsten #Metoo-Fall ins Rollen: Anfang Juli beschuldigte die 19-jährige Influencerin Du Meizhu den kanadisch-chinesischen Popstar Kris Wu, teils minderjährige Mädchen für Jobaussichten zu Sex gedrängt zu haben.

Trotz immer mehr jungen Frauen, die Anschuldigungen erhoben, stritt der 30-jährige Wu die Taten ab. Am Samstag nahm die Polizei in Peking nun den Sänger in Untersuchungshaft wegen des Verdachts auf Vergewaltigung. Im chinesischen Rechtssystem kommt dies fast einem Schuldspruch gleich.

Bei Kris Wu handelt es sich nicht um einen C-Promi, sondern um den vielleicht beliebtesten Superstar seiner Generation: Geboren in Guangzhou, emigrierte die alleinerziehende Mutter mit ihren damals zehnjährigen Sohn nach Vancouver, ein beliebtes Auswanderziel für gutbetuchte chinesische Familien.

2008 nahm Wu an einem globalen Casting des südkoreanischen Labels SM Entertainment teil, welches ihn in die erfolgreiche Boyband „Exo“ steckte. Die K-Pop-Gruppe bediente sowohl den Markt in Südkorea als auch in China. Doch Wu konnte nicht die Musik machen, für die er brannte. Erst als Solokünstler in China gelang ihm der wirkliche Durchbruch als Rapper mit eigenständigem Stil.

Seit Jahren kursieren Gerüchte um das Playboy-Image des Sängers. Und bislang reagierten Behörden bei vergleichbaren Anschuldigungen gegen Prominente stets nervös: Junge Frauen, die sich öffentlich zur Wehr setzten, wurden nicht selten vom Zensurapparat mundtot gemacht. Die Parteikader in Peking fürchten, dass eine #Meetoo-Bewegung potenziellen Graswurzel-Aktivismus auslösen könnte.

Das nun harte Vorgehen könnte laut Kritiker:innen damit zu tun haben, dass Wu die kanadische Staatsbürgerschaft besitzt. Die Parteizeitung „Renmin Ribao“ kommentiert, dass eine ausländische Staatsbürgerschaft nicht vor dem Gesetz schütze.

Die U-Haft belastet das ohnehin angespannte Verhältnis der Staaten: Seit gut zwei Jahren sitzen die Kanadier Michael Spavor und Michael Kovrig in chinesischen Gefängnissen. Ihre Haft wird allgemein als „politische Geiseldiplomatie“ wahrgenommen, da sie kurz nach der Verhaftung der Huawei-Finanzchefin in Vancouver erfolgte. Auf Weibo, dem führenden sozialen Netzwerk des Landes, dominiert der Fall Wu die Debatte. Die Verhaftungsnachricht auf dem Kanal der Pekinger Polizei erhielt mehr als elf Millionen likes. Viele User:innen wünschen Wu eine möglichst lange Haftstrafe.

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