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„Und nichts bleibt, und nichts bleibt, wie es war“: Für Berlin gilt das ganz besonders. 

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Und jetzt alle mitsingen!

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Wechselhaft wie die Stadt selbst: Die Fashion Week wandert in diesem Jahr ins Berliner Kraftwerk. Der Kommentar.

Gut möglich, dass Hannes Wader hier das erste Mal in einem Text über Mode vorkommt. Dabei hat der Liedermacher doch geschrieben, was zumindest die Hymne der Berliner Modewoche hätte werden können. „Heute hier, morgen dort / Bin kaum da, muss ich fort“, sang Wader einst. Und die Fashion Week stimmt fröhlich ein.

Seit Montag findet das Gros der Schauen erstmals im Berliner Kraftwerk statt. Seit ihrer ersten Ausgabe 2007 ist es der fünfte Standort der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin. Brandenburger Tor, Bebelplatz, dann wieder Brandenburger Tor, ein paar unglückliche Jahre in einer verwaisten Eissporthalle, danach im ehemaligen Kaufhaus, zuletzt im denkmalgeschützten Umspannwerk: Manchmal schien es, als sei bloß auf die vielen Kritikerinnen und Kritiker Verlass, die der Fashion Week mit jedem neuen Austragungsort hämisch das Ende attestierten.

Dabei gibt es auch erfreulichere Konstanten: Bettina Haussmann von Mercedes-Benz erklärt der FR, warum ausgerechnet ein branchenfremdes Unternehmen seit genau 25 Jahren Modewochen auf der ganzen Welt sponsert, darunter eben auch die Berliner Fashion Week.

Dass an der Modewoche ansonsten wenig gleichgeblieben ist, passt doch eigentlich hervorragend zu Berlin, dieser ewig wechselhaften Stadt. Und zu ihrer Mode sowieso: Noch vor hundert Jahren nämlich hätte ihr niemand ihren Wert abgesprochen. Einen Blick auf diese Glanzzeiten, in der jüdische Konfektionäre den Berliner Geschmack weltberühmt machten, gibt es morgen auf dieser Seite.

Blicke aber sind längst nicht genug. Schließlich muss gute Mode auch beschrieben und besprochen werden. Warum es also ein gutes Zeichen ist, dass es auf der Berliner Modewoche zwar immer weniger Schauen, dafür aber mehr Talks und Konferenzen gibt, steht hier am Donnerstag.

Klar, dass auf dieser Seite auch ein paar Worte zu den Modenschauen fallen: Die ganze Woche hindurch gibt es Notizen zu den neuen Kollektionen. Auch die werden sicherlich einige Neuerungen bereithalten. Mode ist eben Veränderung. Oder wie es im Waderschen Liedgut heißt: „Und es ist mir längst klar / Dass nichts bleibt / Dass nichts bleibt, wie es war.“

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