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Strammen Schrittes Richtung Privatsphäre – auch wenn’s die wohl gar nicht gibt.

Harry & Meghan

Jetzt aber wirklich

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Eine letzte Preisverleihung, eine letzte Gala, ein letztes Mal in Uniform: Den ganzen März hi durch reihten sich für Harry und Meghan letzte Termine als Royals aneinander. Ab heute ist endlich richtig Schluss.

Ist ja nicht so, als hätten sie nicht ausreichend Goodbye gesagt. Der Herzog und die Herzogin von Sussex hangelten sich bei ihrer mehrtägigen Abschiedstour Anfang März von einem letzten Termin zum nächsten. Einmal strahlten sie auf einer Preisverleihung, dann glänzte Meghan in roter Abendrobe, während Harry noch einmal die volle Uniform ausführte. Und den wirklich allerletzten Auftritt saßen sie in der Westminster Abbey auf ihren Kirchenplätzen ab.

Die schönen Fotos dieses Abgangs in zig Akten zierten tagelang den Boulevard. Doch das war Anfang dieses Monats, seit Corona ist die Welt eine andere. Und so ist der endgültige Abschied der beiden denn auch ein leiser. Ab April sind sie keine Vollzeitroyals mehr, verzichten auf die Anrede „Königliche Hoheit“ und nehmen keine offiziellen Aufgaben für das Königshaus mehr wahr, sondern wollen „finanziell unabhängig“ leben.

Hollywood ruft bereits, und Ex-Schauspielerin Meghan folgt, wie ihre Sprecherinnenrolle im neuen Disneyfilm „Elephants“ belegt. Etliche Privilegien aber fallen weg. Ungeklärt ist etwa nach wie vor die Frage, wer künftig die Sicherheit des abtrünnigen Paares bezahlt. Nachdem bekanntwurde, dass die beiden mit Sohn Archie von Kanada nach Los Angeles gezogen sein sollen, schaltete sich US-Präsident Donald Trump auf Twitter ein.

Wie zuvor kanadische Politiker betont auch er, dass Amerika nicht für die Kosten des Personenschutzes aufkommen werde. „Sie müssen zahlen“, so Trump, der derzeit offenbar keine drängenderen Probleme zu haben scheint, als sich um die Rastlosigkeit der Aussteiger-Royals zu kümmern. In einer Stellungnahme von Harry und seiner Frau hieß es daraufhin, man wolle die US-Regierung nicht um Hilfe bei der Finanzierung bitten.

Stattdessen berichten Medien, dass Herzog und Herzogin noch in dieser Woche auf Instagram ihre neue Marke sowie Wohltätigkeitsorganisation vorstellen wollen. Sie scheinen trotz der zahllosen Patzer der vergangenen Monate ihr Gefühl für schlechtes Timing nicht verloren zu haben. Im Königreich herrscht Coronaviruskrise, die Zahl der Todesopfer steigt täglich, das Land ist im Lockdown.

Wortmeldungen der Sussexes über die eigene Zukunft stoßen den Britinnen und Briten durchaus auf, das wird schon in sozialen Medien deutlich. Harry und Meghan seien „ziemlich irrelevant“, meint Königshaus-Expertin Penny Juno. Fürs Erste würden sie wahrscheinlich zu einer fernen Erinnerung werden. Dabei sollte doch alles ganz anders kommen.

Das britische Fußvolk freute sich im Kollektiv, als der charmante Rotschopf, ehemals Party- und Problemprinz, mit Meghan Markle endlich seine Liebe fand, schwenkte Fähnchen, als das Paar Traumhochzeit feierte, und war entzückt, als die beiden Eltern wurden. Hier präsentierte sich die neue, die moderne Seite der verstaubten Monarchie. Die US-amerikanische Ex-Aktivistin und Tochter einer Schwarzen würde gemeinsam mit Harry das Königshaus ins neue Zeitalter retten.

Mittlerweile hat es sich ausgejubelt. Nach unzähligen Negativschlagzeilen über Streitigkeiten zwischen Harry und Bruder William, über „Duchess Difficult“, „die schwierige Herzogin“ Meghan, die Medienberichten zufolge mit ihrer Rolle als hübsche Händeschüttlerin und stimmlose Krankenhauseinweiherin haderte. Während einige Kritik sicherlich gerechtfertigt war, schlugen Teile der Boulevardpresse verbal ohne Erbarmen auf die 38-Jährige ein.

Und das nicht nur, weil das Paar ein privates Leben in der Öffentlichkeit zu führen wünschte, was wohl weiter ein zum Scheitern verurteiltes Unterfangen bleibt. Für Ärger sorgte unter anderem auch, dass die beiden Jets für Urlaube nutzten, sich weigerten, Archies Taufpaten preiszugeben sowie dass die Herzogin bei einem Besuch in Wimbledon Bodyguards vorschickte, um Fanfotos von sich zu verhindern.

Das Paar verwische die Linien zwischen „royal“ und „prominent“, schimpften Kolumnisten, die darauf hinwiesen, dass der Steuerzahler den Großteil der Ausgaben für die Sussexes übernimmt. Keine zwei Jahre nach ihrer Vermählung gaben der Herzog und die Herzogin auf und verkündeten ihren halben Rücktritt, der nach mehreren Krisengipfeln mit der Queen in einen vollen Austritt mündete. Ab morgen sind die Sussexes so privat, wie britische Ex-Royals eben privat sein können.

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