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Tausende von Israelis haben am Donnerstag in Jerusalem an der Gay-Pride-Parade teilgenommen. Sie forderten gleiche Rechte für Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle (LGBT).

„Eine Gemeinschaft - Viele Gescihter“

Tausende bei Pride-Parade in Jerusalem - Mann mit Messer festgenommen

Tausende von Israelis haben am Donnerstag in Jerusalem an der Gay-Pride-Parade teilgenommen. Rund 2500 Polizisten waren im Einsatz, 17 Verdächtige wurden festgenommen.

Jerusalem - Tausende von Israelis haben am Donnerstag in Jerusalem an der Gay-Pride-Parade teilgenommen. Sie hielten Schilder in die Höhe und forderten gleiche Rechte für Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle (LGBT). Nach Angaben eines Polizeisprechers waren rund 2500 Polizisten im Einsatz. Am Rande der Parade wurden 17 Verdächtige festgenommen, darunter auch ein Mann, der nach Polizeiangaben ein Messer versteckt bei sich trug. Vor vier Jahren hatte ein strengreligiöser Jude bei der Parade in Jerusalem eine 16-Jährige erstochen. Ein Gericht verurteilte den Mörder später zu lebenslanger Haft plus 31 Jahre. Er hatte bereits 2005 bei der Gay-Pride-Parade in Jerusalem Teilnehmer mit einem Messer verletzt. 

Zu einer brutalen Messer-Attacke kam es auch in einem Flüchtlingsheim für Asylbewerber und Obdachlose in Bargfeld-Stegen. Zwischen Lübeck und Hamburg kam es zum Drama.

Pride-Parade in Jerusalem: „Eine Gemeinschaft - viele Gesichter“

Das Motto der diesjährigen Veranstaltung lautete: „Eine Gemeinschaft - viele Gesichter.“ In Jerusalem fand auch eine Gegendemonstration der rechtsextremen Vereinigung Lehava statt. Auf schwarzen Spruchbändern stand: „Das ist kein Stolz, sondern ein Gräuel.“

Israel ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich toleranter gegenüber Homosexualität geworden. Gleichgeschlechtliche Paare können jedoch nicht heiraten und es gibt Probleme bei Adoption und Leihmutterschaft. Strengreligiöse Parteien haben großen Einfluss in der rechts-religiösen Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Sie lehnen Gesetzesänderungen zugunsten von Schwulen und Lesben ab, weil sie dies als Verstoß gegen jüdische religiöse Gebote ansehen.

International bekannte Gay-Pride-Parade in Tel Aviv am 14. Juni

Die international bekanntere Gay-Pride-Parade in Tel Aviv findet am 14. Juni statt. Die liberale Küstenmetropole gilt als Hochburg der Szene im Nahen Osten. Am Dienstag hatten dort 23 homosexuelle Paare mit einer Massenhochzeit für die Rechte von Schwulen und Lesben demonstriert.

Lesen Sie auch: In der Straßenbahn in Bremen kam es zur Messer-Attacke auf einen 16-Jährigen. Der Angriff hatte wohl einen islamfeindlichen Hintergrund. Der Täter wurde geschnappt.

dpa

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