Schwiegersohn des US-Präsidenten

Jared Kushner unterstützt Donald Trump: „Manche Schwarze wollen nicht erfolgreich sein“

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Jared Kushner, Schwiegersohn des US-Präsidenten Donald Trump, sorgt mit einem Kommentar für Entsetzen. Der Ehemann von Ivanka Trump wärmt damit eine alte Debatte auf.

Washington – Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, hat sich zu Armut unter Schwarzen in den USA geäußert. Die Politik von Donald Trump helfe den Schwarzen, von den Problemen loszukommen, über die sie sich beschweren, erklärte Kushner. „Aber wir können nicht dafür sorgen, dass sie erfolgreicher sind, als sie selbst erfolgreich sein wollen“, so Kushner wörtlich. Im Anschluss behauptete er, dass die Unterstützung in der Schwarzen Bevölkerung für US-Präsident Trump stark gewachsen sei.

Jared Kushner stößt in alte Kerbe über Schwarze in den USA und sozialen Erfolg

Mit Aussagen über Schwarze in einem Interview mit dem US-Sender Fox News hat Jared Kushner Kritik auf sich gezogen.

Mit dieser Aussage knüpft Jared Kushner bewusst oder unbewusst an eine Debatte der 1970er- und 80er-Jahre an. Damals hatte Ronald Reagan das hartnäckige Klischee geprägt, dass Schwarze in den USA untätig seien und ihr Geld vor allem durch Betrug am Sozialsystem verdienen. So war 1974 der Fall von Linda Taylor bekannt geworden, die durch umfangreichen Sozialbetrug ein Vermögen von umgerechnet rund 220.000 Euro erreicht hatte.

Kritik an Trump-Schwiegersohn Kushner folgt schnell

Umgehend folgte Kritik auf die Äußerungen von Kushner. Neben dem Klischee, auf das Kushner eingeht, richtet sich die Kritik auch gegen den Präsidenten-Schwiegersohn selbst. Als Kind einer wohlhabenden Familie habe er die Probleme, welchen sich viele Schwarze in den USA gegenüber sehen, nie kennengelernt.

CNN-Analyst Brandon Tensley sieht in Kushners Kommentar außerdem einen Hinweis darauf, wie im Weißen Haus über Schwarze in den USA gedacht wird – und dass dieses Denken dem Gefühl vieler Schwarzer Amerikaner entspreche. Diese sehen den US-Präsidenten als Rassisten, wie eine Umfrage der Washington Post und des Umfrageinstituts Ipsos zeigt.

Donald Trump gilt unter Schwarzen in den USA als Rassist

Acht von zehn Befragten halten Trump für einen Rassisten, 65 Prozent sagen, dass aktuell eine „schlechte Zeit“ für Schwarze in den USA sei. Das Team um Donald Trump hatte im Zuge der US-Wahl zuletzt versucht, Schwarze Wähler von sich zu überzeugen. Diese Versuche werden durch die Äußerung von Kushner delegitimiert, so Tensley. Noch mehr als das: Die Äußerung vergrößert die Furcht vieler Schwarzer in den USA, dass die Trump-Administration kein Interesse an ihren speziellen Problemen hat und sie nicht auf die Unterstützung von Trump bauen können. Aufgrund ähnlicher Skandale war auch die Kritik an Trump unter Republikanern gewachsen.

Kritik an Kushner auch von den Demokraten

Kritik an der Äußerung von Kushner gab es auch vom politischen Gegner. Der Presssprecher des Nationalkomitees der Demokratischen Partei, Brandon Gassaway, sprach von „Missachtung“ und „Herzlosigkeit“ der Trump-Regierung gegenüber den Schwarzen in den USA. „Wir können uns keine weiteren vier Jahre eines Weißen Hauses leisten, das unsere Stimmen nicht ernst nimmt und uns sagt, wir sollten dankbar sein für die Reste, die vom Verhandlungstisch übrig bleiben“, so Gassaway. (Marcel Richters)

Rubriklistenbild: © Alex Brandon / dpa

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