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Präsidententochter Ivanka Trump.

Mode

Ivanka Trump erntet Hohn und Spott

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Präsidententochter Ivanka Trump gibt ihre Modemarke auf. Das glanzlose Ende sorgt für Schadenfreude.

So kann man’s natürlich auch ausdrücken: „Ich weiß, dass mein Fokus in absehbarer Zukunft auf meiner Arbeit in Washington liegen wird“, heißt es in Ivanka Trumps Stellungnahme. Die Entscheidung ihre Modemarke aufzugeben sei also die einzig faire Lösung gegenüber Team und Partnern, die 18 Mitarbeiter der Firma waren schon zuvor über das Aus informiert worden.

Trump-Produkte können Erwartungen nicht erfüllen 

Was die Meldung vom Dienstag freilich verschweigt: Schon lange war die Marke der First Daughter zum politischen Minenfeld geworden, zuletzt hatte die kanadische Warenhauskette Hudson’s Bay gemeldet, Trump-Artikel aus dem Sortiment zu nehmen. Die Produkte des Labels, dessen Wert vor der Amtseinführung Donald Trumps auf immerhin 100 Millionen US-Dollar geschätzt worden war, hätten die wirtschaftlichen Erwartungen längst nicht mehr erfüllen können. Grund dafür dürften nicht zuletzt fortwährende Boykottaufrufe durch Prominente und politische Aktivisten gewesen sein.

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Die Leitung der Modefirma hatte die Tochter von Donald Trump schon unmittelbar nach der Wahl ihres Vaters zum US-Präsidenten abgegeben, um im Weißen Haus als Beraterin zu arbeiten. Doch das Label „Ivanka Trump“ blieb an der gleichnamigen Marke haften.

Und dass eben das bei Brancheninsidern und Modefans nicht mehr gut ankommt, hatte zuvor schon Geplänkel um die First Lady bewiesen: Namhafte Modemacher hatten schon 2017 bekanntgegeben, dass sie Melania Trump nicht einkleiden werden. Unter anderem Marc Jacobs, Tom Ford und Philip Lim ließen öffentlichkeitswirksam wissen, dass sie auf das verzichten wollen, was unter US-Designern lange als Ehre galt. Die Politik Donald Trumps und eine Szene, die sich in ihren besseren Momenten durch Vielfalt auszeichnet – für Insider passt das nicht zusammen. Und das bekam eben auch seine Tochter Ivanka zu spüren.

Ein weiterer Skandal um das Label entzündete sich im Februar 2017, als Kellyanne Conway im US-Sender Fox offen für die Produkte der Marke warb: „Kauft Ivankas Sachen“, rief die Trump-Beraterin auf, bezeichnete ihren Auftritt gar als „Gratiswerbung“. Wegen Verstößen gegen die Ethikregeln der US-Regierung wurde im Nachhall ermittelt. Es sind Episoden wie diese, die immer weiter am Glanz der Marke „Ivanka Trump“ kratzten – der ohnehin nie besonders stark war. 

Trump-Label hatte keine eigene Modesprache

Denn fest steht: Mit dem Ende des Labels geht der Mode objektiv betrachtet wenig verloren. Eine eigene, präzise Modesprache hatte das Label nie, das 2007 zunächst mit Schmuck gestartet war und über die Jahre von Schuhen über Handtaschen bis zu Kleidern den kompletten Kleiderschrank der Kundin zu füllen versuchte. Ivanka Trumps Mode war angepasst, durchschnittlich. Und entgegen den „America first“-Fantasien ihres Vaters maßgeblich in Asien gefertigt.

Auch das bietet Kritikern eine willkommene Angriffsfläche. „Eine Schweigeminute für all die verlorenen Jobs in China“, twitterte US-Komiker John Fugelsang zum Aus.

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