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Hochwasser

Mittelmeer-Hurrikan trifft Sizilien: Rettungskräfte bergen drittes Todesopfer

  • Vincent Büssow
    VonVincent Büssow
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Ein heftiges Unwetter sorgt in Süditalien für Zerstörungen. Seine Folgen fordern bislang mindestens drei Todesopfer. Der Sturm soll sich sogar noch verstärken.

Update von Donnerstag, 28.10.2021, 14.26 Uhr: Bei dem verheerenden Sturm mit Überschwemmungen auf der Insel Sizilien in Italien haben Rettungskräfte die Leiche einer vermissten Frau geborgen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Die Zahl der Todesopfer wegen des Mittelmeer-Hurrikans ist damit auf drei gestiegen.

Die Frau soll laut Rettungskräften am Sonntag (24.10.2021), so wie ihr Mann, aus dem Auto gestiegen und von den Wassermassen erfasst worden sein. Ihre Leiche habe man etwa fünf Kilometer vom Wagen entfernt entdeckt, teilte demnach die Polizei in Catania am Donnerstag (28.10.2021) mit. Ihren Mann hatte man zuvor etwa zwei Kilometer entfernt tot aufgefunden. Am Dienstag (26.10.2021) war ein anderer Mann in Catania zu Tode gekommen, weil auch er aus dem Auto ausgestiegen und dann vom Wasser darunter gedrückt worden sei.

Heftige Regenfälle haben Straßen in Catania auf Sizilien zeitweise in Flüsse verwandelt.

Und die Insel Sizilien erwartet bereits die nächste Schlechtwetterfront: Mehrere italienische Medien berichten laut dpa, dass die italienische Insel noch am Donnerstagabend oder am Freitagmorgen ein sogenannter Medicane erreichen könnte. Bei einem solchen „Mediterranean Hurricane“ handelt es sich um einen Wirbelsturm im Mittelmeer.

Mittelmeer-Hurrikan bei Insel Sizilien in Italien: Wetterdienst mit schlechter Prognose

Update von Donnerstag, 28.10.2021, 13.44 Uhr: Der seltene Mittelmeer-Hurrikan über der italienischen Insel Sizilien verursacht seit Sonntag (24.10.2021) heftige Regenfälle, insbesondere in den östlichen Regionen um die Stadt Catania. Und er soll sogar wieder schlimmer werden, sagt Meteorologe Sebastian Altnau vom Deutschen Wetterdienst (DWD) der Frankfurter Rundschau: „Das Tief wird sich nach aktuellen Prognosen bis zum Freitag weiter verstärken und tropische Charakterzüge annehmen.“

Der Grund für die massiven Überschwemmungen der vergangenen Tage erklärt der Wetter-Experte so: „Das Tief über dem Mittelmeer südlich von Sizilien war dort in den vergangenen Tagen relativ stationär.“ An einer Station in der Nähe des Ätnas seien von Sonntag bis Dienstag über einen Zeitraum von etwa 48 Stunden Regenmengen um 600 Liter pro Quadratmeter gemessen worden, so Altnau. In einem größer gefassten Bereich um den Vulkan Ätna habe man Werte um 150 bis 300 Liter auf einem Quadratmeter registriert.

Sturm und Überschwemmungen in Sizilien: Besseres Wetter erst am Samstag und Sonntag

Zurzeit liege das subtropische Tief vor der Küste Libyens und ziehe langsam nach Sizilien, wie Altnau sagt. Im Osten und Norden der Insel soll es Wetter-Modellen des DWD zufolge bis einschließlich Samstag noch einmal Regenmengen zwischen 100 und 250 Litern pro Quadratmeter geben – mit Gewittern punktuell auch um 300 Liter pro Quadratmeter. „Dabei sind neuerlich Überflutungen zu erwarten“, warnt der DWD-Meteorologe. Zudem könne es zu starken Winden bis hin zu Orkanböen kommen.

Abschwächen soll sich das Tief erst am Samstag und Sonntag, so Altnau. Dann soll es wieder in Richtung Südosten ziehen. Auf den Vulkan Ätna, der nahezu zeitgleich am vergangenen Sonntag ausgebrochen war, wirkt sich der Sturm bis dahin aber nicht aus. „Hier gibt es keine mir bekannte Wechselwirkung“, sagt der Wetter-Experte.

Mittelmeer-Hurrikan überflutet Teile der Insel Sizilien: Regen noch bis zum Wochenende?

Update von Mittwoch, 27.10.2021, 11.00 Uhr: Ein sehr seltener Mittelmeer-Hurrikan hat Teile der Insel Sizilien in Italien überflutet. Bereits seit Sonntag (24.10.2021) sorgen schwere Regenfälle für Chaos, vor allem in der regionalen Hauptstadt Catania. Dort verwandelten sich Straßen zu reisenden Flüssen, wie Videoaufnahmen, die auf Twitter kursieren, zeigen.

Mindestens zwei Menschen sind bislang ums Leben gekommen. Die zwei Männer starben laut Berichten von Sky Italia als sie im Auto saßen beziehungsweise daraus aussteigen wollten.

Zahlreiche Straßenzüge von Catania gleichen reißenden Flüssen. (Screenshot)

Salvatore Pogliese, Bürgermeister der Stadt Catania, hat mittlerweile verfügt, alle Geschäfte zu schließen. Die Feuerwehr war seit Sonntag laut eigenen Angaben mehr als 400 Mal im Einsatz. Eine Entspannung der Lage ist bislang nicht in Sicht. Wetterdienste rechnen noch bis zum Wochenende mit Regenfällen auf Sizilien. Das verantwortliche Tiefdruckgebiet über dem Mittelmeerraum bewegt sich aufgrund hoher Wassertemperaturen nur sehr langsam.

Erstmeldung von Dienstag, 26.10.2021, 17.30 Uhr: Catania – Im Süden von Italien kam es in den vergangenen Tagen zu heftigen Stürmen und Überschwemmungen. Die massiven Regenfälle in Sizilien und Kalabrien* sorgten für Zerstörung, wobei auch schon ein erstes Todesopfer bestätigt wurden, wie merkur.de berichtete. Aufgrund der kritischen Situation wurden außerdem Schulen geschlossen und dutzende Flüge gestrichen.

Die erschreckenden Bilder aus Süditalien zeigen überschwemmte Straßen und Dorfplätze und erinnern an die Flutkatastrophe in NRW. Autos stehen unter Wasser oder werden weggeschwemmt. Winde mit Geschwindigkeiten von 100 Kilometern pro Stunde und heftiger Niederschlag sorgen für Chaos. Dabei fiel innerhalb weniger Stunden so viel Regen in Süditalien wie in den vergangenen sechs Monaten. Bereits am Montag (25.10.2021) kam es zu hunderten Einsätzen der Feuerwehr. Am selben Tag rief der Katastrophenschutz die „Alarmstufe Rot“ auf Sizilien aus.

Immer wieder kommt es zu Hochwasser in Italien. Aktuell sorgt ein Sturm im Süden für Zerstörung (Archivfoto).

Todesopfer nach „Mittelmeer Hurrikane“ in Süditalien

In der Stadt Scordia hat es das erste Todesopfer durch den Sturm gegeben, bei dem manche von einem „Mittelmeer-Hurrikan“ sprechen. Der 67-jährige Mann hielt sich in einer ländlichen Gegend auf und wurde zusammen mit seiner 65-jährigen Frau vermisst, wie Periodicoitaliano.it berichtete. Über ihren Verbleib gab es noch keine Erkenntnisse.

Auch am Dienstag (26.10.2021) nahmen die übermäßigen Regenfälle und starken Winde nicht ab. So wurde Catania von einem heftigen Sturm heimgesucht, der die Altstadt überflutete. Stromausfälle und weitere Zerstörungen sind die Folge. Auch in den nächsten Tagen soll das Extremwetter nicht abnehmen.

Italien: Extreme Stürme in Sizilien und Kalabrien

Grund für das extreme Wetter ist ein Tiefdruckgebiet, das sich nicht von der Stelle bewegt. Deshalb wird die Lage im Süden von Italien in den kommenden Tagen weiterhin kritisch bleiben, wie das Portal gazzettadelsud.it berichtete. Während sich das Wetter in Sizilien etwas beruhigen soll, wird es vor allem in Kalabrien weiterhin starken Regen und Wind geben.

Erst im August hatte Italien mit Hochwasser zu kämpfen: Im Norden des Landes kam es zu Erdrutschen und Schlammlawinen. (vbu) *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © STRINGER

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