Die Internationale Raumstation (ISS) in der Erdumlaufbahn, aufgenommen kurz nach dem Abdocken der Raumfähre Atlantis vom orbitalen Außenposten. (Archiv)
+
Die Internationale Raumstation (ISS) in der Erdumlaufbahn: Derzeit haben die Raumfahrer mit einem Leck zu kämpfen. (Archiv)

Internationale Raumstation

Probleme auf der ISS behoben: Astronauten wieder in Sicherheit

  • Tim Vincent Dicke
    vonTim Vincent Dicke
    schließen
  • Marvin Ziegele
    Marvin Ziegele
    schließen

Die Internationale Raumstation ISS kämpft mit Problemen: Zu einem Leck kommt ein Problem mit der Sauerstoffversorgung und der Toilette im russischen Teil. Nun soll alles wieder in Ordnung sein.

  • Astronauten und Kosmonauten entdecken ein Leck auf der ISS.
  • Die Raumfahrer dichten die Stelle auf der Internationalen Raumstation provisorisch ab, es gibt jedoch weiterhin Probleme.
  • Neuigkeiten und Hintergründe finden Sie auf unserer Themenseite zur Weltraumforschung.

Update vom Dienstag, 20.10.2020, 14.22 Uhr: Kurz vor dem 20. Jahrestag der ersten Langzeit-Crew auf der Internationalen Raumstation wird die ISS von Problemen geplagt. Zeitweilig fiel die Sauerstoffversorgung im russischen Segment der Raumstation aus, auch die Toilette war offenbar zeitweise nicht benutzbar. Mit beidem hatte es bereits mehrfach Probleme gegeben.

Am Dienstag teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos jedoch mit, dass die Crew alle Probleme behoben habe und alle in Sicherheit seien. Der Kosmonaut Iwan Wagner vermutet, dass das Problem womöglich beim Andocken einer Raumkapsel in der vorigen Woche entstanden sein könnte.

Auch das Leck, durch das die ISS Luft verloren hatte, ist den Angaben zufolge gestopft. „Alle Systeme der Station arbeiten plangemäß. Nichts bedroht die Sicherheit der Mannschaft oder den Flug der ISS“, teilte die Behörde im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Ein vorübergehender Ausfall der Toilette oder der Sauerstoffversorgung kann auf der ISS kompensiert werden: Beides gibt es sowohl im russischen als auch im amerikanischen Teil der Raumstation.

Das russische Swesda-Modul ist bereits seit mehr als 20 Jahren im All und hat nach Einschätzung des früheren Kosmonauten Gennadi Padalka sein Haltbarkeitsdatum längst überschritten. Das Material habe nur 15 Jahre lang verwendet werden sollen.

Internationale Raumstation ISS: Lufdruck sinkt langsamer

Update vom Sonntag, 18.10.2020, 13.11 Uhr: Das Leck auf der Internationalen Raumstation (ISS) ist von den Raumfahrern zwar provisorisch abgedeckt worden, trotzdem hat die Crew weiterhin mit Problemen zu kämpfen. „Der Luftdruck sinkt weiter, aber nicht mehr so schnell“, sagte Kosmonaut Anatoli Iwanischin der russischen Staatsagentur Tass zufolge.

Die Besatzung wolle nun den Riss besser abdichten und die Situation weiter im Blick behalten. „Vielleicht sollten wir die wirksameren Flicken unserer Partner verwenden“, meinte der russische Raumfahrer mit Blick auf die amerikanischen Kollegen. Das Loch in der ISS war am Vortag nach wochenlanger Suche entdeckt worden. Dafür hatten die Astronauten und Kosmonauten einen Teebeutel verwendet, der in der Schwerelosigkeit in Richtung der undichten Stelle geflogen war. Das Leck wurde mit Klebeband abgedichtet.

Leck auf ISS bereitet Kosmonauten Sorge - Helfen Teebeutel und Klebeband?

Erstmeldung vom Freitag, 16.10.2020, 11.38 Uhr: Schon seit Wochen beschäftigt die Astronauten und Kosmonauten auf der Internationalen Raumstation (ISS) eine undichte Stelle. Bislang war die Suche nach dem Leck erfolglos, weswegen die Raumfahrer ein Wochenende im russischen Swesda-Modul verbringen mussten, da im anderen Teil der Station nach dem Loch gesucht wurde. Jetzt wurde die undichte Stelle entdeckt – mithilfe eines Teebeutels.

ISS: Astronauten finden Leck mit Teebeutel

„Wir glauben, dass wir den Bereich des Lecks identifizieren konnten. Wir haben einen Teebeutel im Swesda-Modul gelassen“, so der russische Kosmonaut Anatoly Ivanishin gegenüber dem russischen Kontrollzentrum am Donnerstag (15.10.2020). Die ungewöhnliche Teebeutel-Methode hatte Erfolg. In der Schwerelosigkeit wurde der Teebeutel in Richtung der undichten Stelle gezogen. Der Vorgang wurde von Kameras auf der ganzen ISS dokumentiert. „Wir haben mehrere Fotos und Videos gemacht, die den Flug des Teebeutels zeigen. Und daraus können wir genau schließen, woher die Luft entweicht.“ Nun soll das Leck in der ISS vorläufig mit Klebeband abgedeckt werden.

Nicht nur das Leck macht den Bewohnerinnen und Bewohnern der Internationalen Raumstation derzeit Ärger: Im russischen Swesda-Modul ist am Mittwoch (14.10.2020) das Sauerstoff-Versorgungssystem der ISS ausgefallen. Gefahr bestand für die Raumfahrer nicht, da das Sauerstoff-System im US-Modul normal weiterlief. Swesda ist eines der ältesten Module der bald seit 20 Jahren bestehenden ISS und koppelte am 26. Juli 2000 an die Raumstation an. Raumfahrt-Veteran Gennadi Padalka sagte der Nachrichtenagentur Ria-Nowosti, dass die russische Ausrüstung der Station ihre Haltbarkeit lange überschritten habe. „Alle Module des russischen Segments sind abgenutzt“, so der Kosmonaut. Eigentlich seien die Module für eine Nutzung von maximal 15 Jahren vorgesehen.

Internationale Raumstation (ISS): Sauerstoffsystem im russischen Segment ausgefallen

Früheren Angaben der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmus zufolge sei das Leck „äußerst belanglos“ und ungefährlich für die Astronauten und Kosmonauten. Im Moment halten sich sechs Raumfahrer auf der ISS auf. (Marvin Ziegele mit tab)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare