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In diesem Bild nähern sich Astronauten in der SpaceX Dragon-Kapsel der Internationalen Raumstation.
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In diesem Bild nähern sich Astronauten in der SpaceX Dragon-Kapsel der Internationalen Raumstation.

Weltraum

Gefährdung von ISS-Astronauten – USA erheben schwere Vorwürfe gegen Russland

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
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Ein russischer Anti-Satelliten-Test verursacht viel Weltraumschrott, der die Internationale Raumstation ISS bedroht. Die USA machen Russland schwere Vorwürfe.

Update vom Dienstag, 16.11.2021, 6.00 Uhr: Die US-Regierung wirft Russland vor, die Sicherheit von Astronauten auf der Internationalen Raumstation ISS durch den Test einer Anti-Satelliten-Rakete gefährdet zu haben. „Wir verurteilen Russlands rücksichtslosen Test“, teilte US-Außenminister Antony Blinken am Montagabend (Ortszeit) mit. Mit dem Beschuss eines russischen Satelliten sei Weltraumschrott entstanden, „der das Leben von Astronauten, die Integrität der Internationalen Raumstation und die Interessen aller Nationen gefährdet“. Auf der ISS hält sich derzeit auch der deutsche Astronaut Matthias Maurer auf.

„Russland hat gezeigt, dass es die Sicherheit, den Schutz, die Stabilität und die langfristige Nachhaltigkeit des Weltraums für alle Nationen bewusst missachtet“, kritisierte US-General James Dickinson. „Russland entwickelt und setzt Fähigkeiten ein, um den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten und Partnern den Zugang zum Weltraum und dessen Nutzung aktiv zu verweigern.“

Die Internationale Raumstation ISS, fotografiert im Jahr 2018. Ein gerade erst angedocktes neues russisches Modul hat dafür gesorgt, dass die ISS für kurze Zeit außer Kontrolle geriet.

Alarm auf ISS – Russischer Satelliten-Abschuss verursacht tausende Teile Weltraumschrott

Erstmeldung von Montag, 15.11.2021, 22.00 Uhr: Ausnahmesituation für die Astronaut:innen an Bord der Internationalen Raumstation ISS: Weil Weltraumschrott in der Umlaufbahn der Raumstation auftauchte, mussten die Raumfahrer:innen – unter ihnen der Deutsche Matthias Maurer – sich am Montag (15.11.2021) in ihre Raumkapseln zurückziehen, um die ISS im Notfall schnell verlassen zu können. Es ist ein Routinefall, der jedoch eher selten vorkommt. Doch dieses Mal ist die Situation anders als zumeist: Es handelt sich nicht um ein Stück Weltraumschrott, sondern offenbar um eine ganze „Wolke“ von Teilchen, die der ISS gefährlich werden können.

Wie das Außenministerium der USA im Laufe des Montags mitteilte, geht man davon aus, dass Russland bei einem sogenannten „Anti-Satelliten-Test“ (ASAT) mit einer bodengestützten Rakete einen alten russischen Satelliten zerstört hat. Dabei seien tausende Bruchstücke entstanden, die sich im Erdorbit verbreitet hätten. Mindestens 1500 nachverfolgbare Schrotteile seien bei diesem Ereignis entstanden, dazu kämen „viele tausend kleinere Teile, die nicht verfolgt werden können“, so Ned Price, ein Sprecher des US-Außenministeriums.

Russland zerstört Satelliten, der Weltraumschrott bedroht die ISS

„Dieser Test wird das Risiko für Astronauten und Kosmonauten auf der Internationalen Raumstation deutlich erhöhen und auch für andere menschliche Raumfahrtaktivitäten“, erklärte Price gegenüber Journalisten. Das „gefährliche und unverantwortliche Verhalten“ Russlands setze die langfristige Nachhaltigkeit des Weltraums aufs Spiel und zeige deutlich, „dass Russlands Behauptungen, sich der Bewaffnung des Weltraums zu widersetzen, unaufrichtig und heuchlerisch sind“, so Price weiter.

Zum ersten Mal flog die ISS am Morgen des 15. November, kurz nach 8 Uhr durch die Wolke von Weltraumschrott. Seitdem sollen die Flüge durch die Schrott-Wolke etwa alle 93 Minuten stattfinden, wie der Astrophysiker und Satellitentracker Jonathan McDowell auf Twitter berichtet.

Weltall: Tausende Teile Weltraumschrott im Erdorbit

Dinge, die die Erde im niedrigen Erdorbit umkreisen, bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 28.100 Kilometern pro Stunde. Selbst kleine Schrottteilchen, die einen Satelliten treffen, der sich ebenfalls mit 28.100 km/h um die Erde bewegt, können großen Schaden anrichten.

Es ist nicht das erste Mal, dass Russland einen Anti-Satelliten-Test durchführt. 2020 meldete das US-Space Command zwei russische ASAT-Tests, die jedoch beide offenbar keine Ziele im Weltall trafen. Im Jahr 2007 sorgte ein ASAT-Test der Volksrepublik China für tausende Schrottteilchen im Erdorbit, die teilweise immer noch die Erde umkreisen. Erst vergangene Woche musste die ISS ihre Umlaufbahn anheben, um einem dieser gefährlichen Geschosse auszuweichen.

Internationale Raumstation ISS im Alarmzustand

Während auf der Internationalen Raumstation ISS die Astronaut:innen erst einmal weiter im Alarmzustand sind und auch weiter mit Flügen durch die Schrott-Wolke rechnen müssen, verurteilt das US-Außenministerium den russischen Test scharf und spricht von einem „gefährlichen, rücksichtslosen und unverantwortlichen“ Test. Ob es eine amerikanische Antwort geben wird und wie sie aussehen wird, ist bisher unklar. „Wir werden mit unseren Verbündeten und Partnern zusammenarbeiten, um klarzumachen, dass die USA und die internationale Gemeinschaft diese Art von unverantwortlichem Verhalten nicht tolerieren werden“, so Price.

Mittlerweile hat sich auch der Verteidigungsminister Ben Wallace aus Großbritannien zum russischen Anti-Satelliten-Test geäußert: „Dieser destruktive russische Test zeigt eine komplette Missachtung der Sicherheit und Nachhaltigkeit des Weltraums“, so Wallace. „Der Schrott, der aus dem Test resultiert, wird im Orbit bleiben und wird für Jahre ein Risiko für Satelliten und menschliche Raumfahrt bedeuten.“ (tab)

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