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Lag-Baomer-Fest

Israel: Mindestens 44 Tote nach Massenpanik bei jüdischem Fest

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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Dutzende jüdische Pilger kommen bei einer Massenpanik im Norden Israels ums Leben. Zudem werden weitere Menschen schwer verletzt.

+++ 07.30 Uhr: Am Unglücksort am Berg Meron nahm die Polizei inzwischen erste Ermittlungen zu den Ursachen des Unglücks auf. Nach ersten Erkenntnissen begann die Massenpanik, als Menschen auf einer abschüssigen Rampe mit Metallboden und Wellblech-Trennwänden auf beiden Seiten ins Rutschen kamen. Die dicht gedrängten Feiernden fielen dann übereinander.

In den Morgenstunden wurden erste Vorwürfe gegen die Polizei laut. Sie habe Leute in das abgesperrte Areal gelassen, obwohl es schon extrem voll gewesen sei. Nach Beginn der Panik habe die Polizei dann nicht schnell genug Ausgänge auf der anderen Seite geöffnet, so die Kritik. Insgesamt waren rund 5.000 Sicherheitskräfte im Einsatz.

Massenpanik in Israel: Zahl der Toten erhöht sich auf 44

+++ 06:50 Uhr: Die Zahl der Opfer bei der Massenpanik auf einem jüdischen Fest im Norden Israels ist nach offiziellen Angaben jetzt auf 44 korrigiert worden. Dutzende Verletzte wurden in sechs verschiedene Krankenhäuser gebracht, wie das Gesundheitsministerium am Freitag (30.04.2021) ferner mitteilte. 

Update von 05.20 Uhr: Nach der Massenpanik im Norden Israels mit Dutzenden Toten haben sich Medienberichten zufolge Hunderte Strenggläubige geweigert, den Unglücksort zu verlassen. Wie die „Times of Israel“ berichtete, folgten sie den Anweisungen der Polizei nicht. Es sei auch zu Auseinandersetzungen gekommen, unweit des Ortes der Panik. „Die blockieren uns ohne Grund“, zitierte die Zeitung einen Anwesenden. „Ich will beten.“ Auch im Fernsehen waren Bilder der Konfrontationen zu sehen.

Tote bei Massenpanik auf Fest in Nord-Israel. Ersthelfer arbeiten an der Rettung der Opfer.

Mindestens 38 Tote nach Panik bei Lag-Baomer-Fest

Erstmeldung: Meron - Bei einer Massenpanik auf einem jüdischen Fest im Norden Israels sind nach Angaben von Rettungskräften mindestens 38 Menschen ums Leben gekommen. Ein Sprecher des Rettungsdienstes Magen David Adom sprach am frühen Freitagmorgen von einer „unfassbaren Katastrophe.“ Mehr als 100 Menschen wurden verletzt, viele lebensgefährlich.

Magen David Adom (MDA) erklärte, man kämpfe um die Leben dutzender Verletzter und werde nicht aufgeben, „bis das letzte Opfer evakuiert wurde.“ Israelische Medien veröffentlichten Bilder, auf denen mehrere Leichen in Plastiksäcken zu sehen waren. Mehrere Hubschrauber waren im Einsatz, um die Verletzten in Krankenhäuser zu bringen. Auch die israelische Armee schickte Ärzteteams und Helikopter nach Meron. Die Polizei versuchte, das Gelände zu räumen. Zufahrtsstraßen wurden abgesperrt. Auch Soldaten waren im Einsatz. Israels Präsident Reuven Rivlin schrieb bei Twitter, er verfolge die Berichte aus dem Ort Meron und bete für die Genesung der Verletzten.

Massenpanik in Israel: Tödliches Gedränge

Tausende Ultraorthodoxe hatten in Meron den jüdischen Feiertag Lag Baomer begangen. In sozialen Netzwerken war vor dem Unglück in Videos zu sehen, wie die Menschen dicht gedrängt und ausgelassen sangen, tanzten und hüpften. Die Zeitung „Haaretz“ berichtete unter Berufung auf Polizeikreise, die Panik sei entstanden, nachdem Menschen auf Treppen ausgerutscht und hingefallen waren. Hinter ihne laufende Menschen seien dann gestürzt. Anfangs hieß es, der Einsturz einer Tribüne habe das Unglück verursacht. Später sprachen die Rettungskräfte aber von einem tödlichen Massengedränge. „Das ist eine der schlimmsten Tragödien, die ich je erlebt habe“, sagte Lazar Hyman von der Rettungsorganisation United Hatzalah.

Ein Sprecher des Rettungsdienstes Zaka sagte dem israelischen Fernsehen, vor Ort herrsche Chaos, viele Kinder seien von ihren Eltern getrennt worden. Man bemühe sich, sie wieder zusammenzuführen. „Ich bin seit mehr als 20 Jahren beim Rettungsdienst, so etwas habe ich noch nie gesehen“, sagte er. „Das sind unfassbare Zahlen.“ Auch ein Sanitäter sagte, er habe schreckliche Bilder gesehen.

Der Polizei zufolge gab es Probleme mit dem Handyempfang, viele versuchten Angehörige in Meron telefonisch zu erreichen. Die Polizei verwies für Auskünfte auf eine spezielle Festnetz-Rufnummer.

Massenpanik in Israel: Teilnehmerzahl der Veranstaltung war beschränkt

Lag Baomer ist ein Fest, bei dem unter anderem an den jüdischen Aufstand gegen die römischen Besatzer unter Rebellenführer Bar Kochba erinnert wird. Er war im Jahre 132 ausgebrochen und rund drei Jahre später niedergeschlagen worden. Der Überlieferung nach endete an dem Tag von Lag Baomer eine Epidemie, an der damals zahlreiche jüdische Religionsschüler gestorben waren.

Rabbi Schimon Bar Jochai, der auch an dem Aufstand gegen die Römer beteiligt war, liegt auf dem Meron-Berg begraben. Sein Grab ist ein Wallfahrtsort, den an dem Feiertag jedes Jahr Tausende besuchen. Traditionell werden dann auch Lagerfeuer angezündet. Die Behörden hatten die Teilnehmerzahl der Wallfahrt auf 10.000 Pilger beschränkt, nach Angaben der Organisatoren reisten aber mindestens 30.000 Gläubige aus ganz Israel an. In Medienberichten war sogar von 100.000 Pilgern die Rede. Rund 5.000 Polizisten waren vor Ort, um das religiöse Fest abzusichern. Es handelte sich um die größte öffentliche Versammlung in Israel seit Beginn der Corona-Pandemie. (skr/dpa/afp)

Rubriklistenbild: © David Cohen/dpa

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