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Dieses von der offiziellen Webseite des Büros der iranischen Präsidentschaft veröffentlichte Foto zeigt den iranischen Präsidenten Hassan Ruhani (2.v.r) mit dem Leiter der Atomenergie-Organisation des Iran Ali Akbar Salehi (l) während des Besuchs einer Ausstellung über Irans damaligen neuen nuklearen Erkenntnissen.
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Hassan Ruhani (2.v.r) mit Ali Akbar Salehi (l) während des Besuchs einer Ausstellung über Irans damalige neuen nuklearen Erkenntnissen.

Urananreicherung

Iran: Vorbereitungen für Urananreicherung auf 60 Prozent fast abgeschlossen

Beunruhigende Entwicklungen nach einem „Zwischenfall“ in der Atomanlage Natans: Der Iran reichert weiter sein Uran an. Bald sollen 60 Prozent erreicht werden.

Update von Donnerstag, 15.04.2021, 15.20 Uhr: Die Vorbereitungen des Iran, eine 60-prozentige Anreicherung von Uran zu erreichen, sind fast abgeschlossen. Dies berichtet „Aljazeera“ in Bezug auf die Internationale-Atomenergie-Organisation (IAEA). Der Iran habe der Behörde zuvor mitgeteilt, dass er 1024 zusätzliche IR-1-Zentrifugen aktivieren werde.

Die 60-prozentige Anreicherung ist der höchste Wert, den der Iran je erreichte. Für Atomwaffen ist eine Anreicherung von 90 Prozent nötig, laut „Aljazeera“ ist dies nur ein kleiner Schritt. Laut einem internationalen Abkommen von 2015 ist dem Iran lediglich eine Anreicherung bis vier Prozent erlaubt. Der Iran hatte in der Vergangenheit immer wieder beteuert, die Atomkraft nur friedlich nutzen zu wollen. Viele Länder, allen voran Israel, bezweifeln dies jedoch stark.

Die Ankündigung ist eine Reaktion auf eine Explosion an der zentralen Atomanlage des Iran, für die der schiitische Staat Israel verantwortlich macht. Irans Präsident Hassan Rohani sagte, dass die angekündigte Anreicherung eine „Antwort auf eure Bosheit“ sei. Israel versuche, die Gespräche zur Wiederbelebung des Atom-Abkommens zu sabotieren.

Zwischenfall in der Atomanlage Natans: Iran beschuldigt den Mossad

Update von Montag, 12.04.2021, 15:08 Uhr: Der Iran hat nach einem Zwischenfall in der Atomanlage Natans Israel beschuldigt. „Natürlich hat das zionistische Regime mit dieser Aktion versucht, sich am iranischen Volk für seine Geduld und weise Haltung bezüglich der Aufhebung der (US-)Sanktionen zu rächen“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran am Montag. Auch ein Radiosender in Israel machte den israelischen Geheimdienst „Mossad“ für den Zwischenfall verantwortlich.

Indirekt warf der Sprecher Israel vor, die in Wien laufenden Verhandlungen über das Atomabkommen mit dem Iran stören zu wollen. Wenn die Absicht des „Angriffs“ gewesen sei, eine Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran zu verhindern, werde er „sein Ziel sicher nicht erreichen“, erklärte der Sprecher. Er versprach Israel „Vergeltung“, „wo und wann Teheran möchte“.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) zeigte sich am Montag angesichts des Zwischenfalls in Natans beunruhigt über mögliche Folgen für die Gespräche in Wien. Diese seien angesichts der aktuellen Entwicklung „von ganz besonderer Bedeutung“, sagte er in Berlin.

In der Atomanlage Natans im Iran kam es offenbar zu einem „Zwischenfall“. Das Foto zeigt eine Satelitenaufnahme des Geländes aus dem Jahr 2004. (Archivfoto)

US-Regierung und Iran stellen sich gegenseitig Bedingungen

Die neue US-Regierung von Präsident Joe Biden hat grundsätzlich Bereitschaft signalisiert, dem Atomabkommen mit dem Iran wieder beizutreten. Washington dringt allerdings darauf, dass der Iran zunächst zu seinen Verpflichtungen aus dem Abkommen zurückkehren müsse. Der Iran wiederum macht die Aufhebung der US-Strafmaßnahmen zur Vorbedingung dafür, dass er sich wieder in vollem Umfang an das Abkommen hält.

US-Diplomaten waren in Wien in separaten Gesprächen in die Beratungen einbezogen, saßen aber nicht mit den Vertretern aus Teheran an einem Tisch. Die Gespräche sollen in dieser Woche fortgesetzt werden.

„Zwischenfall in Atomanlage“ - Iran spricht von Terrorakt

Update von Sonntag, 11.04.2021, 21:14 Uhr: Ali Akbar Salehi, Chef der iranischen Atomorganisation AEOI und gleichzeitig Viepräsident des Landes, spricht im Zusammenhang mit dem „Zwischenfall“ in der iranischen Atomanlage Natans von einem „Terrorakt“: „Wir verurteilen den Terrorakt in Natans als einen Versuch der Feinde des Irans den nuklearen Fortschritt im Land zu verhindern“, so Salehi. Außerdem sei Ziel des angeblichen Terrorangriffes gewesen, „die Atomverhandlungen in Wien zu sabotieren“, heißt es in der Pressemitteilung der AEOI.

Gleichzeitig teilte die AEOI mit, dass niemand ums Leben gekommen sei und die Atomanlage wieder regulär in Betrieb sei. Die „Jerusalem Post“ berichtet über den Verdacht, wonach ein Cyberangriff Israels zunächst zu einem Stromausfall und im Anschluss zu einer Explosion in der Anlage geführt haben könnte.

Atomanlage im Iran – „Zwischenfall“ gemeldet

Erstmeldung vom Sonntag, 11.04.2021, 08:58 Uhr: Teheran – In der iranischen Atomanlage Natans hat es laut einem Bericht der Nachrichtenagentur „Fars“ einen „Zwischenfall“ gegeben. Es gebe keine Verletzten und es seien keine Schadstoffe freigesetzt worden, meldete die Agentur unter Berufung auf den Sprecher der iranischen Atomenergiebehörde, Behruz Kamalvandi. Die Ursache des Zwischenfalls werde untersucht.

Kamalvandi sprach von einem „Zwischenfall in einem Teil des Strom-Verteilnetzes“ der Urananreicherungsanlage. Der Vorfall ereignete sich einen Tag, nachdem der Iran zur Beschleunigung der Urananreicherung in Natans neue Zentrifugen in Betrieb genommen hatte.

Iran: „Zwischenfall“ in Atomanlage

Bei dem Einsatz der modernen Zentrifugen handelt es sich um einen weiteren Verstoß Teherans gegen das internationale Atomabkommen von 2015. Vor wenigen Tagen kam es in Wien zu einem Treffen zwischen den USA und dem Iran. US-Präsident Joe Biden will das Atomabkommen wiederbeleben. Donald Trump veranlasste in seiner Amtszeit den Austieg Amerikas und verhängte Sanktionen gegen den Iran. Seither hat sich auch Teheran schrittweise aus seinen Verpflichtungen zurückgezogen.

In einer Produktionsstätte für moderne Zentrifugen in Natans hatte es im Juli 2020 eine Explosion gegeben. Die iranischen Behörden sprachen damals von einem „Sabotageakt“, für den sie „Terroristen“ verantwortlich machten. Die Ergebnisse einer Untersuchung zu dem Vorfall wurden bislang aber nicht veröffentlicht. (sot/tu/als/AFP)

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