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Ski-Trainerin Samira Sagari darf nicht an der Weltmeisterschaft teilnehmen. Der Grund: ein Reiseverbot ihres Mannes.
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Ski-Trainerin Samira Sagari darf nicht an der Weltmeisterschaft teilnehmen. Der Grund: ein Reiseverbot ihres Mannes.

Iran

Ski-Trainerin darf nicht zur WM, weil ihr Mann es nicht erlaubt – Menschenrechtler sprechen von „Sklaverei“

  • Marvin Ziegele
    vonMarvin Ziegele
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Samira Sargari, Ski-Trainerin im Iran, wird auf eine Reise zur WM wegen des Verbots ihres Mannes verzichten müssen. Es ist nicht das erste Mal, dass Frauen die Teilnahme verboten wird.

  • Die iranische Ski-Trainerin Samira Sagari darf nicht an der Weltmeisterschaft teilnehmen.
  • Ihr Mann hatte ihr eine Reise dorthin verboten.
  • Ein entsprechendes Gesetz im Iran entsetzt Menschenrechtsaktivisten.

Teheran – Die Cheftrainerin der iranischen Frauen-Nationalmannschaft im Alpin-Ski, Samira Sargari, durfte ihre Mannschaft zu der Weltmeisterschaft nach Cortina d‘Ampezzo nicht begleiten. Der Grund: Ihr Ehemann hatte ihr die Ausreise verboten. Dies bestätigten mehrere iranische Medien am Mittwoch und indirekt auch Sargari selbst. Auf ihrer Instagram-Seite wünschte die 37-Jährige ihrem Team trotz ihrer Abwesenheit viel Erfolg.

Iran: Menschenrechtler vergleichen Gesetz mit „Sklaverei“

Das Reiseverbot gegen Samira Sargari sorgt international für Aufsehen. Im Iran wurde das Gesetz von Menschenrechtlern als rückständig kritisiert. Der Menschenrechtsaktivist Hassan Assadi-Sejabadi warf der iranischen Justiz gar Sklaverei vor. „Wir haben es mit einem Rechtssystem zu tun, in dem eine Person über das Schicksal einer anderen Person entscheiden darf (...) dies grenzt an Sklaverei“, schrieb der Aktivist bei Twitter. In den sozialen Medien erklärten viele ihre Solidarität mit Sargari und riefen zu einem Shitstorm gegen den Ehemann auf. Bei den Weltmeisterschaften sagte die iranische Rennfahrerin Forough Abbasi nach dem ersten Lauf des Riesenslaloms: „Es ist eine Regel im Iran. Wir versuchen, sie zu ändern.“

Samira Sargari
Geburtsdatum04. April 1983
NationIran
DisziplinSki Alpin
Debüt im Weltcup 12. Juli 2007
Gesamtweltcup12. (2007)

„Es ist nicht das erste Mal, dass so etwas passiert. Ich wünschte, wir könnten es verändern – alle Frauen im Iran zusammen“, sagte Abbasi und zeigte sich zuversichtlich. „Sie werden das sicher ändern. Wir haben so viele starke Frauen, die diese Regel ändern wollen.“

Iran: Männer können Frauen ihre Ausreise verbieten

Vom Weltverband Fis gab es am Donnerstag keine weitere Reaktion zu dem Fall - tags zuvor hatte es eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur noch geheißen, dass man zunächst Kontakt zum iranischen Skiverband aufnehmen wolle. Grundsätzlich sei das Leben für eine Frau im Iran nicht so hart, betonte Abbasi zudem. „Wir können machen, was immer wir wollen. Es gibt ein paar Regeln wie diese, aber nicht für jeden. Vielleicht eine von tausend Frauen hat diese Probleme.“ Auch ihre Trainerin Sargari sei „wirklich eine freie Frau, wenn du siehst, wo sie überall auf der Welt war und wie viel sie gereist ist. Manchmal passiert das eben.“

Im Iran war die Kritik teils deutlich schärfer. Dass Männer ihren Frauen die Ausreise verbieten können, sei „ein Gesetz, das im 21. Jahrhundert keinen Platz mehr hat“, sagte die renommierte Anwältin Farideh Ghejrat der Nachrichtenagentur Ilna. Im Ausland werde die Regel nicht akzeptiert, ein Imageverlust insbesondere bei internationalen Großveranstaltungen sei die Folge. Ähnlich wie Rennfahrerin Abbasi fordert sie eine Abschaffung des Gesetzes.

Iran: Frauen durften bereits in der Vergangenheit auf Wunsch des Mannes nicht teilnehmen

In den vergangenen Jahren wurde mehreren iranischen Topsportlerinnen in ähnlichen Situationen wie bei Sargari die Ausreise verboten - etwa Nilufar Ardalan, Kapitänin des Frauen-Hallenfußball-Nationalteams, kurz vor dem Abflug zur Asienmeisterschaft 2015.

Derweil geht der Atom-Streit im Iran weiter. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich am Mittwoch besorgt über das Vorgehen der Regierung in Teheran geäußert. (Marvin Ziegele mit dpa)

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