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Iranische Großschachmeisterin verzichtet bei WM auf Kopftuch

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Von: Karolin Schäfer

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Die Blitzschach-Weltmeisterschaft in Kasachstan steht an. Zwei iranische Schachspielerinnen verzichten diesmal auf ihr Kopftuch.

Almaty – Sarasadat Khademalsharieh, kurz Sara Khadem, spielt seit sieben Jahren in der Bundesliga für den Hamburger Schachclub. Nun tritt die gebürtige Iranerin bei der Blitzschach-Weltmeisterschaft in Kasachstan an – allerdings ohne ihren Hidschāb.

Schon als zwölfjähriges Mädchen gewann sie die Weltmeisterschaft. 2017 trat sie bei der Schach-WM der Frauen im Iran an. Auch die mehrfache iranische Landesmeisterin Atousa Pourkashiyan verzichtete in diesem Jahr in Kasachstan auf ihr Kopftuch, berichtete Euronews.

Sara Khademalsharieh verzichtet bei Schach-WM auf Kopftuch

Inzwischen ist der Verzicht des Kopftuchs im Iran zum Symbol des Widerstandes gegen das Mullah-Regime geworden. Tausende Frauen widersetzen sich damit den strengen Kleidervorschriften der Islamischen Republik. Dass Khademalshariehs und Pourkashiyan ohne Kopftuch bei der Schach-WM antreten, könnte Konsequenzen nach sich ziehen.

Sarasadat Khademalsharieh aus dem Iran spielt gegen Valentina Gunina aus Russland bei der Blitzweltmeisterschaft der Frauen 2016 in Doha. Bei der WM 2022 tritt sie ohne Kopftuch an. (Archivbild)
Sarasadat Khademalsharieh aus dem Iran spielt gegen Valentina Gunina aus Russland bei der Blitzweltmeisterschaft der Frauen 2016 in Doha. Bei der WM 2022 tritt sie ohne Kopftuch an. (Archivbild) © imago

Immer wieder nutzen berühmte, iranische Persönlichkeiten ihre Reichweite aus, um auf die Proteste aufmerksam zu machen. Auch Profikletterin Elnaz Rekabi war bei den Asienmeisterschaften in Südkorea ohne Kopftuch angetreten. 2020 trug die Schachspielerin Shohreh Bayat als Schiedsrichterin bei der WM in Shanghai nur locker ihr Kopftuch. Später kehrte sie ihrem Heimatland den Rücken.

Schach-WM: Iranischer Schachverband äußert sich zu Khademalsharieh

Khademalsharieh habe „privat und auf eigene Kosten an dem Turnier teilgenommen“, sagte der Direktor des iranischen Schachverbandes, Hassan Tamini, gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur Fars. Er habe überrascht reagiert, berichtete tagesschau.de. Bisher habe sich die 25-Jährige immer an die Vorschriften gehalten.

Ob im Aus- oder Inland, keine iranische Sportlerin darf ohne Kopftuch antreten. Die Proteste und das Weglassen des Kopftuchs zeigen aber: Die Menschen wollen sich dem nicht länger beugen. Sara Khademalsharieh will jedenfalls nicht zurück in den Iran kehren, sagte sie gegenüber der spanischen Zeitung El Paris. Vielmehr wolle sie sich mit ihrem Mann und Sohn in Spanien niederlassen. (kas)

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