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Urlaub im Risikogebiet

Hochinzidenzgebiet? Frankreich beschließt Corona-Maßnahmen gegen vierte Welle

Die Zahl der Covid-19-Neuinfektionen steigt in Frankreich an. Das Parlament billigte Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie – trotz landesweiter Proteste.

Paris – Seit Ende Juni steigen die Infektionszahlen im Zusammenhang mit Covid-19 auch in Frankreich stark an. Mehrere Regionen und Überseegebiete stuft das Robert-Koch-Institut (RKI) derzeit als einfache Risikogebiete ein. Die Sieben-Tage-Inzidenz des Landes liegt jedoch nur knapp unter 200 und so könnte Frankreich auch leicht zur Corona-Hochinzidenzregion werden.

Land:Frankreich
Hauptstadt:Paris
Einwohnerzahl:67.422.000 (1. Januar 2021)
Amtssprache:Französisch

Aufgrund der steigenden Zahl der Corona-Neuinfektionen hat das französische Parlament nun strengere Maßnahmen gebilligt. Damit gilt unter anderem künftig für Beschäftigte des Gesundheitswesens eine Impfpflicht. Sie wurde jedoch entschärft. Wer bis Mitte September keine Impfung hat, kann nicht gekündigt werden. Es droht allerdings eine Aussetzung des Gehalts. Die Entscheidung des Parlaments zu den Plänen von Präsident Emmanuel Macron war in der Nacht zu Montag, 26. Juli getroffen worden*.

Inzidenz in Frankreich bei fast 200 – Verschärfte Maßnahmen sorgen für landesweite Proteste

Nicht nur die Impfpflicht für Beschäftigte des Gesundheitswesens* ist neu. Die weitere verschärften Regeln machen es im Alltag nun häufiger notwendig, einen negativen Test, eine Impfung oder Genesung nachzuweisen. Nach Angaben des Innenministeriums hatten am Wochenende landesweit mehr als 160.000 Menschen gegen die Impfpflicht und die Ausweitung der Nachweispflicht demonstriert.

Demonstranten nehmen auf der „Droits de l‘homme“-Esplanade am Trocadero-Platz an einem Protest gegen die Impfpflicht für bestimmte Arbeitszweige und den von der Regierung geforderten obligatorischen Impfass teil.

Angesichts der Kritik kündigte Premierminister Jean Castex an, sie vom Verfassungsrat prüfen zu lassen. Der Conseil Constitutionnel will sich am 5. August dazu äußern, was den geplanten Zeitplan durcheinander bringen könnte. Ursprünglich hatte die Regierung vorgesehen, dass der sogenannte „pass sanitaire“ - also ein Nachweis über einen Negativ-Test, eine Impfung oder Genesung - ab August auch für Fernzüge, Bars oder Restaurants nötig wird. Bei den Demonstrationen am Wochenende kam es zu Ausschreitungen sowie zahlreichen Festnahmen. Bereits am Wochenende zuvor waren mehr als 100.000 Menschen auf die Straße gegangen.

Wenn sie morgen Ihren Vater oder Ihre Mutter oder mich anstecken, bin ich Opfer Ihrer Freiheit. Weil Sie die Möglichkeit hatten, sich und mich zu beschützen. Das nennt man Unverantwortlichkeit oder Egoismus.

Präsident Emmanuel Macron

Präsident Macron appellierte erneut an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen. Während eines Besuchs in Französisch-Polynesien mahnte er am Wochenende: „Was ist Ihre Freiheit wert, wenn Sie mir sagen: ‚Ich will mich nicht impfen lassen‘? Wenn sie morgen Ihren Vater oder Ihre Mutter oder mich anstecken, bin ich Opfer Ihrer Freiheit. Weil Sie die Möglichkeit hatten, sich und mich zu beschützen. Das nennt man Unverantwortlichkeit oder Egoismus.“

Was bedeuten die Inzidenzwerte für den Frankreich-Urlaub?

Zur Einreise nach Frankreich reicht sowohl für Personen aus Deutschland, als auch aus anderen Ländern derzeit ein aktueller Schnelltest. Grundsätzlich rät das Auswärtige Amt jedoch von nicht notwendigen, touristischen Reisen in Risikogebiete ab, zu denen auch Teile Frankreichs gehören. Zum einfachen Risikogebiet werden Länder und Regionen mit einem Inzidenzwert über 50. Mit dem Überschreiten der 200er-Grenze werden sie zu Hochinzidenzregionen. Da sich die Lage auch schnell verändern kann, sollte vor, aber auch während des Urlaubs regelmäßig geprüft werden, wie sich die Situation entwickelt.

Regionen und Überseegebiete Frankreichs, die als einfache Risikogebiete gelten
Korsika:seit 25. Juli 2021
Okzitanien:seit 25. Juli 2021
Provence-Alpes-Côte d'Azur:seit 25. Juli 2021
Réunion:seit 28. Februar 2021
Französisch-Guayana:seit 21. August 2020
St. Martin:seit 26. August 2020
Martinique:seit 25. Juli 2021

Zur Einreise muss ein negativer Test vorliegen, der nicht älter ist als 72 Stunden. Anerkannt werden PCR-Test oder Antigentest, keine Selbsttests. Für die Einreise aus anderen Risikogebieten wie den Niederlanden*, Griechenland* oder Spanien* muss ein negativer Test vorliegen, der nicht älter als 24 Stunden ist. Vollständige Impfung oder Genesung werden als gleichwertig betrachtet.

Für Einreisende aus Deutschland und anderen Ländern reicht in Frankreich ein aktueller Schnelltest oder Impfnachweis.

Ausländische Touristen müssen im Land für Tests zahlen - für einen PCR-Test* werden 49 Euro fällig, für einen Antigen-Schnelltest 29 Euro. Wer aus Frankreich auf dem Landweg zurück nach Deutschland reist, muss keine Einreisebeschränkungen beachten. Bei Flugreisen muss ein negativer Test, ein Impf- oder Genesungsnachweis vorgezeigt werden. Für den Aufenthalt in Risikogebieten sollte sich zudem vorher über die dort geltenden Beschränkungen informiert werden. So gilt in einigen Gebieten noch eine Ausgangssperre. Mit Material der dpa. * kreiszeitung.de und Merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Rafael Yaghobzadeh / picture alliance / dpa / AP

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