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„Lage ist viel schlechter als die Stimmung“: Lauterbach geht von steigenden Todeszahlen aus

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Von: Stefan Krieger

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Das RKI veröffentlicht täglich die Daten zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland. Karl Lauterbach warnt vor einer „Fehleinschätzung“ bei der Omikron-Variante.

Update vom Freitag, 11.03.2022, 11.01 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat davor gewarnt, die aktuelle Situation in der Corona-Pandemie zu unterschätzen. „Die Lage ist objektiv viel schlechter als die Stimmung“, sagte Lauterbach mit Verweis auf deutlich steigende Fallzahlen. Täglich würden derzeit 200 bis 250 Menschen an Corona sterben. Für ihn sei die Lage „kritisch“, weil davon auszugehen sei, dass die Zahl der Toten in den kommenden Wochen weiter ansteigen werde.

Es sei deshalb falsch, nun alle Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen über Bord zu werfen, sagte der Minister. Lauterbach nannte es eine „Fehleinschätzung“ zu glauben, dass es bei der Omikron-Variante nur mildere Verläufe gebe. Ungeimpfte könnten an ihr sterben, und auch Geimpfte könnten an der Omikron-Variante schwer erkranken und „langfristige Symptome entwickeln“. Darauf müsse reagiert werden.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach äußert sich am 11. März 2022 zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach äußert sich am 11. März 2022 zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland. © Imago/Thomas Trutschel

Die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes sehe deshalb vor, dass in Hotspots weiter Maßnahmen wie Masken- und Testpflichten ergriffen werden könnten, sagte Lauterbach. Hotspots könnten durchaus große Gebiete sein und nicht nur einzelne Städte oder Regionen. Solche Schutzregelungen könnten dann „auch ein ganzes Bundesland betreffen“. Die Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes ist nötig, weil nach bisheriger Rechtslage alle Schutzmaßnahmen nach dem 19. März auslaufen würden.

Corona-Fallzahlen steigen weiter: RKI registriert Inzidenz von 1439

Erstmeldung vom Freitag, 11.03.2022, 03.53 Uhr: Frankfurt/Berlin – Erneut vermeldet das Robert Koch-Institut (RKI) einen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz. Das Institut gab den Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitag (11.03.2022) mit 1439,0 an.

Corona-Fallzahlen für Deutschland im Wochenüberblick

TagNeuinfektionen | Todesfälle | Inzidenz
Freitag (10.03.2022)252.836 | 249 | 1439,0
Donnerstag (09.03.2022)262.752 | 259 | 1388,5
Mittwoch (09.03.2022)215.854 | 314 | 1319,0
Dienstag (08.03.2022)156.799 | 324 | 1293,6
Montag (07.03.2022)78.428 | 24 | 1259,2
Sonntag (06.03.2022)116.889 | 51 | 1231,1
Samstag (05.03.2022)192.210 | 255 | 1220,8
Freitag (04.03.2022)217.593 | 291 | 1196,4
QuelleDashboard des Robert Koch-Instituts

Zum Vergleich: Am gestrigen Donnerstag betrug der Wert 1388,5. Am Freitag der Vorwoche lag die bundesweite Inzidenz noch bei 1196,4. Die Inzidenz beziffert die Zahl der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen.

Das RKI veröffentlicht täglich die Daten zur Corona-Lage in Deutschland. (Symbolfoto)
Das RKI veröffentlicht täglich die Daten zur Corona-Lage in Deutschland. (Symbolfoto) © Christian Charisius/dpa

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 252.836 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben.

Die Corona-Fallzahlen in Deutschaland

Fachleute gehen von einer hohen Zahl an Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Ein Grund sind die begrenzten Kapazitäten etwa von Gesundheitsämtern, oft werden Kontakte nur noch eingeschränkt nachverfolgt. Zudem gibt es nach Einschätzung des Laborverbands ALM inzwischen eine größere Zahl von Menschen, deren Infektion nicht mehr über einen PCR-Test bestätigt wird - diese Infektionen fließen damit nicht in die offiziellen Statistiken ein.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 249 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 291 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 16.757.658 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Corona in Deutschland: 125.272 Menschen mit einer Sars-CoV-2 Infektion verstorben

Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 6,74 an (Mittwoch 6,62). Darunter sind auch viele Menschen mit positivem Corona-Test, die eine andere Haupterkrankung haben.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Freitag mit 13.153.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 125.272. (skr/dpa)

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