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Sian Proctor (l-r, oben), Jared Isaacman, Chris Sembroski (l-r, unten) und Hayley Arceneaux werden gemeinsam ins Weltall fliegen.
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Sian Proctor (l-r, oben), Jared Isaacman, Chris Sembroski (l-r, unten) und Hayley Arceneaux werden gemeinsam ins Weltall fliegen.

Mission „Inspiration4“

Elon Musk und SpaceX schicken vier Privatleute alleine ins Weltall

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
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Nach Jeff Bezos und Richard Branson schickt auch Elon Musk Weltraumtourist:innen ins All. Er selbst fliegt nicht mit – doch die Mission „Inspiration4“ setzt Maßstäbe.

Kennedy Space Center – Viel wurde in den vergangenen Monaten über Milliardäre berichtet, die für wenige Minuten ins Weltall fliegen und damit das Zeitalter des Weltraumtourismus einläuten. Gemeint sind damit Richard Branson und Jeff Bezos. Ein Name ist bei diesem Thema bisher jedoch nur selten gefallen: Elon Musk. Er ist der einzige der drei in der Raumfahrt aktiven Milliardäre, der noch nicht selbst ins Weltall geflogen ist. Dabei wird es wohl vorerst auch bleiben, von aktuellen Plänen Musks ist nichts bekannt. Trotzdem steht Elon Musk kurz davor, Jeff Bezos (war bisher ca. 11 Minuten im Weltall) und Richard Branson (war bisher ca. 5 Minuten im Weltall), zu übertrumpfen.

Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX will am 15. September 2021 ebenfalls erstmals eine private Mission ins All schicken – doch die Mission namens „Inspiration4“ soll ganz anders sein als die kurzen Flüge von Bezos und Branson. Die Crew-Kapsel soll nicht nur einen kurzen Abstecher ins Weltall machen, sondern die Erde gleich drei Tage lang umkreisen. An Bord: Vier Personen, die allesamt keine professionellen Astronaut:innen sind. Angestoßen hat die Mission ein weiterer Milliardär: Jared Isaacman, erfahrener Pilot und Abenteurer, hat den Raketenstart bezahlt und wird selbst mit an Bord sein. Begleitet wird er von drei Personen, die er selbst – teils im Rahmen eines Gewinnspiels – ausgewählt hat.

„Inspiration4“-Mission von SpaceX: Elon Musk läutet Weltraumtourismus ein

An die Milliardäre, die bisher ins Weltall geflogen sind, wurde viel Kritik herangetragen und unter anderem wurden sie auch dafür gescholten, dass sie sich mit ihrem Vermögen Flüge in den Weltraum kaufen, während es auf der Erde zahllose ungelöste Probleme gibt. Wohl auch um diese Kritik von vornherein zu entkräften, ist die Mission „Inspiration4“ mit einer Spendenaktion verknüpft: Gesammelt werden soll möglichst viel Geld für das US-Kinderkrankenhaus St. Jude in Memphis, das sich auf Krebserkrankungen bei Kindern spezialisiert hat. Den ersten Scheck in Höhe von 100 Millionen US-Dollar hat Isaacman selbst ausgestellt. „Ich will diesen historischen Moment nutzen und die Menschheit inspirieren, während ich dabei helfe, Krebs bei Kindern hier auf der Erde zu bekämpfen“, erklärte der Milliardär, als er sein Projekt im Frühjahr vorstellte.

Mission:Inspiration4
Rakete:Falcon 9 von SpaceX
Kapsel:Crew Dragon von SpaceX
Crew:4 Personen (Jared Isaacman, Hayley Arceneaux, Chris Sembroski, Dr. Sian Proctor)
Dauer:3 Tage
Missionsziel:Erde umrunden und Spenden sammeln

Mission „Inspiration4“ von SpaceX soll Hoffnung machen und inspirieren

Mit dabei bei der Mission „Inspiration4“ werden neben Isaacman drei weitere Personen sein: Hayley Arceneaux war als Kind selbst Patientin im Krankenhaus St. Jude und wurde dort von Knochenkrebs geheilt. Nun arbeitet sie dort und macht den kleinen Patient:innen Mut mit ihrer Geschichte als Krebs-Überlebende. Arceneaux wird mit 29 Jahren die jüngste Frau sein, die ins All fliegt – den Rekord als jüngster Mensch im All hat ihr erst kürzlich der 18-jährige Oliver Daemen aus den Niederlanden vor der Nase weggeschnappt. Arceneaux wird jedoch der erste Mensch sein, der mit einer Prothese ins Weltall fliegt. Ebenfalls bei der Mission „Inspiration4“ dabei sind Chris Sembroski und Dr. Sian Proctor. Die Geowissenschaftlerin und Wissenschaftskommunikatorin Proctor wird erst die vierte schwarze Frau im Weltall sein, wie sie selbst voller Erstaunen festgestellt hat. Proctor und Sembroski haben ihre Plätze in der Crew-Kapsel von SpaceX bei einem Gewinnspiel gewonnen.

Von einer Falcon-9-Rakete von SpaceX wird die „Inspiration4“-Crew ins Weltall gebracht. Die vier Laien-Raumfahrer:innen sollen die Erde dann drei Tage an Bord einer Raumkapsel umkreisen. (Archivbild)

Für die Mission „Inspiration4“ hat sich also ein relativ diverses Team zusammengefunden, das am 15. September ohne Begleitung professioneller Raumfahrer:innen mit einer Falcon-9-Rakete von SpaceX abheben wird – und zwar von einem sehr geschichtsträchtigen Ort. Der Startplatz 39a im Kennedy Space Center in Florida war der Startplatz, von dem sämtliche „Apollo“-Missionen zum Mond aufgebrochen sind und von dem später auch die legendären Space Shuttles gestartet sind. Durften damals nur hochqualifizierte Astronaut:innen nach langem Training mitfliegen, will die Mission „Inspiration4“ nun zeigen, dass Flüge ins Weltall mittlerweile für jede:n erreichbar sein können. „Ich hoffe, diese Mission verdeutlicht, wie weit Inspiration uns bringen kann und was sie auf der Erde bereits alles erreicht hat“, so Isaacman auf der Website der Mission.

Weltraumtourismus: SpaceX und Elon Musk schicken vier Laien-Raumfahrer:innen ins Weltall

Elon Musk dagegen hält sich bisher merklich zurück. Es ist schließlich nicht der erste astronautische Flug seines Unternehmens SpaceX. Bereits drei Mal ist eine „Crew Dragon“-Kapsel des Unternehmens mit Astronaut:innen an Bord zur ISS geflogen, im Oktober soll der nächste von der Nasa beauftragte Flug zur ISS starten – mit dem deutschen Astronauten Matthias Maurer an Bord. Neu ist bei der Mission „Inspiration4“ nur, dass sich dieses Mal anstelle von Fachleuten Tourist:innen an Bord befinden und die Kapsel nicht zur ISS fliegt, sondern die Erde umrundet.

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Die Astronaut:innen der „Inspiration4“-Mission sollen nicht die letzten Touristen an Bord einer SpaceX-Raumkapsel sein: Das Unternehmen Axiom Space hat bei SpaceX gleich mehrere Flüge für private Touren zur Internationalen Raumstation ISS gebucht. Beim ersten Flug, der frühestens im Januar 2022 zur ISS aufbrechen soll, kostet ein Platz Berichten zufolge 55 Millionen US-Dollar – für jede:n erreich- und bezahlbar sind Weltraumflüge mit SpaceX also noch lange nicht. (Tanja Banner)

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