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Indonesische Soldatinnen
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Soldatinnen der indonesischen Armee marschieren während einer Parade anlässlich des 74. Jahrestages der indonesischen Streitkräfte.

Menschenrechte

Indonesisches Militär: Neue Diskussionen um Jungfrauentests

Nur Jungfrauen sollen angeblich geeignet sein, ihr Land zu verteidigen. Um diese Regel gibt es in Indonesien heftige Diskussionen. Ein Ende der umstrittenen Praktiken beim Militär ist aber nicht in Sicht.

Jakarta - In Indonesien gibt es neue Diskussionen über die umstrittene Praxis, die Jungfräulichkeit von Soldatinnen vor deren Rekrutierung zu überprüfen.

Beim Militär des südostasiatischen Landes wird traditionell mittels eines sogenannten Zwei-Finger-Tests festgestellt, ob eine Anwärterin schon sexuell aktiv war. Nur Jungfrauen seien mental geeignet, um ihrem Land mit der Waffe zu dienen, lautet die Regel. Nachdem der Stabschef der Armee, General Andika Perkasa, im Juli erklärt hatte, dass für Frauen und Männer die gleichen Regeln gelten sollten, fordern Menschenrechtler eine Aufhebung der Praxis beim gesamten Militär.

Die Organisation Human Rights Watch (HRW) begrüßte die Worte Perkasas und nannte die Jungfräulichkeitstests in einer Mitteilung „missbräuchlich, unwissenschaftlich und diskriminierend“. Die Verfahrensweise hätte schon vor 50 Jahren abgeschafft werden müssen, sagte Andreas Harsono von HRW Indonesia am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. „Die Luftwaffe und die Marine sollten nachziehen, wenn sie zivilisierte Organisationen sein wollen.“ Die Polizei habe die Rekrutierungstests immerhin schon 2015 eingestellt.

Perkasa hatte im Juli gesagt, „Gesundheitstests, die für den Zweck der Rekrutierung irrelevant sind, sollten abgeschafft werden“. Der Sprecher der Streitkräfte des Inselstaats, Djawara Whimbo, sagte der dpa aber nun, dass die Untersuchung der Jungfräulichkeit auch weiter Teil der Voraussetzungen für eine militärische Laufbahn bleibe. Auch die Verlobten von Soldaten müssten sich den Tests unterziehen. „Die Regeln haben sich nicht geändert.“ Männer und Frauen seien verschieden. „Manche Frauen sind anfällig für Gebärmutterhalskrebs“, betonte Whimbo, ohne die Aussage näher zu erläutern. dpa

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