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Indien, Chennai: Vögel stehen an einer Pfütze im ausgetrockneten Puzhal-Wasserspeicher. Haus- und Hotelanschlüsse leiden durch austrocknende Seen und versiegendem Grundwasser an akutem Wassermangel.

Indien

Indien richtet Ministerium gegen Wassermangel ein

Die südindische Metropole Chennai am Golf von Bengalen leidet derzeit unter extremer Wasserknappheit.

Angesichts der dramatischen Wasserknappheit in Indien hat das Land ein neues Ministerium eingerichtet. „Wir müssen Wasservorräte für unsere Kinder und künftige Generationen bewahren“, sagte Staatspräsident Ram Nath Kovind bei einer Parlamentsansprache in Neu Delhi am Donnerstag. Das neue Ministerium für Wasserkraft sei ein entscheidender Schritt in diese Richtung, sagte Kovind.

Er beklagte den Schwund traditioneller Wasservorkommen, da Teiche und Seen für Bauprojekte angefüllt würden. Zudem verschlimmere die Erderwärmung die Lage wohl noch, sagte der Präsident weiter.

Das Ministerium war bereits kurz nach dem Wahlsieg der Partei von Premierminister Narendra Modi Ende Mai durch die Zusammenführung mehrerer vorhandener Einrichtungen gebildet worden. Es soll Modis Ziel umsetzen, bis 2024 alle Haushalte des Landes mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern mit sauberem Trinkwasser zu versorgen.

Die südindische Metropole Chennai am Golf von Bengalen leidet derzeit unter extremer Wasserknappheit. Meteorologen haben zudem einen schwachen Monsun vorausgesagt. Dies könnte der Landwirtschaft sehr schaden, von der rund 58 Prozent der indischen Bevölkerung leben.

Laut einem 2018 veröffentlichten Bericht der Regierung erlebt Indien die bisher schlimmste Wasserkrise. Rund 600 Millionen Menschen leiden unter großer bis extremer Knappheit. Zudem sterben rund 200 000 Menschen jährlich als Folge einer unzureichenden Wasserversorgung. Bis 2030 soll der Wasserbedarf etwa zweimal so hoch sein wie die verfügbaren Ressourcen. Den Angaben zufolge könnte zudem 21 größeren Städte in Indien bis 2020 das Wasser ganz ausgehen. Davon wären rund 100 Millionen Menschen betroffen. (dpa)

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